Archiv für die Kategorie 'Vorlesungiges'

November in Aachen: LHC erzeugt Mini-Schwarze-Löcher durch Weltraum-Nanotechnologie

Die Physikinstitute unserer Aachener Lieblingsuniversität packen im November ihre Jutesäcke zusammen, binden sie an einen Stock und ziehen damit hinaus in die weite Welt.

Es verschlägt sie ins Bürgerforum der RWTH, zu RWTHextern, um dort populäre und interessante Themen massentauglich allgemeinverständlich zu erklären. So, dass man sie auch ohne großartige Physikkenntnisse verstehen kann.

Am 7. November, also bereits übermorgen, gibt es einen Vortrag über das Schreckenstgespenst aller Schreckensgespenster: Mini Schwarze Löcher im CERN. Privatdozent (und Institutskollege) Oliver Pooth wird unter dem Vortragstitel »Schwarze Löcher von Menschenhand gemacht?« das, was wir hier im physikBlog sowieso schon alle wissen1 noch mal der Allgemeinheit anschaulich vortragen.
Solltet ihr mehr dazu wissen wollen, als auf diesem bescheuerten Blog mit der lila Kugel im Kopf steht, oder wollt ihr das noch mal von einem Profi erklärt haben wolle (und nicht von den bescheuerten Typen, die den ganzen Tag sowieso nur Katzenvideos gucken); dann geht am Samstag um 11:00 in den Fo2 im Karman-Auditorium der RWTH Aachen.

Am 21. November hält Professor Christopher Wiebusch eine Vorlesung zum Thema Universum: »Moderne Kosmologie: Die Entstehung und Entwicklung des Weltalls«. Ebenfalls 11:00, ebenfalls Fo2.

Die letzte Vorlesung dieser Novembervorlesungsreihe hält dann Professor Gernot Güntherodt am 28. November. Als Festkörperphysiker referiert er zum Thema »Nano – kleine Skala, große Wirkung«2. Gleicher Raum, gleiche Zeit.

Mehr Infos gibt es im Programmheft auf PDF-Seite 15 und 16.

  1. Nämlich dass die Dinger, wenn überhaupt, sofort wieder verschwinden. []
  2. Buzzwording! []

Fremdgehört

Das Semester hat wieder begonnen, tausende Studenten strömen zwischen Hörsaal und Mensa hin und her und auch wir sind natürlich wieder mit dabei.
Als besondere Begrüßung hat sich die elitärste aller deutschen Technischen Hochschulen überlegt, Vorlesungen mit virtuellen Fremddozenten aufzuwerten. Gut, sie waren schon vorher großartig — aber zweimal großartig ist eben einmal mehr.

Die Generalprobe in Theoretische Physik: Elektrodynamik gestern klappte zumindest großartig. Wusste der Prof vorne einmal nicht mehr weiter, sprang die nette Frau von draußen mit dem Funkmikrofon ein und half mit illusteren Anmerkungen zu Kunstwerken in Aachen und hilfreichen Tipps zum Studieren in Aachen. Oder was man im Studium der Stadtgestaltungslehre1 so alles lernen wird.

Ein paar kleine Abstimmungsprobleme gab es dann allerdings doch noch: Während Prof. Rudi vorne noch die Grundzüge von rotierenden und diversitären Gradienten erklärte, fiel ihm die Frau aus dem bunten Klotz vor dem Hauptgebäude ins Wort und beschrieb mit voluminösen Worten die atemberaubende Architektur des … ähm … bunten Klotzes.

Das physikBlog sagt: Gute Idee! Aber: Es fehlt noch das gewisse Etwas, wie wäre es zum Beispiel mit lustigen Katzengeschichten?

  1. Begriff von der Redaktion frei erfunden. Hatte aber zumindest mit Stadtgestaltung zu tun, was die da so erzählt hat []

Exklusiv: Videoaufzeichnung der Novembervorlesung Quantenphysik von Prof. Feld

Letztes Jahr hatten wir euch darauf hingewiesen: Prof. Feld hielt eine Novembervorlesung zum Thema Quantenphysik.
In einem für die Öffentlichkeit zugänglichen Rahmen führte er eine Reihe von Experimente durch, die zeigten, wie das ganz Kleine der Quantenphysik so ausschaut.

Im physikBlog verlinken wir hier gerne auf Videopodcast und Audiopodcasts von Vorlesungen oder Vorträgen, die wir so im Internet finden. Aber viel zu selten sind dort Angebote der RWTH bei.
Also haben wir (André und ich) selbst Initiative ergriffen und haben mit zwei Kameras bewaffnet das Geschehen auf der Bühne im November gefilmt, um so selbst herauszufinden, wie eine Vorlesungsaufzeichnung so funktionieren könnte.

Das klappte auch alles außerordentlich gut. Außer die Audioaufnahme. Die Audioaufnahme, die eigentlich direkt von der Anlage abgegriffen wurde, stellte sich nach bereits erfolgter Vorlesung als inexistent heraus. Auch Versuche, die Aufnahme im Nachhinein zu synchronisieren, stellten sich als nicht durchführbar dar: Unsere Synchronsprecher verstanden nur Englisch. Der fertige Vorlesungsfilm verfügt jetzt über die Tonspur direkt aus einer der Kameras. Man versteht alles sehr gut; allein ein paar Publikumsräusper deuten auf den Direktton hin. In gewisser weise gut, dass das nicht geklappt hat, schließlich wollen wir uns beim nächsten Mal noch verbessern können.

Genug der Einleitung.

Das physikBlog präsentiert: Die Videoaufzeichnung der Novemberlesung zum Thema Quantenphysik von Prof. Lutz Feld. Aufgenommen am 24. November 2007 im Fo 2 des Karman-Auditoriums der RWTH Aachen.

Das Skript zur Vorlesung als PDF-Dokument oder Powerpoint-PPT (Letzteres eingebunden von Prof. Felds passender Webseite).

Bei Google Video kann man sich die Vorlesung auch downloaden. Eine Quelle mit besserer (Original-)Qualität werden wir euch demnächst zur Verfügung stellen. Wenn ihr also hochqualitativ schauen wollt, müsst ihr euch noch etwas gedulden.

Meinen Dank und meine Begeisterung möchte ich an Starschneider1 André richten, der das Video in stundenlanger Detailarbeit nur mit einer Schere und einer Rolle Tesafilm so perfekt und großartig zusammengeschnitten hat. Alles Lob, was nicht den Inhalt der Vorlesung und damit Herrn Feld adressiert, ist ausschließlich André zu zukommen. Und von dem Lob wird es ja wohl einiges geben, oder?

  1. und das hat gar nichts mit Haaren zu tun! []

Lebensraumerweiterung für angehende Physiker

Neuer Hörsaal am Physikzentrum
Seit geraumer Zeit wird im Physikzentrum fleißig gebohrt und gewerkelt. Der Grund dafür ist der neben dem Haupteingang liegende Betonklotz, der dort in die Erde gegossen wurde und so langsam fertig wird. Ein modischer Physikhörsaal mit höchst modischer Fassade, die nur deswegen zur Hälfte aufgeraut ist, weil während der Arbeiten daran das Geld ausging1.

Toll!
Endlich ein eigener großer Hörsaal, der 180 physikinteressierten Personen kuscheligen Platz auf 3er-Bänken bietet. Das physikBlog-Team war exklusiv für euch dort, um die Sitze zu testen, diverse Schalter auf ihre Funktion zu überprüfen, Geheimgänge zu entdecken und Fotos zu machen.
Der Eintritt in den Hörsaal über den oberen Eingang eröffnet einem zuerst einmal einen Blick auf ein Loch in der Wand. Erst bei näherem Hinsehen lässt sich dieses Loch als mit Glasscheibe abgeschlossen identifizieren. Allgemein ist es im Inneren heller, als man es von außen vermuten würde. Der graue, momentan stilistisch unter der Avantgarde der Architekten sehr beliebte Beton, wird dort nämlich von diversen Oberlichtern und einer Reihe modernster Leuchstoffröhren aufgelockert.

Die Bänke mögen zwar für den ein oder anderen ein wenig spartanisch anmuten, sind aber doch recht bequem, hübsch und lassen einem über 1,75m großen Menschen auch endlich einmal Platz für die Beine. Besonderes Schmankerl sind die Steckdosen (2x Strom, 2x Netzwerk), die sich unter jeder Bank befinden, um auch Notebooks, Teslaspulen und Lockenwicklern ein angenehmes Vorlesungserlebnis zu ermöglichen.

Beamer gibt es noch keine, das “Mischpult” sieht aber die Aktivierung von drei Exemplaren vor. Was es allerdings schon gibt sind die Tafeln. Und nicht irgendwelche Tafeln, nein! Zwei schön lange Tafeln hat man dem Hörsaal spendiert, die man z.B. aus diversen amerikanischen Physikvorlesungen kennt2.

Dank unserer exzellenten Beziehungen zur RWTeH konnten wir auch einen Blick hinter die Kulissen werfen. Dort erwartet einen ein “geheimer” Gang mit Experimentiermöglichkeiten und Hochsicherheits-Safe (!), dessen Nutzen man uns aber nicht verraten wollte3. Ob dort Antimaterie gespeichert wird? Oder gar das Herz einer Lichtbogenlampe?

Weitere Bilder in meinem Picasa-Album.

  1. Jedenfalls haben wir das so von äußerst verlässlichen Quellen gehört, die wir aber leider an dieser Stelle nicht offen legen können []
  2. Wo sie allerdings elektronisch fahrbar sind und sich daraus tolle Späße ergeben! []
  3. Ok, wir haben gar nicht gefragt. []

Theo-Bingo

Liebe Seniorinnen und Senioren.

Es ist wieder so weit. Die Physikalische SeniorInnen Gemeinschaft lädt zum Theoretischen Bingo. Meister der Zermonie ist diesmal der allseits beliebte Herr Rudi Schmitz. Veranstaltungsort ist der Hörsaal 1, morgen um 10 Uhr. Über ihr Erscheinen freut sich der AK Bingo. Heizdecken sind selber mitzubringen.

Bis morgen

Wenn man nicht hinguckt…

Heute in der Experimentalphysikvorlesung gelernt, dass sich das elektrische Feld der Elektronen verhält, wie das Geräusch des umfallenden Baums im Wald, wenn man nicht hinguckt: Es existiert nicht (bzw. wird virtuell genannt).

Find ich irgendwie lustig.

Genauer: Die Elektronen haben ständig ein elektrisches Feld um sich herum, weil sie ständig geladen sind. Dieses Feld kann durch die Emission von Photonen – die Austauschteilchen der Coulomb-Kraft – beschrieben werden. Wenn man kein Teilchen in den Bereich der Wechselwirkung zu diesem Elektron bringt, dann werden zwar weiterhin Photonen ausgesendet, da man diese aber gerade nicht misst (sonst würden sie ja wieder wechselwirken), werden sie als nicht existent bzw. virtuell angenommen.

Physik für zukünftige Präsidenten

Wir stellen hier im physikBlog, dem edukativsten aller Weblogs ja manchmal Videos und Audios aus diesem Lieblingsinternet vor, die sich mit dem Vermitteln von Wissen beschäftigen. Halten Sie ihre Elektronen fest für eine neue Episode von “Schlau mit dem Netz”.

Ganz links, außer man hält die Karte flaschrum, dann nämlich ganz rechts, gibt es in den USA eine Universität, die zwar bei weitem nicht so bekannt wie die Uni Kassel oder gar die RWTH Aachen ist, dafür wesentlich mehr “B” enthält und, zumindest wenn man es von internettiger Seite betrachtet, etwas cooler ist: Die Universität zu Berkeley, oder mit Eigenname “University of Californica, Berkeley“, oder kurz UC Berkeley.

An eben jener Universität gibt es einen Physikkurs, der wohl mehr als breitbandiger Einführungskurs in die schönste aller Naturwissenschaften gedacht ist. “Physics 10″ oder mit Zweittitel “Physics for Future Presidents“. Und dieser Zweittitel qualifiziert die Vorlesung ins Wissensarchiv des physikBlogs aufgenommen zu werden. Schließlich müssen wir und schließlich müsst ihr wissen, was man so als zukünftiger Staats-, bzw. in unserem Fall: als zukünftiger Weltchef so drauf haben muss.
Das sind natürlich mechanische Vorgänge, Vorgänge in atomarer Größenordnung, so wie Radioaktivität oder, besonders wichtig für US-Präsidenten: Nuklearwaffen. Das ist Elektrizität und Wellen in jeder Form, eine Relativitätstheorie und das Universum (auch wichtig für US-Präsidenten, schließlich muss man wissen wo der Mars ist, wenn man schon da hin will!). Ein Rundumschlag über alles Interessante also.

Der Professor der Physikvorlesung für zukünftige Präsidenten ist Richard A. Muller, den man nicht mit Richard S. Muller oder dem bekannten Schriftsteller Richard X. Müller, oder gar Richard Feynman verwechseln sollte, macht nicht nur toll visuelle Vorlesungen, sondern auch sonst ziemlich abgedrehte Sachen. Davon kann sich der geneigte Internetsurfer auf der Heimseite von Richard B. Muller selbst überzeugen.

Bevor ich jetzt noch ausschweifender werde (gleich ist wieder der Potentialtopf des Datenbankeintrags voll!): Die Physikvorlesung für Zukunftspräsidenten gibt es online. Bei YouTube. Mit denen hat die UC Berkeley nämlich einen Deal abgeschlossen, bei dem die Uni eine Reihe von ihren Vorlesungen über das Videoportal online zugänglich macht.

Es folgt die erste Vorlesung, nach dem Klick die komplette Playlist der futuristischen Präsidentenphysik.

YoutubeDirektpräsident
‘Physik für zukünftige Präsidenten’ weiterlesen

Wissenschaftspodcasts: podcampus, Helmholtz.Podcast

Langsam, ganz langsam nimmt auch das moderne Internet (“2.0“) Einzug in die Universitäten: Man beginnt die Vorteile von (Video-)Podcasts zu entdecken.

Gut, es gibt sicherlich besser dafür geeignete Studiengänge als naturwissenschaftliche mit ihren ganzen Formeln und Herleitungen (ihr wisst schon: Die dunkle Seite der Macht. Geisteswissenschaften und solche abstrusen Dinge!). Trotzdem könnte man als technik-, und besonders: internetaffiner Professor ja einfach mal seine Vorlesung aufnehmen und sie der Welt zur Verfügung stellen. Ob das als aufwändig produzierte, folienunterlegte Version, oder als simple Audioaufnahme geschieht, das ist doch erst einmal völlig egal. Es geht schließlich um Vorlesungsbegleitung, nicht -ersatz.

2007-07-31_114516.pngWie so etwas aussehen kann, das zeigt podcampus.de. Auf einer WordPress-gestützten, ordentlich Web-2.0-Feature vollgepumpten Seite veröffentlicht das Multimedia Kontor Hamburg überregional wissenschaftliche und universitäre Beiträge. Oder in der Selbstdarstellung:

Podcampus ist eine Podcasting-Plattform für Beiträge aus Wissenschaft und Forschung. Vorlesungen und interessante Einzelveranstaltungen werden aufgezeichnet und als Audio- und Videodateien veröffentlicht. Ebenso gibt es eigens für Podcampus produzierte Bildungsbeiträge.

Eingegliedert in Themengebiete und Events (bzw. Institutionen) sind eine ganze Reihe von Audio- und Videobeiträgen frei verfügbar. Partner sind dabei ein schon einige Universitäten, Instituten und Gesellschaften. Einen Feed gibt es auch.

Bei der Physik erstrecken sich die neueren Beiträge eher über physikalisch angehauchte Philosophie-, Ethik-, bzw. Politikprobleme, blättert man im Archiv etwas zurück, gelangt man aber zu “klassischeren” Themen. In der Informatik sieht das Ganze schon anders aus: Hier wird beispielsweise von der Universität Freiburg fleißig über Sortieralgorithmen gepodcastet.
Aber besonders ein Blick über den naturwissenschaftlichen Horizont hinaus lohnt sich, es seinen da ein paar Beiträge (mit studientypischen langen Titeln) benannt: »Warum der Tod süß ist: Kann man religiös motivierte Selbstmordattentate evolutionstheoretisch erklären?« | »Welche Rolle spielt die Bioenergie neben Solar-, Wind- und Erdenergie?« | »Die Zukunft der Elektronik im Automobil« | »Vampire! Ein südosteuropäischer Beitrag zur internationalen Kulturgeschichte« | »Nachhaltigkeit braucht Klimaschutz« | »Gewalt in Computer- und Videospielen – neue Erkenntnisse zur Nutzung und Wirkung«.

2007-07-31_114902.pngEinen etwas schnurrbärtigeren Wissenschaftspodcast gibt es bei der Helmholtz-Gemeinschaft, den Helmholtz.Podcast mit Helmholtz (Link updated).Thema und Helmholtz.Schongewusst (Punkte zur Worttrennung sind fast so cool wie Großbuchstaben. Fast.). Kürzer und Populärwissenschaftlicher. Natürlich auch mit Feed.

Genug Hörstoff für die nichtvorhandenen freien Tage auf Mallorca und Java also.

Und, liebste Profs: Wär das nicht was?

Schrödinger-Gleichung

Pah, da wird sich in Experimentalphysik ein Ast abgebrochen, um die Schrödinger-Gleichung für ein bestimmtes Atom/Molekül aufzustellen und diese dann zu lösen. Und was macht der Major in HöMa IV? Rechnet das Ganze allgemein in ein paar Zeilen runter:

Schrödinger Gleichung

Geht doch!

Frauen

Physik ist wie eine schöne Frau – nur heute in der Vorlesung hatte sie Migräne.