Archiv für die Kategorie 'Universitäres'

November in Aachen: LHC erzeugt Mini-Schwarze-Löcher durch Weltraum-Nanotechnologie

Die Physikinstitute unserer Aachener Lieblingsuniversität packen im November ihre Jutesäcke zusammen, binden sie an einen Stock und ziehen damit hinaus in die weite Welt.

Es verschlägt sie ins Bürgerforum der RWTH, zu RWTHextern, um dort populäre und interessante Themen massentauglich allgemeinverständlich zu erklären. So, dass man sie auch ohne großartige Physikkenntnisse verstehen kann.

Am 7. November, also bereits übermorgen, gibt es einen Vortrag über das Schreckenstgespenst aller Schreckensgespenster: Mini Schwarze Löcher im CERN. Privatdozent (und Institutskollege) Oliver Pooth wird unter dem Vortragstitel »Schwarze Löcher von Menschenhand gemacht?« das, was wir hier im physikBlog sowieso schon alle wissen1 noch mal der Allgemeinheit anschaulich vortragen.
Solltet ihr mehr dazu wissen wollen, als auf diesem bescheuerten Blog mit der lila Kugel im Kopf steht, oder wollt ihr das noch mal von einem Profi erklärt haben wolle (und nicht von den bescheuerten Typen, die den ganzen Tag sowieso nur Katzenvideos gucken); dann geht am Samstag um 11:00 in den Fo2 im Karman-Auditorium der RWTH Aachen.

Am 21. November hält Professor Christopher Wiebusch eine Vorlesung zum Thema Universum: »Moderne Kosmologie: Die Entstehung und Entwicklung des Weltalls«. Ebenfalls 11:00, ebenfalls Fo2.

Die letzte Vorlesung dieser Novembervorlesungsreihe hält dann Professor Gernot Güntherodt am 28. November. Als Festkörperphysiker referiert er zum Thema »Nano – kleine Skala, große Wirkung«2. Gleicher Raum, gleiche Zeit.

Mehr Infos gibt es im Programmheft auf PDF-Seite 15 und 16.

  1. Nämlich dass die Dinger, wenn überhaupt, sofort wieder verschwinden. []
  2. Buzzwording! []

Elementarteilchen und physikBlog besuchen das CERN

Ein Elektron-Neutrino vor dem auseinander gefahrenen CMS-Detektor

Andi und André haben sie begleitet, Elektron, Photon, Tau- und Elektron-Neutrino, W-Boson, Up-, Strange- und Charm-Quark auf ihrem Weg zum europäischen Epizentrum der Teilchenphysik. Zum größten und potentesten Teilchenbeschleuniger auf der Welt. Zu wegweisenden Konzepten für die Zukunft der Beschleunigerphysik. Kurz: zum CERN.
Nach dem Klick erfahrt ihr mehr.

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physikBlog erklärt: Nobelpreis 2008 in Physik

In den letzten Tagen wurden wieder Nobelpreise verliehen. Und neben ein paar unbedeutenderen Wissenschaften auch in der Königsdisziplin. In der Physik natürlich. War es letztes Jahr der Kram aus Jülich, den man für die großen Datenmengen auf Festplatten braucht, ist es dieses Jahr irgendwas mit Symmetrie und lässt sich nicht mehr mit einem Satz zusammenzufassen.
Natürlich versuchen wir’s trotzdem: Symmetriebruch ist nötig, damit Materie (inkl. Protonen und Gnus) existieren kann, wie sie eben existiert.
Euch reicht das nicht? Kein Problem. Hier kommt für die besten aller Leser unser spezieller Erklärbär-Service.

Der Nobelpreis geht in den Bereich der Teilchenphysik hinein. Teilchenphysik? Schon mal gehört? Na klar! Da machen die doch gerade in der Schweiz was mit! Am CERN am LHC. Womit könnten wir also die Erklärung besser starten lassen, als mit einem Zitat aus unserer CERN’ed-Serie? Eben.
Aus dem Artikel zum LHCb:

Montag morgen, 9:25 Uhr. Ihr steht auf, gestern Abend war noch Einweihungsparty bei Peter und es gab reichlich Alkohol. Verkatert steht ihr im Bad und putzt euch die Zähne. Schließlich wollt ihr vor der Vorlesung um 10 noch etwas mit dem Prof besprechen. Aber was ist das? Euer Spiegelbild putzt sich nicht die Zähne sondern streichelt ein kleines Kätzchen auf dem Arm. Sollte ein Spiegel nicht das Gleiche, nur spiegelverkehrt wiedergeben?

Ungefähr so ist das nämlich mit den Symmetrien und den Symmetriebrüchen.
Es gibt verschiedene Arten von Symmetrien. Am besten vorstellen kann man sich die Spiegelsymmetrie. Wäre eine Katze eine Kugel, sähe sie vor einem Spiegel identisch aus. Aber seit 1923 gibt es auch katzenförmige Katzen. Mit Kopf und Schwanz. Und hier hört die Symmetrie auch schon auf: Vorne sieht die Katze anders aus als hinten. Zum Glück.

Da Physiker nicht mit Katzen und Spiegeln arbeiten1, muss das Ganze ein wenig abstrahiert werden. Anstelle von Katze und Spiegel nehme man jetzt das Vakuum undoder superduper tiefe Temperaturen. Im Rahmen des Mexikaner-Hut-Modells2 hat z.B. ein rundes Teilchen in der Mitte der Spitze des Huts symmetrische Eigenschaften. Aber wenn man nur ein bisschen am Hut oder am Teilchen wackelt, dann verliert es seine instabile Position in der Mitte des Huts und fällt in die Hutkrämpe herunter. Jetzt ist es in einem Grundzustand angelangt – befindet sich aber nicht mehr symmetrisch in der Mitte des Huts. Zack, Symmetrie verletzt.

Hut, hin oder her. Warum ist das jetzt so toll? Ganz einfach: Ohne Hut keine Katze! Und das wäre doch furchtbar!
Katzen bestehen nämlich aus Materie. Das ist in sofern erstaunlich, als dass es damalsTM, direkt nach dem Urknall3, als sich aus Energie langsam ein Brei von (Anti-)Materie bildete, ein Gleichgewicht von Materie und Antimaterie gab. Und dass die Katze nun nicht lila ist, auf den Ohren läuft und aus Antimaterie besteht, liegt an einem spontanem Symmetriebruch. Zumindest die letzte Eigenschaft. Irgendwie hat die Materie nämlich überhand gewonnen und ist teilweise bei der Antimaterie-Vernichtung übrig geblieben.
Ein anderes, bekanntes Beispiel von spontanen Symmetriebrüchen wäre z.B. der Zerfall von (Anti-)Kaonen, den wir schon im LHCb-Artikel beschrieben haben. Der Kaon-Zerfall war es, der initial darauf hindeutete, dass es Symmetriebrüche überhaupt gibt.

Und für die Erklärung solcher spontanen Symmetriebrüchen gab es jetzt den Physik-Nobelpreis.

Yoichiro Nambu, der die eine Hälfte des Nobelpreises bekam, hatte supraleitende Materialien in den 60ern untersucht, seine Feststellungen auf das Gebiet der Teilchenphysik übertragen und damit eine mathematische Beschreibung geliefert, die schließlich deutlich zur Entstehung des modernen Standardmodells in der Teilchenphysik beitrug.

Die andere Hälfte wird nochmal halbiert und auf Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa aufgeteilt, die spontane Symmetriebrüche bei Experimenten an Teilchenbeschleunigern erklären konnten4. Das machten sie mit einer dritten Generationen von Quarks. Ihr wisst schon, Quarks, das sind die Dinger, aus denen z.B. Protonen zusammengebaut sind.
Neben den anfänglichen up- und down-Quarks wurden so strange- und charm-, und dann eben auch bottom- und top-Quarks postuliert. Man fand auch tatsächlich alle dieser Elementarteilchen – das letzte, das schwere top-Quark erst 1995.
So haben wir also nicht zuletzt durch Kobayashi und Maskawa ein hübsches Standardteilchenmodell, aus sechs Quarks drei unterschiedlicher Generationen – natürlich mit weiteren sechs Antiquarks.

Wer mehr dazu wissen möchte, der möge sich das offizielle “Information for the Public”-Dokument des Nobelpreis-Komittees durchlesen. Das ist wunderbar allgemeinverständlich geschrieben und hat sogar eine Umarmung mit einem Alien inklusive5.

Von alpha-Centauri, dieser Physik-Erklär-Sendung von BR-alpha mit der unglaublich spacigen Titelmelodie, gibt es auch ein 15 Minuten Video zu Symmetriebrüchen. Eigentlich würde ich das jetzt hier einbinden, geht aber leider nicht. Daher leider nur der Direktlink, der das Browserfenster auch noch verkleinert (grrr!), das Video ist aber trotzdem empfehlenswert.
DirektSymmetriebruch

  1. Zerbrechen zu schnell und werden so schnell dreckig. []
  2. Ariba ariba! []
  3. Die älteren Leser mögen sich noch daran erinnern. []
  4. Die Quark-Mischende CKM-Matrix ist übrigens von den beiden Hübschen. []
  5. Und da sag einer, Physiker hätten keinen Humor. In einer Nobelpreiserklärung davon erzählen, man müsse aufpassen, wenn man das nächste mal Aliens umarmt, dass sie nicht aus Antimaterie bestehen. In einer Nobelpreiserklärung. Hihi. []

CERN’ed – Crashes Machen Spaß

Die Frontseite des CMS-Detektor
Frontseite von CMS – Foto von marcofantoni84

Warum wissen wir eigentlich soviel über das CERN, warum beschäftigt uns das so stark? Zum einen ist es natürlich eine weltweite Forschungseinrichtung und hat den größten. Teilchenbeschleuniger natürlich. Zum anderen ist unsere Lieblings-Eliteuniversität in ihrem elementarisiertem Teilchenphysikteil kräftig an diesem Projekt beteiligt, hauptsächlich in Planung, Entwicklung, Bau und mittlerweile auch Betrieb von CMS.

CMS-Logo mit lustigen kleinen Einhornflügeln. Oder Teilchenspuren. Wer weiß das schon. CMS, das ist eines der großen Experimente im LHC und wird, ähnlich wie ATLAS auf die Suche nach neuen Teilchen gehen. Ganz besonders heiß sind die Physiker bekanntlich auf das Higgs-Teilchen. Das Higgs-Teilchen, so besagt es die Theorie von Peter Higgs, sorgt dafür, dass bestimmte Elementarteilchen eine Masse bekommen, was man sich sonst nicht erklären könnte. Dazu aber in einem extra Artikel später mehr. Außerdem soll auch noch nach Hinweisen für andere Theorien wie SUSY und der Stringtheorie mit ihren 10 Dimensionen gesucht werden.

Und wie findet man nun diese Teilchen, wenn sie nicht gerade auf der Straße liegen? Man erzeugt sie. Gemäß Einsteinscher Massen-Energie-Äquivalenz braucht man einfach nur genug Energie, dann entstehen die schon. Die Energie kommt von den Protonen, die im LHC umhersausen und wird beim frontalen Zusammenstoß freigesetzt. Zur Detektion der Teilchen, die beim Zusammenprall entstehen, kommen nun verschiedene Bereiche innerhalb des zylindrischen Detektors zum Einsatz (von innen nach außen):

Aufbau des CMS-Detektors
1) Silizium-Tracker: Sie erfassen die Spur der entstandenen geladenen Teilchen, um daraus ihre Geschwindigkeit (bzw. physikalisch den Impuls) ableiten zu können.
2) ECAL/HCAL1: Die messen, wie weit ein Teilchen in Materie eindringt. Je weiter es rein geht, desto höher war seine Energie. Wie bei dem Auto, dass in das Haus fährt.
3) dicke Magneten: Sie erzeugen ein ca. 4 T großes magnetisches Feld, dass die Teilchen in ihrer Bahn ablenkt. Ohne dieses würden sie einfach geradeaus fliegen und man könnte ihre Geschwindigkeit nicht messen.2
4) Myon-Kammern: Mit ihnen werden die Bahnen von Myonen bestimmt – das sind Schwesterteilchen der Elektronen, nur in schwer. Dass sie extra Geräte benötigen liegt daran, dass sie einfach durch die anderen Teile fliegen und nichts machen. Man sieht sie also nicht.

Zur Verdeutlichung des Aufbaus hier noch eine Flash-Animation.

Je nach Krümmung der Bahn liegt ein größerer oder kleinerer Impuls vor und zusammen mit der gemessenen Energie kann man dann die Masse der Teilchen bestimmen. Und über die Masse sind die Teilchen schließlich unterscheidbar und definiert.

Ein Blick in das innere von CMS, ist aber mittlerweile zusammengefahren. Soweit so gut, aber das macht ATLAS auch alles so ähnlich und hat auch ein ähnliches Augenmerk auf das, was gesucht wird. Doch warum gleich zwei dieser Experimente, die nicht gerade billig sind? Einerseits ist es nicht verkehrt, wenn man etwas neues und unbekanntes misst, das Gemessene gleich durch eine unabhängige Messung verifizieren zu können. Andererseits erwartet man so schneller die gesuchten Teilchen zu finden, immerhin suchen jetzt zwei Augen statt nur einem.

Der CMS-Control-Room Und CMS sucht viel und effektiv. Innerhalb einer Sekunde produzieren alle Detektoren eine Datenmenge, die 10.000 Encyclopaedia Britannica entspricht.3 Oder für die jüngeren unter euch: ca. 2342,314 Wikipedias. Für die Güte der Daten soll der größte jemals produzierte Magnet sorgen, der auch das Besondere an CMS ist: Nur die Myon-Kammern sind außerhalb, alles andere ist innerhalb des Magneten platziert. Daher ist das alles extrem kompakt und es passt kein Kätzchen mehr rein4 – ist vielleicht auch besser so. Die Strahlung wäre nicht gut für das Kleine. Der ganze Aufwand hat jedenfalls den Vorteil, dass der Magnet die Messung nicht stört, weil die Teilchen erst die Messgeräte und dann den Magneten passieren.
Die Kompaktheit ist übrigens auch der Namensgeber: Compact Myon Solenoid.

Damit das auch alles so klappt, gibt es eine Menge Leute, die daran mitarbeiten. Seit 1992 hat sich die Zahl derer, die mit planen, organisieren und werkeln stetig erhöht. 2003 waren es dann 2300 Leute aus 159 Instituten und 36 Ländern.5 Wie eingangs schon erwähnt, bemüht sich auch die RWTH an diesem Projekt und kümmert sich im Wesentlichen um Bereiche der Silizium-Tracker-Entwicklung (I B und III B) oder Myonen-Kammer-Entwicklung (III A).

Und wem das Zugucken bei Andi-und-André-machen-Physikpraktikum langweilig geworden ist, der kann den Leuten im CMS-Control-Room bei der Arbeit über die Schulter blicken.

  1. Das ECAL (Electronic Calorimeter) ist auf geladene Teilchen, z.B. Elektronen, ausgelegt; das HCAL (Hadron Calorimeter) ist auf hadronische Teilchen, z.B. Protonen, Neutronen, ausgelegt. []
  2. Für die Interessierten: Die Geschwindigkeit kann man nicht einfach mit zwei Lichtschranken oder sowas messen, weil sich die Teilchen alle fast mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Und das ist so schnell, dass man eigentlich nur messen kann, dass sie mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind. Man braucht es aber etwas genauer, sonst wirkt ein Kätzchen nachher wie ein Löwe oder ein Nacktmull. []
  3. Ein paar weitere Trivia-Facts gibts auf den CMS-Seiten. []
  4. Eigentlich passt noch nichtmal ein zusätzliches Kabel rein. Sollte also irgendwer in der Planung ein Kabel vergessen haben, so hat derjenige echt ein Problem, denn es passt einfach nicht mehr rein. []
  5. Quelle: CMS-Seite []

CERN’ed: Der Weg zum LHC

Wer kennt das nicht: Man hat einen 27 km langen Tunnel über und weiß nicht, was man damit anstellen soll. Klar, normalen Menschen fallen da sofort ganz bestimmte sinnvolle Dinge ein mit Schlagworten wie Marathonlauf1, Vernissage2, Karussel3 oder auch Atommüll-Endlager4. Nun sind Physiker aber nunmal keine normalen Menschen, sondern eben Physiker. Und da beim CERN so viele Menschen dieser Art versammelt sind, war es klar, dass etwas anderes rauskommen würde.

Der Tunnel des LEP unter der Schweiz und FrankreichDoch fangen wir vorne an: Das CERN hatte zwischen 1989 und 2000 den LEP (Large Electron-Positron Collider) in Betrieb; ein Speicherring, in dem Elektronen und Positronen beschleunigt und aufeinandergeschossen wurden. Und für eben diesen LEP-Beschleuniger wurde ein Tunnel gebohrt, ausgehend vom CERN-Gelände und (fast) kreisrund mit einem Umfang von 26,7km.

Der LEP hatte seine Aufgabe erfüllt5, und da man ein Experiment nunmal irgendwann beendet, auch wenn es noch so viel Spass macht, beschloss man den LEP-Beschleuniger im Jahre 2000 auszuschalten. Leider ist ein Tunnel aber teuer. Sehr teuer. Wirklich teuer. So kostete der Bau des LEP (Tunnel und Beschleuniger, aber ohne die Experimente) 1,3 Milliarden Schweizer Franken6. Das ist viel Geld, sogar für Schweizer. Zwar war klar, dass man die Geräte nicht mehr gebrauchen kann, aber der Tunnel war da – und so ging die Suche nach einem sinnvollen Nachfolge-Experiment los.

Eigentlich bestand die Idee für den LHC schon, bevor der LEP überhaupt gebaut war7. Bereits 1984 wurde in einem Symposium in Lausanne8 beschlossen, nach dem LEP eine Maschine zu bauen, die Protonen gegeneinander schleudert. Und da “Große Protonen-Schleuder” doch zu stümperhaft klang, gab man dem Ganzen den Namen “Large Hadron Collider” oder kurz LHC. And here we are.

Nach den 16 Jahren Planung wurde 2000 der LEP aus dem Tunnel ausgebaut. Dafür mussten 40.000 Tonnen Material aus dem Tunnel (maximale Tiefe 135m) an die Oberfläche geschafft werden, das entspricht in etwa dem Gewicht von 13 Millionen Kätzchen, mit dem Problem, das Magnete nicht laufen können. Außerdem müssen die Kavernen für die Experimente vergrößert und erweitert werden, Zuleitungstunnel werden gegraben, der Tunnel wird neu vermessen und so weiter und so fort, kurz: Man hat genug zu tun.

Wer die Marmelade leer macht, der muss neue aus dem Keller holen. Kaum ist der Tunnel also leer, fängt man auch schon an ihn wieder voll zu machen. Also alle Magnete wieder rein9, neues Rohr für die Protonen gebaut, damit die auch in Ruhe fliegen können, und alles schön aneinander bauen. Fertig.
Das hat nochmal 8 Jahre gedauert. Eben bis 2008.
Und jetzt kann’s los gehen.

Ach ja: Wer es noch genauer wissen will und findet dass Stichpunkte eh viel cooler sind als ganze Sätze, der findet hier in übersichtlicher Weise die Geschichte des LHC zusammengefasst.

  1. “Der CERN-Marathon ist berühmt dafür, dass man sich voll und ganz auf seinen eigenen Laufstil konzentrieren kann: Nichts lenkt ab.” []
  2. “Das Tunnelambiente verbindet sich vorzüglich mit dem Werk des Künstlers und schafft eine Atmosphäre von unendlicher Tristesse.” []
  3. “Die nächsten 27 km sind rückwärts!” []
  4. Scheiterte wohl an der zu reichen Bevölkerung um den Genfer See. []
  5. So wurden hier die Massen der W- und Z-Bosonen sowie die Zahl der leichten Neutrino-Familien bestimmt []
  6. das sind nach heutigem Kurs etwa 800 Mio.€, aber den heutigen Kurs darf man da auch eigentlich nicht ansetzen, ist ja schon ein paar Jährchen her []
  7. Physiker sind vorausschauende Menschen []
  8. man will ja auch nicht immer von der gleichen Seite auf den Genfer See gucken []
  9. Aber natürlich neue, bessere, tollere. Eigentlich sogar die Tollsten. []

Ein neues Gesicht

Schau an, schau an. Da will man eines schönen Morgens nur mal eben schauen, was für Prüfungen denn so in nächster Zeit auf einen zuschippern und BAMM:

ein neues Gesicht auf der CampusOffice Seite.

Schmachtenberg48. und neuer Rektor der RWTH

Nicht mehr dieser gemütliche dreinschauende Herr mit weißem Haar, auch bekannt unter dem Namen Univ.-Prof. Dr.rer.nat Burkhard Rauhut. Nein, ein neuer Kapitän hat das Steuer der wohl besten Universität technischen Hochschule übernommen.

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Ernst M. Schmachtenberg

Am 31. Juli endete die Amtszeit von Burkhart Rauhut und nach 9 Jahren Captains-Deck, neue Gebäude bauen und die Exellenz in trockene Tücher holen, hat er sich seinen Ruhestand wohl redlich verdient. Und damit er nicht ganz ohne Erinnerungen an Aachen in tausend und eine Nacht1 eintauchen muss, wurde er noch fix mit einem goldenen Rettungs Ehrenring belohnt.

Auch das physikBlog sagt Danke und wünscht eine Gute Reise und begrüßt natürlich den Neuen.

  1. er geht an die Oman-German University of Technology, die der RWTH Aachen angehört, quasi ein Außenposten mit “mehr Frauen” – sagt er []

Feynman an der RWTH – LIVE!

Richard Feynman gilt als einer der coolsten Physiker des letzten Jahrhunderts. Er hatte nicht nur eine mega stylische Frisur, sondern sagte auch so kluge Sätze wie: “Wissenschaft ist wie Sex – manchmal kommt etwas Nützliches dabei heraus, aber das ist nicht der Grund, warum wir es betreiben.” Und eine ganze, ganze Menge mehr.

Was viele nicht wussten, ist, dass Feynman auch sonst so Einiges drauf hatte. Neben dem kleinen und dem großen Einmaleins hat er auch Pionierarbeit auf dem Gebiet der Quantenelektrodynamik, QED, betrieben. Und das fand seine Oma auch ganz dufte. Denn Feynman hielt es ganz wie Einstein mit seiner Ganzheitlichen Oma Theorie (GOT, Man hat es erst verstanden, wenn man es seiner Großmutter erklären kann) und war immer bemüht die noch so schwere Theorie in verständliche Form zu hüllen.
Legendär sind seine Vorlesungen, in denen er hochkomplexen Stoff von Dekaden von Forschungsarbeit fast ohne Formeln seinen Studenten vorstellt.

Damit wir uns selbst von seiner Genialität und Legendarität überzeugen können werden wir die Feynmanschen Douglas Robb Memorial Lectures gemeinsam mit allen Interessierten und Interessiertinnen (sprich: EUCH) im Rahmen der Elementarteilchen-I-Vorlesung von Prof. Stahl anschauen. Und nebenbei die QED verstehen. Komplett.

Los geht’s am Donnerstag, 8. Mai um 17:30 im brandneuen Physik-Hörsaal im Physik-Zentrum. Dann setzen wir eine Woche aus und werden die verbleibenen drei Vorlesungen in den folgenden Wochen schauen.
Popcorn, Cola und Photonen sind selbst mitzubringen.

Wer einen von den Erziehungsberechtigten unterschriebenen Entschuldigungszettel vorweisen kann, der bekommt auch von uns den Link, unter dem man sich die Vorlesung im Internet anschauen kann.

Horizonterweiterung beim Tag der Informatik 2007


Keinlogo: TdI.de

Manchmal, aber nur manchmal, haben Physiker ein kleines bisschen Horizonterweiterung gern. Sagt man. Hab ich gehört.

Deswegen könnte für den ein oder anderen der Tag der Informatik am Freitag, 7. Dezember im Informatikzentrum der horizonterweiternde Trip für’s Wochnende sein.
Wolltet ihr nicht schon immer wissen, wie so ein Quantencomputer funktioniert und aussieht? Oder wie ihr die vielen Daten eurer kommenden BlueRay-Sammlung auf Festplatten speichert und sie in kleinen Stücken via E-Mail zu eurem Lieblingskommilitonen verschickt? Oder wie ein auf Disketten1 kopierter HD-DVD-Film in möglichst wenig Containern einen möglichst kurzen Weg zur Mutti zurücklegt?
Eben.
Dabei kann man dann noch künstlichen Intelligenzen beim Kämpfen zusehen. Kann ja auch ganz interessant an, kommt schließlich auf die inneren Werte an.

Genug Gründe also, die Katakomben der Informatik am 7.12. aufzusuchen.

  1. Altes Speichermedium, das durchschnittlich erlaubte 0,84 Grundgesetze, 0,69 Gesetzeserweiterungen und die komplette Briefsammlung2 1946-1989 abzuspeichern. Entspricht in heutigen Einheiten etwa 0,2 YouTube-Videos oder 7863 Googlesuchergebnisse (die ersten 10 Seiten). Oder eine sog. dll-Einheit []
  2. Altes Kommunikationsmedium, meistens in direktem Zusammenhang mit Papier zu finden. Wurde viele Jahre zur Langstreckenkommunikation benutzt und ist Grundstein des Internetversenders DHL. Seit der Abschaffung von ‘Handschrift’ und ‘Papier’ in den frühen Jahren des 21. Jahrhunderts langsam aussterbendes Kommunikationsrelikt. Einige Exemplare von “Brief” finden sich in den großen Nationalmuseen Deutschlands, z.B. im Deutschen Museum direkt neben dem Z3. []

Jülich stockt auf

JUGENEUnser Nachbar- und Lieblings-Forschungszentrum Jülich hat aufgestockt in Sachen Rechnerleistung. Mit JUGENE hat Jülich nach JUBL den zweiten Superrechner, der in der Top500-Liste der schnellsten zivil genutzten Rechner aufgelistet ist. Und das tollste ist, JUGENE ist mit seinen 65.536 CPUs und 167,3 Teraflops sogar auf Platz 2!

Wenn das mal nicht Elite ist…

RWTH ist Eliteuniversität

Eigentlich war es ja klar, aber jetzt haben wir es noch einmal schriftlich:

Die RWTH Aachen ist Elitehochschule.

Herzlichen Glückwunsch.
Danke.

Pressespiegel: