Tag-Archiv für 'sex'

Anwendungsbezogene Astronomie: Außerirdische und Sex

Alltägliches Bild einer Tower-Bridge vor einer beliebigen Galaxie. Mockup von Bildern von Anirudh Koul und World’s Saddest Man.

Sex.
Über kaum ein anderes Thema schreiben wir hier im physikBlog so gern wie über Sex. Außer vielleicht Katzen. Oder Pinguine. Oder Teilchenphysik. Oder Physik generell. Oder Richard Feynman. Oder den Weltraum. Oder uns selbst.
Aber dann hört’s echt schon fast auf.
Sex ist ganz groß. Auf unserer Lieblingsdrüberschreibliste.

Wenn es dann da draußen, in den sexistischen Weiten dieses Internets jemanden gibt, der Sex mit gleich zwei der oben genannten Lieblingsdrüberschreiblistenplatzbesetzer verbindet – herrje, da sind wir natürlich sofort zur Stelle!

Peter Backus, seines Zeichens BWL-Doktorand in England, hat berechnet, wieviele ihm passende Frauen in England rumlaufen.
Er hat sich dabei nicht etwa an chaotischen Systemen oder Wettersimulationsgroßrechnern bedient, nein, er nahm dazu eine fast fünfzig Jahre alte und eigentlich recht simple Formel der Astronomie1. Die Drake-Gleichung.

Die Drake-Gleichung schätzt ab, wieviele intelligente und entwickelte Zivilisationen es im Universum gibt. Wer mehr als zwei Mal in seinem Leben ein Physikbuch aufgeschlagen hat2, der sollte die Formel dazu kennen:
N = R_* \cdot f_p \cdot n_e \cdot f_l \cdot f_i \cdot f_c \cdot L
Sie zieht neben Entstehungsraten von Sternen und passenden Planeten auch das Alter und den technologischen Zustand einer Zivilisation in betracht.

Backus hat aufbauend auf der Formel die Parameter angepasst und sie um so schöne Werte wie »Frauen mit einem Universitätsabschluss« erweitert.
Schätzt man all die Parameter wie Backus ab, so erhält man schlussendlich 10.000 passende Frauen im Vereinigten Königreich.
Zieht man dann auch noch grob geschätzt die Gegenseite3 und das gegenseitige Zusammenspiel4 mit in die Rechnung ein – man kommt auf 26 Frauen, mit denen ein 31-jähriger Mann in UK gemeinsam Elementarteilchenraten spielen kann.

Was genau Backus für Parameter und Abschätzungen benutzt hat, all das ist in seinem mit humoristischen Anmerkungen gespickten Paper zu finden.

Why I don’t have a girlfriend by Peter Backus
[via einem Tweet von Florian]

  1. Eher der Exobiologie, was? []
  2. Für die Jüngeren unter euch: Wer mehr als vier Physik-E-Books geöffnet hat. []
  3. Sollte man besser tun. Insider-Tipp. []
  4. Liebe Physiker: »Gegenseitiges Zusammenspiel« ist hier der Euphemismus zu »Es ist ausnahmsweise mal wichtig, was die Gegenseite von dir hält«. Das ist so wie beim Pendel. Es geht hin. Und her. (Und ein Doppelpendel macht das Ganze ganz schön chaotisch.). Genug der schlechten Metaphern. []

Das CERN und gleichphasige Wellenpakete (3): physikBlog involviert

Die Sache mit dem Sex im CERN lässt uns einfach nicht los. Ständig trudeln neue Meldungen im physikBlog-HQ ein und wissen etwas neues zu berichten.

So auch Schweiz-Korrespondent Felix1, der in der schweizer Zeitung “Blick am Abend” einen Artikel über eben diese Zettelwirtschaft entdeckte. Soweit ist das aber noch nichts besonderes, dummerweise haben wir es hier aber mit echten Investigativ-Reportern zu tun. Als Bebilderung für das “Liebesnest” im CERN wählten sie folgendes Bild:

Bildausschnitt, der das Liebesnest bebildert
Sieht man hier einen Sex-süchtigen Quantenphysiker in seinem Liebesnest? (Hier die komplette Ausgabe auf der Blick-am-Abend-Seite und als PDF — auf Seite 5 ist der CERN-Artikel)

Zwar war man noch so freundlich und hat den potentiellen potenten Potenzierer2 unkenntlich gemacht. Aber durch eines hochkomplexen Entpixelungsalgorithmus ist es uns möglich, aus dem Bild den Orginalzustand wieder herzustellen. Das Ergebnis sieht man hier:

Das rekonstruierte Orginalbild.
Das rekonstruierte Orginalbild. Und es zeigt Andi! (Klick führt zum Orginal auf Flickr)

Unverkennbar ist das Mitblogger, Kollege und Katzenvideoaufspürer Andi, der gerade in seinem Liebesnest im CERN-Hostel steht und versucht eine Lampe zu reparieren. Und der aufmerksame physikBlog-Leser weiß natürlich, was hinter der ganzen Geschichte steckt.
Eine große Promotion-Aktion für das physikBlog. Von langer Hand geplant und präzise ausgeführt. So wie wir es gewohnt sind.

Um mal ganz ernst zu sein: Das Foto war tatsächlich so in der Zeitung, allerdings ohne vorherige Absprache bzw. Rückfrage.

  1. Grüße nach Zürich! []
  2. Potenzierer, der: neckischer Ausdruck für einen theoretischen Quantensubraumphysiker, der mit drölfdimensionalen Wellenfunktionen hantiert und daher viele Potenzen einkalkulieren muss. Nicht zu verwechseln mit dem Potentiometer. Oder mit Kamelen. []

Das CERN und gleichphasige Wellenpakete (2): physikBlog bestätigt

Gestern ging es durch die blogspheren Äther dieser Welt: Sex im CERN stört die Wissenschaftler. Kaum zu glauben!

Euer investigativstes aller physikBlogs, das physikBlog, hat wie versprochen seine Investigativreporter losgeschickt und versucht, die Quelle des Bilds investigativ zu bestätigen.

Keine Bestechung war uns zu teuer, kein Gravitationssystem zu kompliziert.

Voller stolz können wir euch nun tatsächlich Fotos der Zettel präsentieren, die überall im neuen Gebäude 40 des CERNs herumhängen.

Trommelwirbel…

Klicken mach originalgroß!

Tausend Dank, Robert! Und natürlich: beat this, reddit.com!

Das CERN und gleichphasige Wellenpakete

An dieser Stelle könnte eine verdammt schlaue, intelligent pointierte, leicht ironisch, wie sarkastische, gleichzeitig aber objektiv bleibende Einleitung stehen.
Stattdessen versteckt sich hinter dem unscheinbaren Titel dieses Beitrags doch nur wieder ein Thema, um das es in diesem Internet andauernd geht: Sex. Sex Sex Sex.1 Sex Sex Sex Sex.2

Bisher haben wir, von Deutschlands hochqualitativstem Weblog mit einem impliziten Niveauauftrag vom Bundesministerium für Bildung, Forschung und süße Katzenbilder im Internet, immer darauf geachtet, derart niveauloses vor den Schranken unseres Server zu lassen. Aber jetzt, da nun CERN und SEX3 im Zusammenhang stehen… Da können wir nicht anders.

CERN und Sex

René kann sich nicht so recht erklären, wie die Wellenpakete zweier Menschenfunktionen in unserem Lieblingsbeschleunigerzentrum zu einer Emission von Schallwellen führen kann. Wir haben die Erklärung: Mit Hilfe einer bisher geheimen Kombination aus Laplace- und Fouriertransformation konnten die beiden Objektive des Begehrens4 in einen achtdimensionalen Superraum transformiert werden, wo das eigenphasige Schwingen zweier Wellenpakete sogar nach Pauli erlaubt ist. Klingt logisch, oder?

Was andere, viel lustigere Leute als wir noch zu dem Bild zu sagen haben, findet ihr in den Kommentaren dazu auf reddit. Großartig!

Übrigens: Der physikBlog-Mann vor Ort am CERN hat soeben über das Rote Telefon den Auftrag bekommen, den Ort des Zettels herauszufinden und eine Bestätigung zu schicken. Wir bleiben dran!

  1. Und nochmal: []
  2. Habt ihr’s jetzt, ja? []
  3. Nein, nicht als Akronym. []
  4. Hihi. []