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CryoSat-2 hebt ab… und das physikBlog ist dabei

Das Space Shuttle Discovery startete gestern mit diesem heißen Startbild. Bild der NASA.

Übermorgen, am Donnerstag, den 8. April 2010 werden endlich die großen Neuigkeiten des iPhone OS 4.0 bekannt gegeben. Endlich! Oh. Falsche Einleitung. Das kommt davon, wenn man die ganzen Tage nur von iPad und iPad und iPad liest. Ich probier’s nochmal.

Übermorgen, am Donnerstag, den 8. April 2010 wird endlich der CryoSat-2-Satellit auf seine Bahn geschickt. Und das physikBlog wird für euch vor Ort sein und vom Start berichten – live aus dem ESA-Kontrollzentrum.
Aber fangen wir vorne an…

Was bisher geschah…

CryoSat-2. Von unten. Bild der ESA.

Eigentlich müsste bereits ein CryoSat über unseren Köpfen seine Kreise ziehen. Seit fünf Jahren schon. Und das würde er auch, wenn da nicht diese verflixte Elektronik wäre. Am 8. Oktober 2005 startete der Originalsatellit CryoSat vom russischen Raketenstartplatz Plessezk. Leider konnten Raketenstufe zwei und drei nicht voneinander lassen und trennten sich nicht wie geplant – die Rakete kam auf eine falsche Bahn. Ein für solche Situationen vorgesehenes Notfallprogramm wurde eingeleitet und die Rakete kontrolliert irgendwo im Meer versenkt. Mit ihr der Satellit.
Schon bald nach dem Fehlstart war klar, dass die Anwendungsgebiete des Satelliten immer noch höchst interessant waren. Und so baute man einen nahezu identischen Bruder zu CryoSat – und gab ihm den fetzigen Namen CryoSat-2.

Aber CryoSat-2, was ist das eigentlich? Und welche Farbe hat das?

CryoSat-2 ist ein von EADS Astrium gebauter Satellit des ESA-Living-Planet-Programms, der die Kryosphäre, also die mit Eis bedeckte Fläche unseres Lieblingsplaneten, untersuchen soll. Zur Vermessung der Welt des Eises greift CryoSat-2 dabei auf SIRAL zurück. Das ist kein Putzmittel, sondern steht für SAR/Interferometric Radar Altimeter und ist ein Radarhöhenmesser, mit dem Höhe, Dicke und Neigung des Eises untersucht werden können. Man gewinnt wichtige Daten über die Schmelzenvorgänge des Eises und den daraus resultierenden Effekten1, die man schließlich zu Klimaberechnungen benutzen kann.
Zwar gibt es auch jetzt schon Satelliten, die das ewige, das nicht so ewige und das ehemals ewige Eis beobachten, aber keiner tut das mit der Präzision und Abdeckung von CryoSat-2. Insbesondere die Dicke des Eises kann bisher nicht mit genügender Genauigkeit vermessen werden. Gerade diese ist aber natürlich sehr wichtig, möchte man die Gesamtmenge des Eises auf der Erde und dessen Schmelzrate bestimmen.

Spetrakanalyse von CryoSat-2. physikBlog-Exklusivdarstellung.

Eine exklusive physikBlog-Spektralanalyse von CryoSat-2 hat übrigens ergeben, dass das Gerät zur Hälfte gold/silber und zur Hälfte blau/silber ist.

Bei der ESA gibt’s mehrere Seiten zu CryoSat bzw. CryoSat-2, auf denen ein Haufen Kram mit wunderbaren Bildern und Animationen erklärt wird. Toll!
Living Planet Programme – CryoSat-2
Special: CryoSat

Auch Florian kam uns2 zuvor und hat in seinem Blog ausführlich über CryoSat-2 berichtet.

Und jetzt?

CryoSat-2 wurde Anfang des Monats in seine Trägerrakete installiert und wartet jetzt fröhlich bis gespannt auf seinen Abschuss. Die Trägerrakete ist dieses Mal eine russische Dnepr-Rakete, die aus einem Raketensilo des Weltraumbahnhofs Baikonur startet3. Bei der Dnepr handelt es sich um eine umgebaute Interkontinentalrakete der Russen aus dem kalten Krieg, die man jetzt für 30 Millionen Dollar für seinen Lieblingssatelliten buchen kann4. CryoSat-2 sitzt im Kopf der Rakete, im »Krokodil«, das die wissenschaftliche Last auf 700 km Höhe aus seinen Zähnen entlassen wird.
Heute gab’s ein Rehearsal, eine Generalprobe, bei der die Kommunikation zwischen Baikonur und dem ESOC, dem Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt getestet wird. Von dort wird die Mission begleitet.

Und übermorgen?

Hightech mit Holzverkleidung: Kontrollraum der ESOC (Quelle: Wikimedia)

Übermorgen wird es dann losgehen. Irgendwann gegen 17:00 wird die Rakete aus ihrem Silo geschossen und Kurs auf die ISS Unendlichkeit nehmen.
Die ESA hat Deutschlands raketigstes Blog eingeladen, den Start vom ESOC aus zu begleiten. Und das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Daher startet hier Donnerstag mittag die Livebloggerei.

Und mit ein bisschen Glück gibt’s sogar heiße Raketenstartbilder. Rrrr5.

  1. Wie sich übrigens die Zeiten geändert haben…: Noch vor fünf Jahren wollte man CryoSat(-1) hochschießen, um überhaupt festzustellen, ob Eis schmilzt. Darum geht’s jetzt nicht mehr – jetzt geht’s um das »Wie«. []
  2. wie immer []
  3. Der Start musste übrigens ein paar Tage verschoben werden, weil auf dem Flughafen zuviel los war. Ich finde das schon irgendwie cool. Zuviel los. Auf ‘nem Weltraumflughafen. Tz. []
  4. Über die der Dnepr zugrunde liegende Interkontinentalrakete R-36M könnte ich mich ja noch auslassen! Größte gebaute Interkontinentalrakete. 36 Meter lang, 3 Meter dick. 11.000 km Reichweite. Umgerüstet zum Tragen von 10 Atomsprengköpfen, so dass mit einer einzigen Rakete die Fläche von Bayern bebombt werden konnte. Aber lassen wir das. Erstmal. []
  5. Dieses R ist zu rollen – sonst funktioniert das nicht []

Veranstaltungshinweis: Physikanten & Co. an der RWTH

Die Physikanten machen Damf!

Physik kann Spaß machen, das ist unsere Devise hier im physikBlog. Manchmal braucht es dazu süße Katzen oder heiße Raketenstartbilder, manchmal geht das aber auch einfach mit Leuten, die Spaß an der Materie haben und das ganze auch vermitteln können.

Deshalb machen wir Die Physikanten sind solche Leute. Die Dortmunder Wissenschaftler zeigen Experimente in Sendungen wie »Kopfball« oder »Frag doch mal die Maus« sowie bei Auftritten zu diversen Gelgenheiten. Eine solche Gelegenheit ist die Physikwoche für hochbegabte Schüler, deren Einführungsveranstaltung schon von so Größen wie Metin Tolan Physik der breiten Masse zugänglich gemacht wurde.

Das Programm — eine Mischung aus Comedy und Wissenschaft in Form von Experimenten — scheint sich im Wesentlichen an Schüler zu richten, aber natürlich ist jeder interessierte Zuhörer willkommen. Dank der Unterstützung der Sparkasse Aachen ist der Eintritt kostenfrei. Wenn ihr interesse habt:
Sa, 16.01. um 17:30 Uhr im Hörsaal Fo1 des Karman-Auditoriums.

physikBlog-Exkursion zur Expedition Zukunft/SciencExpress

SciencExpress

Vor knapp zwei Wochen haben wir’s vorgeschlagen.
Und obwohl sich keiner von euch gemeldet hat1, wir ziehen das durch.

Wir expeditieren zur Zukunft; zum SciencExpress. Und ihr dürft mitkommen!

Die 1. physikBlog Exkursion findet am kommenden Freitag, 15. Mai um 11:00 14:002 statt. Gemeinsam mit den weltbesten und -interessiertesten Lesern (euch!) wollen wir den Expedition-Zukunft-SciencExpress im Aachener Hauptbahnhof besichtigen.

Wie sieht das aus? Habt ihr Lust? Wer ist dabei? Ein kurzer Kommentar weiter unten wäre toll!

Achtung: Wir haben die Zeit wegen akut anzunehmener Schulklassendichte auf 14:00 verlegt!

  1. Mangelnde Aufmerksamkeit hat uns ja noch nie gestört. Das steht schließlich schon in unserem Manifest! []
  2. Treffen unter der großen Anzeigetafel. []

physikBlog und Aachen – Treffpunkte der Wissenschaft

Forschungsexpedition Deutschland

Es gab das Einsteinjahr, das Jahr der Informatik und das Jahr der Mathematik1.
Auch dieses Wissenschaftsjahr 2009 steht unter einem Motto: Forschungsexpedition Deutschland.
Es wird der Pionier- und Forschergeist Deutscher Wissenschaftler präsentiert, modern, wie sich das gehört, natürlich auch mit angeschlossenem Twitter-Account.

Dazu gibt es auf überregionaler Ebene eine Wanderausstallung. Gut, eigentlich eine Fahrausstellung. Denn extra zum Wissenschaftsjahr wurde mit dem »SciencExpress« ein Zug in eine fahrende, 300 Meter (!) bunte Ausstellung verwandelt, die das ganze Jahr über mehr als 60 Deutsche Städte aufsucht.

Aber das ist noch nicht alles. Denn zusätzlich zum bundesweiten Angebot gibt es auch in vielen Städten lokale Ausstellungen und Vorführungen im Rahmen des Wissenschaftsjahr. Alle sind zusammengetragen auf der Forschungsexpedition-Webseite.

SciencExpress

Im physikBlog-Epizentrum Aachen finden so beispielsweise vom 11. bis zum 16. Mai verschiedene Aktionen unter dem Motto »Genug Lebensenergie für Alle?« statt. Es geht um erneuerbare Energien, fortschrittliche Energieausnutzung und neue Ideen und so Kram. Sehr interessant, also!
Wann was stattfindet, steht im offiziellen PDF der Stadt2, welches auf der rechten Seite der Webseite www.aachen.de/treffpunktwissenschaft verlinkt ist.
Ein Highlight ist sicherlich auch hier der SciencExpress, der vom 14. bis 16. Mai auf Gleis 6 des Aachener Hauptbahnhofs halt macht.

Das physikBlog wird bestimmt die ein oder andere Veranstaltung besuchen.
Und vielleicht gibt’s ja auch die erste physikBlog-Exkursion zum SciencExpress? Na, Leser, wie sieht das aus? Habt ihr Lust?

  1. Was dazwischen passiert ist, lassen wir mal lieber außen vor! []
  2. Lokale Kopie. []

Veranstaltungshinweis: finsterer Vortrag aus Tübingen

Als das informativste aller physikBlogs da draußen ist es natürlich unsere Pflicht und Aufgabe, euch auf interessante Veranstaltungen hinzuweisen. Der heutige Hinweis gilt dem Vortrag “Dunkle Materie, dunkle Energie (finstere Gedanken) – moderne Entwicklung in Kosmologie” von Prof. Dr. Hanns Ruder, der für alle Physikinteressierten geeignet ist.

Hanns Ruder ist Professor für Astrophysik an der Universität Tübingen und erzählt in seinem Vortrag einiges zu unsichtbaren Dingen in dem riesigen Dingens mit den Sternen drin. Da wir aber wissen, dass es diese unsichtbaren Dingse geben muss, ist die interessante Frage, wie man sie sichtbar machen kann.
Sein letzter Vortrag “Was auch Einstein sicher gern gesehen hätte – Visualisierung relativistischer Effekte” von Oktober 2005 fand einen voll besuchten Roten Hörsaal mit begeistertem Publikum vor, daher gehe ich von einem ebenfalls guten und lustigen Vortrag in diesem Jahr aus.

Um 18:30 Uhr am Montag, den 26.01.1 könnt ihr live im Roten Hörsaal großen Hörsaal AM im Audimax der RWTH dabei sein.

Das physikBlog wird jedenfalls vor Ort sein, ihr auch?

  1. also nächste Woche []