Wie funktioniert eigentlich so ein Blitz?

Blitze über dem Hafen von Colonia del Sacramento  (Bild: LONELY DANCER von Ezequiel1984)

Blitz. Donner. 40 Mal pro Sekunde auf dem gesamten Erdball. Für viele Menschen sind Gewitter eine sehr anziehende Angelegenheit, wenn auch teilweise sehr beängstigend. Aber wer weiß schon, wie so ein Blitz funktioniert? Wo kommt er her, wo geht er hin und was hat Shakespeare damit zu tun? Ich versuche im folgenden Artikel einmal, die Hintergründe der Blitzentstehung verständlich zu erklären.

Um das ganze etwas übersichtlicher zu machen, teile ich diesen Post in fünf Teile, wobei die ersten vier die Phasen der Blitzentstehung beschreiben. Und weil wir hier im physikBlog sind, Deutschlands Insider-Blog für heiße Raketenstartbilder, sind die Phasen einem Raketenstart nachempfunden — erklärt natürlich mit Katzenparabeln.

Phase I: Befüllen der Tanks

Die Cumulonimbus-Wolke kündigt ein sich anbahnendes Gewitter an. (Bild: Wikipedia)

Wie bei einer Rakete, einem Auto oder auch nur bei der Katze vor dem Sprung: Um irgendetwas zu erreichen, muss eine bestimmte Energie verfügbar gemacht werden. Im Falle von Rakete und Auto ist das der Treibstoff im Tank, bei der Katze die in den Fetten und Zuckermolekülen gespeicherte Energie und im Falle des Blitzes ist es elektrische Energie, bzw. eine Spannung.

Vom Prinzip her das Gleiche, wie bei euch zu Hause in der Steckdose: positive und negative Ladungen sind voneinander getrennt und wollen sich so lange bewegen, bis sie sich gegenseitig neutralisiert haben. Dieses Streben nach Ladungsausgleich nennt man Spannung oder Potential — das Potential, etwas zu tun. Deswegen können wir auch den elektrischen Dosenöffner für das Katzenfutter betreiben.

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TED Talk: Steven Cowley – Fusion is energy’s future


Gerade beim Durchlesen der Annalen meines Feedreaders gefunden. Nicht unbedingt etwas Neues, aber schön zusammengefasst.

Schnee die Zweite

Nehmen wir mal an, Sie hätten ein Elektronenmikroskop. Nehmen wir des Weitern an, es wäre Ihnen langweilig. Oder Sie sind frustriert, weil das Nobelkomitee Sie schon wieder übergangen hat. Oder Ihre Katze mag nicht kuscheln.
Dann ist das der perfekte Zeitpunkt, um den aller-aller-aller-winzigsten Schneemann der Welt zu basteln. Das dachten sich auch ein paar Briten. Das Resultat: Einfach süüüühüüss!1

Mehr Infos bei besagten Briten.

via fuck yeah physics

Von diesem Schneemann beschwingt wünscht das physikBlog seiner Leserschaft einen guten Rutsch und bedankt sich für die Treue. 2010 werden wir selbstverständlich die Berichterstattung zur LHC-Soap weiterführen (Läuft er oder läuft er nicht?), die Leser mit bunten Bildchen und Katzenbabies verwöhnen und niemals die komische Seite unser aller geliebten Wissenschaft vergessen.
Auf dann, gehabt Euch wohl!

  1. kleiner Schönheitsfehler: er ist nicht aus Wasser, sondern aus Zinn und Platin. Aber soooooo knuffig! []

Schneeflöckchen Weißröckchen – fast

Es hätte alles so schön sein können, aber das Leben ist schließlich kein Wunschkonzert1: vor 5 Tagen begegnete mir auf www.spreeblick.com ein wunderschönes Video zu Schneeflocken und ihrer Formgebung. Kaum hatte ich den Artikel fertig, gabs das Video auf Vimeo nicht mehr.

Der geplante Post:

In letzter Zeit hätte durchaus der Eindruck entstehen können, der physikBlog sei fest in Cernfantastischer Hand.

Um dem Einhalt zu gebieten, now something completely different.

Ukichiro’s Snowflakes from Matt at AllofUs on Vimeo.

Schneeflocken, die Form von Wasser, bei der man auf den ersten Blick sieht, dass sie Kristalle sind.
Unglaubliche Symmetrien und Ordnungen die die Natur schafft und somit Banales auf die unterschiedlichsten Weisen in Form bringen – sehr beeindruckend. Wie sehr die Form aber abhängig von den äußeren Rahmenbedingungen ist, macht eine der Faszinationen für die Festkörperphysik bei mir aus.

Aber seht selbst.

(gefunden auf www.spreeblick.com)

Aber Schneeflocken bleiben spitze – da ändert auch die BBC2 nichts dran.
Überzeugt euch selber beim Schneeflockenmuseum und bei der Seite zu Schneeflocken überhaupt. Oder wagt den Schritt nach draussen.

  1. ich habe dafür bereits einen Euro ins Phrasenschwein geworfen []
  2. ich schätze wegen ihr hat Vimeo das Video wieder raus genommen []

Finalige Weihnachten – Praktische Geschenke für den ganz normalen Physiker #4

Christbaum und Reflexionskörper
Nadelbaum, rot und Reflexionskörper. Foto von WillyPayne.

Ok. Zugegeben. Bis auf die Bücher waren die Dinge, die wir euch bisher vorgestellt haben, eher… speziell. Wer hat schon wirklich das Geld und die Ressourcen für eine Schwarzes-Loch-Maschine – und außerdem den Platz!?
Im letzten Teil unserer Serie werden wir etwas realistischer und schlagen euch ein paar Geschenke vor, die ihr tatsächlich so verschenken könnt. Echt jetzt.

Duschvorhang

Eigentlich nicht so wirklich ein Gimmick für den Physiker, aber wegen des äußerst hohen Nerd-Faktors trotzdem schenkbar: Der Periodensystemduschvorhang. Ob nur zum Show-Off oder aber um während des Duschens tatsächlich noch die ein oder anderen Elementeigenschaften zu lernen1. So werdet ihr sicherlich zum Z-Profi.

Einstein

Mindestens genauso cool, aber viel mehr Physiker ist da die Einstein-Actionfigur. Bewegbare Arme, bewegbare Beine – und sogar flauschiges Haar! Der tollste Physiker aller Zeiten für zu Hause zum Insregalstellen. Toll.

Überhaupt: Der Online-Shop von Thinkgeek hat, wie der Name schon andeutet, alles was das Geekherz begehrt. Wirklich. Da kann man arm werden. Doppelt.
Zum Beispiel dieses Shirt mit Pi drauf – sogar direkt zwei Mal!
Oder die Bucky Balls, mit denen man tolle geometrische Gebilde nachbauen kann.
Schaut einfach mal durch und postet dann morgen, wenn ihr fertig seid, eure Lieblings-Gimmicks in die Kommentare.

Teilchen

Wenn der gemeine Physiker abends nach seinem Glas Rotweinapfelschorle nicht ganz alleine einschlafen möchte, dann gibt es nur eines, mit dem er sich auf seiner eigenen sozialkompetenten Ebene wärmen kann: Elementarteilchen aus Plüsch. Wir haben sie schon mitgenommen ins CERN und ihnen dort die große, und die kleine Welt gezeigt. Nach den paar Tagen intensivsten Studierens können wir sagen: Die sind wirklich zutraulich und beißen nicht. Und uns ist tatsächlich kein einziges zerfallen. Wirklich toll also.

SwineFlu

Wem die Elementarteilchen zu klein sind, der kann sich vielleicht an ihren größeren Cousins, den »Giant Microbes« versuchen. Es gibt Gehirnzellen, rote und weiße Blutkörperchen, Nervenzellen, Husten, Anthrax, Malaria, Ebola und Leben auf dem Mars – und jetzt neu sogar die Schweinegrippe.
Toll!

Wall-E

Die Technikbegeisterung lässt sich bei Physikern nicht nur durch Hochspannung und teure Maschinen stimulieren. Auch so einfache Dinge wie Roboter bringen dem Kind im Physiker jede Menge Spaß. Ein Shop, bei dem ich mich eines Daleks bereicherte, ist der Berliner Laden General Robots.
Neben Kultobjektiven wie Bender, Wall-E, Doctor-Who-Kram und noch mehr, gibt’s dort auch Roboter, die tatsächlich was können. Zum Beispiel wecken und wegrollen, oder sich käfergleich auf sechs Beinen fortbewegen.
Destroy!

Useless

Der Shakespeare des Nerd-Humors, der Picasso der Strichzeichnung, das ist Randall Munroe mit seinem xkcd-Comic. Wer den Comic nicht kennt, hat jetzt einfach mal Pech gehabt, denn das Merchandise, das es in seinem Shop gibt, funktioniert (meist) nur mit rudimentärem Insiderwissen.
Es gibt Poster, Drucke, Buttons, Karten und T-Shirts2. Seit kurzem gibt’s auch ein Buch mit gesammelten xkcd-Comicwerken.

Bücher, einen Wandkalender und T-Shirts gibt’s auch von einer anderen Comic-Webserie, die mittlerweile Kultstatus erreicht hat. Bei PhD-Comics sind die Strips nicht ganz so geeky, dafür immer den Alltag eines Wissenschaftarbeiters treffend beschreibend3.

Die deutsche Antwort auf alle Webcomics ist Nichtlustig. Hat zwar nichts mit Wissenschaft oder Nerdismus zu tun, ist aber trotzdem lustig. Merchandise gibt’s da auch einiges!

Mondraketeneisrakete

T-Shirts gehen immer4 – schließlich möchte der gemeine Physiker seiner Kaffeetasse auch ein Ziel zum Treffen bieten. Großartige Shirts gibt’s immer bei Threadless, die in den letzten Tagen eine Rabattaktion nach der anderen raushauen, so dass ich schon längst den Überblick verloren habe5.
Aber der T-Shirt-Horizont hört nicht hinter Threadlesshausen auf6. Zufällig herausgegriffen gibt es da zum Beispiel die Shirts von Glennz. Die haben diese tolle Mondraketeneisrakete und noch einige mehr. Schaut mal durch.
Wenn ihr euch schon immer mal gewundert habt, wo es diese Shirts gibt, die Sheldon immer in seiner Big Bang Theory trägt, dann hat sheldonshirts.com die passende Antwort parat. (Und wenn ihr die DVDs noch nicht im Schrank stehen habt – nachholen!)

Zum Schluss noch eine Idee, die wir hier schon hatten: Heiße Datenvisualisierungen.

Das war’s mit unserem diesjährigen Weihnachtsspecial. Wir hoffen, ihr hattet Spaß und habt ein Geschenk für euren Lieblingsphysiker gefunden.
Wenn nicht, dann schenkt ihm einfach irgendwas. Denn die damit verbundene soziale Interaktion ist sowieso das größte Geschenk für den Physiker.

Falls wir uns nicht mehr lesen: Frohes Christbaumschmücken.

  1. Ob eigentlich das Ununoquim drauf ist? []
  2. Darunter das T-Shirt zu diesem großartigen Comic. []
  3. Hab ich gehört. []
  4. Sage ich. Gnihihi. []
  5. Aber ich bin ja sowieso auf T-Shirt-Entzug gerade. []
  6. Auch wenn Threadless in dem Bezug eher wie Mexico City ist… []

Maschinige Weihnachten – Geschenke für den ganz normalen Physiker #3

Christbaum und Reflexionskörper
Nadelbaum, rot und Reflexionskörper. Foto von WillyPayne.

Bücher und Musik sind ja schön und gut. Aber manchmal braucht so ein Physiker auch etwas handfesteres, mit dem er den lieben langen Weihnachtstag hantieren kann.
Etwas, das seine niederen Instinkte anspricht, dabei aber auch nicht sein Physiksein übergeht.
In unserem dritten Geschenktipp geht’s um Maschinen. Und Blitze.

Hardware für Physiker

Maschinen, von der Größe Hubbles oder eines ATLAS’, sind leider relativ unpraktikabel im Transport und miefen dazu auch noch unangenehm.
Fangen wir mit unseren Hardwaretipps lieber etwas kleiner und duftneutraler an.

Plasmakugel

Wir haben eine, das CERN hat eine; wir haben sogar eine zu unserem Logo gemacht: Plasmakugeln. Eine Glaskugelschale, befüllt mit einem Gas und einer Elektrode im Zentrum. Packt man Strom dran, gibt’s wunderhübsche Blitze in allen Facetten von Lila und Pink und sowas.
Wer braucht ein Kaminfeuer, wenn er stattdessen die warmen Farben des Plasmas beobachten kann? Gemeinsam, mit seinem Lieblingsbuch, einem Glas Rotweinapfelsaftschorle – und der Plasmakugel. Romantik pur.

Mikrowelle (handelsübliche)

Etwas, was viel bodenständiger und alles andere als so exotisch wie eine Plasmakugel ist, kann trotzdem eine völlig verzaubernde Wirkung auf die Experimentalgene des Physikers haben: eine Mikrowelle.
Hä? Doch. Richtig. Eine Mikrowelle kann nicht nur dazu benutzt werden, die gesammelten Mensareste der Woche am Wochenende warm zu machen. In einer Mikrowelle findet Physik statt – und mit der kann man Spaß haben.
Man kann Schaumküsse reinstellen, kann auf alten CDs1 Blitze zaubern und kann mit einer simplen Schokolade die Lichtgeschwindigkeit bestimmen. Außerdem kann man alle möglichen Dinge explodieren lassen (Achtung: Bitte keine Tiere! Also keine Lebendigen!).

Oszilloskop

Zum Must-Have-Equipment eines Physikers zählen ganz klar die folgenden beiden Geräte.
Möchte man mal untersuchen, wie denn die Spannung da aussieht, die aus der Steckdose kommt, ohne danach eine neue Frisur undoder gar keine mehr zu haben, empfiehlt sich die Anschaffung eines Oszilloskops. Oder am besten direkt zwei Stück, dann kann man mit seinem Lieblingsphysikkollegen das lustige »Wer macht die tollsten Graphen«-Spiel spielen. God-Mode-Tipp: Nachglühen auf Maximumstufe.
Ein Geiger-Zähler sollte auch in jedem guten Physikerhaushalt seinen Platz haben. Allein schon wegen des Humorpotenzials: Es gibt wenig Lustigeres, als seine Umgebung konstant auf radioaktive Zerfälle zu untersuchen. Beim Bäcker. Bei der Sicherheitskontrolle des Flughafens. An der Fleischtheke. Spaß garantiert – erst recht mit einem »Override«-Button, der das typische Klicken auch ohne Zerfall auslöst!

Mit Hochspannung kann man auch eine Menge Spaß haben. Blitze sind schließlich immer toll, erst recht wenn sie außerhalb von Gewittern stattfinden.
Eine handelsüblichen Teslaspule lässt handliche Blitze entstehen, die sogar locker länger als ein Meter werden können – je nach Größe der Spule. Oropax sind dem Geschenk beizulegen.
Außer man baut mit einer singenden Teslaspule das wohl coolste nichterwähnte Instrument unserer Instrumentenliste von vorgestern. Dann kann man ruhig mal eine teslagesungene Symphonie gegen einen Tinnitus eintauschen. Soviel Opferung darf sein – für die Wissenschaft!
Nach anderem Prinzip, aber mit ähnlichem Resultat funktioniert die Influenzmaschine, bei der zwei Scheiben aneinanderreiben und so Spannungen erzeugen. Knackt schön und ist mal sowas von angewandte Physik.

Die Königin unter allen Physikmaschinen ist wohl ohne Frage die Schwarzes-Loch-Maschine. Nichts ist so vielfältig einsetzbar, macht keinen Schmutz (und wenn, ihn selbst wieder weg) und ist dazu noch tierlieb. Über diese Maschine als Geschenk freuen sich Frau und Mann, da kann man eigentlich nicht viel falsch machen.
Der einzige Haken: Sie ist nicht ganz billig.

Billiger, wahrscheinlich der günstigste Punkt auf unserer Liste, ist da flüssiger Stickstoff2. Bei knapp 200°C unter Null kann man mit Flüssigstickstoff nicht nur im Nu Eis aus nahezu beliebigen Zutaten3 zubereiten, man kann auch relativ fix das Schloss seiner Wohnung knacken, wenn man sich ausgeschlossen hat. Ist das nicht toll!? Und das beste: Er dampft!
Der Partyspaß für die ganze Familie. Nur Achtung: -200°C-kalter Stickstoff ist kalt. Sehr kalt. Ungefähr -200°C kalt.

Morgen geht’s im letzten Teil unserer physikBlog-Weihnachtsgeschenkserie um etwas praktikableren Kram.

  1. Die Dinger, die es vor Mp3s gab. Ihr wisst schon. []
  2. Jaja, eigentlich keine Maschine. Aber wohl noch weniger ein Buch, ja?! []
  3. Schonmal Luftpumpeneis probiert? []

Büchrige Weihnachten – Geschenke für den ganz normalen Physiker #2

Christbaum und Reflexionskörper
Nadelbaum, rot und Reflexionskörper. Foto von WillyPayne.

Natürlich kann man nicht den ganzen lieben langen Tag musizieren, irgendwann gehen einem schließlich auch die Töne aus.
In unserem zweiten Teil des Geschenkführers für ganz normale Physik-Nerds geht es daher um viel bodenständigere Dinge: Papier.

Achtung. Wenn es eine unserer Geschenklisten gibt, die unvollständig ist, dann diese hier. Es gibt einfach Bücher wie Sand am Meer. Schickt doch eure Buchempfehlungen und -wünsche in die Kommentare. Vielleicht entdeckt jemand ja noch etwas neues?!

Bücher, Kategorie: Lernen

Bücher. Kennt ihr das noch? Das sind diese dicken Dinger aus totem Holz, die es vor dem Kindle gab. Drin stand meistens fescher Kram über Gott und die Welt. Und so.
Hier ein paar Tipps für die Antiquitätensammler unter euch.

Tipler

Braucht man eine Ablage für seine Füße, einen Untersetzer für seine Topfpflanze; möchte man den Fernseher um ein gute Stück erhöhen oder Tauben totschlagen: als erstes kommt einem immer ein Buch in den Kopf. Der Tipler.
Der Tipler ist so eine Art physiklernerisches Standardwerk. Eigentlich noch nicht mal besonders gut, aber für die ersten Semester des Studiums steht das meiste drin. Und er ist bunt. Und er hat Bilder.
Natürlich gibt es auf dem Markt der physikalischen Erklärungs- und Nachschlagewerke ungefähr soviel Vielfalt wie es sie noch nicht mal im Erotikbuchregal1 gibt. Gerthsen, Demtröder.

Feynman

Aber ein Physikgesamtwerk, sozusagen, lässt selbst dem belernten Physiker das Wasser in Auge und Mund zusammenlaufen: Die »Lectures on Physics« von Richard Feynman2.
Herrn Feynman solltet ihr schon aus anderen Artikeln des physikBlogs kennen. Eine Physikerlegende, die sich besonders durch sein Vermitteln von Stoff in Vorlesungen ausgezeichnet hat. Da dachte man sich: Sammeln wir doch mal die Vorlesungsniederschriften und bringen sie als Buch heraus. Großartige Idee. Und großartige Bücher, die ich irgendwann mal von meinen Enkeln/Studenten/Alieninvasoren geschenkt bekommen möchte. Oder so.

PDG

Nicht für alle Physiker, aber für den nichtkleinen Teil der Teilchenphysiker unter ihnen, gibt es ein Buch, dass man auch ruhig in mehrfacher Ausführung im Schrank stehen haben darf. Die Bibel3 der Teilchenphysiker. Das »Particle Physics Booklet« der Particle Data Group. Drin stehen neben einem Haufen von Eigenschaften von einem Haufen von Elementarteilchen auch alle wichtigen Eckpunkte der modernen Teilchenphysik. Und hinten gibt’s sogar noch ein Periodensystem mit dazu!
Geht’s toller?!
Ja!: Denn das Booklet ist nur die kleine, gekürzte Taschenversion des Monstermuttergesamtwerks. Des «Review of Particle Physics«.

Bücher, Kategorie: Unterhaltungslernen

Hawking

Hier gibt es natürlich noch viel, viel mehr Werke als in obiger Kategorie.

Es beginnt bei populärwissenschaftlichen Büchern wie Hawkings Geschichten um Zeit, Universum und Nussschalen, wie Metin Tolans James-Bond-Physikführer und geht irgendwann dann mit Bindeglied und Fahnenführer Douglas Adams nahtlos über in Science-Fiction-Literatur.

Hier gibt es als Startpunkte des digitalen Wühlens immer die Amazon-Bestsellerlisten oder aber die Listen diverser Preise. Zum Beispiel die des Hugo-Awards.

Nachtrag: Noch mehr Bücher gibt’s drüben bei Florian in seinem Blog Astrodicticum Simplex.

Morgen geht’s hier weiter. Mit Physikmaschinen. Und Blitzen. Und Sternenexplosionen.
Disclaimer: Alle Amazon-Links sind Partner-Links.

  1. Aloha, Jugendschutzfilter. []
  2. Natürlich hat Feynman noch weitere, tolle Bücher geschrieben. Ich habe mit den »Physikvorlesungen« nur das bekannteste und physikalischste herausgegriffen… []
  3. Yeah. Religionsvergleich #1. []

Nerdige Weihnachten – Geschenke für den ganz normalen Physiker #1

Christbaum und Reflexionskörper
Nadelbaum, rot und Reflexionskörper. Foto von WillyPayne.

Weihnachten. Das Fest der Liebe, des Konsums, des Tannennadelnzählens.
Traditionell begehen wir dieses Fest hier im physikBlog immer mit etwas ganz besonderem1.

Dieses Jahr möchten wir uns an der Völkerverständigung versuchen. Damit Physik-Nerds gemeinsam mit ihren normalen Familiengenossen friedvoll unter dem ökologisch sinnvoll angebauten und vegan abgeernteten Weihnachtsbaum sitzen können, ohne sich über die Bedeutung von Primzahlen für das alltägliche Miteinander und den Farbgradienten2 des Nadelkleids des ökologisch sinnvoll angebauten und vegan abgeernteten Weihnachtsbaum in die Haare zu kriegen haben wir keine Kosten und besonders keine Mühen gescheut und neben dieses Bandwurmsatzes eine Lösung zusammengetragen:

Geschenke für den gemeinen Physiker-Nerd. Die weihnachtliche Nerdmassenvernichtungswaffe3, gewissermaßen.

Heute starten wir mit Digitalem und Analogem. Morgen geht’s weiter.

Musikalisches

Natürlich kann sich der gemeine Physiker auch nichts tolleres vorstellen, als gemeinsam unter dem (…) Weihnachtsbaum Halbtöne zu spielen. Aber nicht irgendwie. Nahein!
Ein Physiker braucht es da extravagant. Und mit Volt. Und abgespacet.

Theremin

Die wohl älteste musikalische Extravaganz mit Volt und Abspaceismus ist das Theremin. Bereits vor 80 Jahren erfunden war es in Deutschland unter einem Namen bekannt, der in seiner Awesomenessigkeit seines gleichen sucht: Ätherwellengeige. Ich schreibt das nochmal: Ätherwellengeige.
Das Ding wird völlig berührungsfrei, aber mit beiden Händen gesteuert. Eine Hand macht die Tonhöhe, die andere Hand die Lautstärke. Registriert wird der Handabstand von Antennen, die einen simplen Synthesizer verschiedene Töne entlocken. Heraus kommt ein Sound, der dem Namen der Ätherwellengeige alle Ehre macht. Soundtrack of Space.
Wenn man sich sein Theremin nicht komplett selbst oder im Bausatz basteln will, dann darf man für schlappe 400 $ z.B. auf Amazon eines sein Eigen nennen.

Eigenharp

Ähnlich abgespacet, zumindest vom Namen her, ist eine Eigenharp – eine Eigenharfe, gewissermaßen. Hergestellt wird die in den Eigenlabs und ist eine Mischung aus Oboe, Gitarre, Keyboard und Loop-Synthesizer.
Auf einer einzigen Eigenharp kann man ganze Symphonieorchester gleichzeitig spielen. Mit zweien dann auch das Bond-Theme.

Tenori-on

Simpler wird es dann mit dem Tenori-on. Ein bisschen wie ein LED-Abakus aus der Zukunft kann man einzelne Töne einem Loop hinzufügen, wegnehmen, dabei nebenbei wunderbare Muster generieren und in die Charts kommen.

Audiocubes

Wer es dann noch bunter haben möchte, zudem etwas mehr Geld locker sitzen hat, dem seien Percussa Audiocubes empfohlen. Kleine, oh Wunder, wer hätte damit gerechnet, Würfel, die in bunten Farben reagierend Musik machen und sich dabei kabellos mit ihren Nachbarwürfeln verständigen. Bunte Würfelschwarmintelligenz minus die Intelligenz, sozusagen. Und mit mehr Sound. Und Space, natürlich.

Und wem das noch immer nicht reicht, der möge sich auf die experimentalelektromusikalische Zeitreise durch den entsprechenden Wikipedia-Artikel begeben.
Vielleicht können wir dann nächstes Jahr gemeinsam eine bunte physikBlog-Version von »Oh du Fröhliche« spielen.

Lehren und Lernen

Nicht jedes Geschenk kann in seiner Abgespaceteigenfunktion an Star Trek grenzen. Wenn auch häufig abgehoben, so ist das alltägliche Leben des Physikers doch meist eher einfach und stiril. Er sitz in seiner Kammer, mit ein bisschen Glück sogar in seiner Kammer mit Fenster, starrt auf Bildschirm und Tastatur und nimmt sich den Problemen des Universums an.

White
White. Kein Board. Nur White.

Manchmal macht er dies aber nicht alles auf digitale Art und Weise. Manchmal kann auch der Physiker die Vorzüge des Freihandwerkzeugs nicht leugnen.
Und so kommt unser Geschenktipp, die Wandtafel, neudeutsch das Whiteboard ins Spiel. Ob zum Bestimmen komplexer Nullstellen, zum Zeichnen vierdimensionaler Möbiusbänder, oder zum Notieren der Fußballhalbzeitergebnisse. Ein Whiteboard ist des Physikers Freund und Helfer.
Wer sich nicht auf die Vorgaben der korrupten Whiteboardimensionierungsindustrie, der wird seiner Schreibwand mit einem schmucken Topf Tafellack Herr.

Natürlich darf im Zuge dessen auch nicht das passende Kreideetui fehlen. Eine Gravur bietet sich hier besonders an.

Morgen geht’s weiter. Mit Metall und Holz.

  1. Hachja. André, weißte noch?, das Bild? []
  2. Mit Alpha! []
  3. Juchu! Wieder einen Punkt höher auf der Watchlist… []

SARA vergleicht Physiker

einsteinfeynmantopmodell

Mit unfassbar tollem und weihnachtenlichem Gewinnspiel am Ende des Artikels!
Es ist eine Schande: Noch immer hat sich keine einzige Castingsendung für Physiker etabliert. Nicht nur in der deutschen TV-Landschaft ist dieser Missstand zugegen, auch im Ausland sieht die Situation nicht besser aus. Wie aber soll man einschätzen, ob man wirklich der beste aller Physiker ist, wenn man sich nicht öffentlich auf einer großen Showbühne vor unfähigen Juroren beweisen darf? Wenn man nicht die Möglichkeit bekommt, sich in einem fairen Telefonvoting-Verfahren durchzusetzen?

Das Menschenrecht auf Teilnahme an Castingshows wird wohl noch eine Weile auf sich warten lassen1. Und so müssen wir Physiker uns andere Methoden ausdenken, uns miteinander zu messen. Schwertkampf fällt weg2, Wettlauf auch3, und Eckenrechnen haben die Grundschüler schon für sich beansprucht. Was bleibt? Genau: ein Zietierungs-Ranking!

Das Bewertungssystem SARA (Science Author Rank Algorithm), nicht zu verwechseln mit SARS (Vogelgrippe), wurde von Alessandro Vespignani und Mitarbeitern an der Indiana University entwickelt. Vespignani ist studierter Physiker, Professor für Informatik und beschäftigt sich intensiv mit der Untersuchung von Netzwerken. SARA nutzt ein solches Netzwerk, um zu beurteilen, wie groß der Einfluss von Wissenschaftlern innerhalb des Wissenschaftsbereiches ist.

Feynman

Angewandt wurde der Algorithmus zuerst auf Vespignanis eigene Studienrichtung: auf die Physik. Im Phys Author Rank Algorithm kann man die Namen von Physikern eingeben und bekommt sodann ein Histogramm dargestellt, welches anzeigt, wie viel Prozent der Physiker in einem bestimmten Zeitraum häufiger zitiert wurden als die gesuchte Person4. Ausgewertet wurde dazu die gesamte Zeitschriftenfamilie der Physical Review im Zeitraum von 1893 bis 20065. Entsprechend kommen auch nur Autoren in dem Ranking vor, die mindestens einmal in einem dieser Blätter veröffentlicht haben.

Das tolle an SARA: Es werden nicht einfach Zitate gezählt, sondern es wird ein Netzwerk aus Zitaten aufgebaut, passend zum Arbeitsgebiet des Erfinders. Aus jedem vernünftigen Zitat6 wird eine gerichtete Verbindung vom Zitierenden zum Zitierten gebildet. Bei mehreren Autoren müssen diese sich jedes Zitat gleichberechtigt teilen. Wird Artikel A von Artikel B zitert, und dann zitiert Artikel C später Artikel B, so profitieren davon auch die Autoren von Artikel A. Diese Methode ermöglicht eine gerechtere Bewertung von Zitaten, indem nicht nur die reine Anzahl, sondern eben auch die Bedeutung der Zitate mitberücksichtigt wird.

Nun wären Physiker keine Physiker, wenn sie nicht in letzter Sekunde doch noch einen Rückzieher machen würden. So gibt es kein wirkliches Ranking, also keine Rangliste der besten Physiker, und auch keine Möglichkeit, Physiker direkt miteinander zu vergleichen. Die Arbeit muss man sich schon selber machen.
Also, liebe Leser: Findet den “besten” Physiker an der RWTH! Wer ihn nennt, bekommt ein Zitat in der nächsten Veröffentlichung des Physikers, der im Jahr 2003 das 17. beste Ranking hatte. Versprochen!

via pro-physik

  1. Die dafür zuständigen Stellen sind momentan damit beschäftigt, das Menschrecht auf Umweltverschmutzung abzuschaffen []
  2. Schwert: zu schwer []
  3. 100m: zu weit []
  4. das heißt: Niedrige Werte sind besser. []
  5. das sind fast eine halbe Millionen Artikel []
  6. Das sind Zitate, die alle Autoren aufzählen – also kein “physikBlog et.al.” []

Wipipedia

Ein erhabener Ausschnitt der Wikipedia-Startseite
Liebe, Frieden und Glückseligkeit in Symbolunion

Das physikBlog liebt Pi. Und Pi liebt das physikBlog. Pi ist unser Alpha und Omega. Und weil das so ist, gibt es schon seit etwa Pi Jahren Pilove an propinenter Stelle auf der Startseite. Damit es auch alle mitbekommen. Und welcher Ort wäre besser geeignet, der gesamten Menschheit etwas mitzuteilen, als die Startseite des physikBlogs? Na eben.

Das wir nicht die einzigen sind, die Pi lieben, zeigt dieser geradezu glorreiche Tag für alle Pi-Jünger. Unser aller Lieblings-Kostenlos-Online-Lexikon Wikipedia (die deutsche Version) hat den heutigen Tag auserkoren: Die Kreiszahl Pi ist Artikel des Tages!

Pi freut sich, und wir freuen uns mit.

Wer das Vergnügen verpasst hat, findet hier ein Bild.