Achtung: Keine Erdachse, sondern eine Erdechse. Trotzdem ziemlich verrückt. (Foto by marfis75 on flickr)
Die Erde hat eine Verschiebung. Keine Streifenverschiebung zwar, aber mindestens genauso schlimm. Eine Achsenverschiebung!
Falls das physikBlog eine Schwachstelle hat, dann ist es die fehlende Überdisziplinaritätovierung1. Natürlich ist das keine wirklich bedeutende Schwachstelle, wenn überhaupt von Hyperfeinstrukturgrößenordnung, schließlich ist physikBlog der Superlativ von perfekt. Aber um wahrhaft physikBlog2 zu sein, tut halt auch ein gewisses Maß an Selbstkritik Not. Dem ist hiermit jetzt aber auch für das nächste Jahrzehnt genüge getan. Aber jetzt kommt der Schock: Das nächste Jahrzehnt wird ganze 4,6 Millisekunden kürzer als das letzte! Grund ist die Geophysik3.
Vor einigen Tagen gab es, wie ihr sicherlich aus der von euch bevorzugten Neuigkeitenquelle4 erfahren habt, ein schweres Erdbeben vor der Küste Chiles – es war das siebtschwerste jemals gemessene Erdbeben. Und dieses Erdbeben hat die Erdachse verschoben. Und deshalb dreht sich die Erde schneller. Kann man kaum glauben5, ist aber wirklich so. Einen interessanten Artikel darüber findet man zum Beispiel auf Spiegel Online.
Was passiert ist? Der Erdrutsch bewirkt, dass sich große Massen näher an die Erdachse bewegen. Und wie wir alle aus dem Physikunterricht wissen, dreht sich ein Körper schneller, wenn sein Trägheitsmoment kleiner ist. Bleibt die Masse gleich6, so ist das Trägheitsmoment kleiner, wenn die Masse näher an der Drehachse liegt. Dieser Effekt bewirkt im Falle des Erdbebens einen zusätzlichen Drall der Erde – sie dreht sich nun pro Tag 1,26 Mikrosekunden schneller. Das kann man zwar nicht messen, aber berechnen.
Zusätzlich hat die Verschiebung eine Versetzung der Erdachse um 8cm7 bewirkt. Da ich keine Geophysik kann, kann ich das aber nicht erklären. Erklärungsversuche gerne in den Kommentaren!
Zum Glück wird sich die Erde schon bald wieder genauso schnell drehen, wie sie das noch vor 2 Wochen getan hat. Der Grund dafür ist der Mond, der die Erde ständig ein wenig abbremst. Der Mond kann eben nicht nur Werwölfe und Wetterwechsel, sondern auch alles, was Doktor Brausefrosch kann.
Danke, Mond!
Da wir nicht nur die tollsten und hübschesten, sondern auch die intelligentesten und coolsten Leser Deutschlands haben, können wir einfach mal annehmen, dass ihr schon mal etwas von Mathematik gehört habt. Ihr wisst schon. Der Kram mit den Zahlen, den vielen Pfeilen und Klammern und so. Und mit Sätzen, die man fünfmal lesen muss, ehe man die griechischen Leihwörter vom Rest getrennt hat.
Aber Mathematik ist ja eigentlich schön. Gut, nicht physikschön und für die meisten wohl auch nicht »Zum Einschlafen ringintegrieren wir mal einen Homomorphismus«-schön, aber einen speziellen Charme kann man ihr nur schwerlich absprechen.
Schließlich hat sie es irgendwie geschafft, sich überall rein zu mogeln.
Überall. Auch in die Natur.
Gerade in die Natur.
Und um dieses Zusammenspiel von Mathematik und Natur zu illustrieren hat die Studentin Nikki Graziano »Found Functions« gestartet. In dieser Fotoserie fängt sie Motive ein, an die sie in der Nachbearbeitung mathematische Funktionen anpasst.
Das passt manchmal sehr gut, manchmal weniger, sieht aber meist toll aus. Und die Idee allein!
Vielleicht mag sich ja der ein oder andere davon inspirieren lassen.
Achtung! Diese Terrorkatze wird international gesucht!
Telepolis, das Magazin für neumodischen Krams und wissenschaftliche Dings, hat Werner Gruber zum physikalischen Verständnis von Terroristen befragt. Herr Gruber ist Physiker und Neurowissenschaftler an der Uni Wien und beschäftigt sich mit teilweise exotischen Themen wie der Physik von Papierfliegern. Wie das physikBlog auch, versucht er Leuten eine Seite der Physik zu zeigen, die nicht so trist ist, wie die Erinnerungen der meisten an den Physikunterricht der 9. Klasse.
Im Gespräch gibt Herr Gruber teilweise verrückte Anhaltspunkte, wie einfach man effiziente Sprengstoffe und Gifte herstellen kann. Wusstet ihr z.B., dass eine Ananas und ein Kunststoffbehälter kombiniert eines der stärksten Gifte der Erde ergibt? Seine Grundaussage ist damit, dass Terroristen keine Ahnung von Physik haben und das auch eigentlich ganz gut so ist, zumindest für uns. Gleichzeitig bedeutet das aber auch für den Überwachungsterror z.B. an Flughäfen das sichere Scheitern, sollten es Terroristen mal ernst meinen.
Das ist ein sinnloses gegenseitiges Hochrüsten, das bringt nichts. Das ist nichts als ein Supergeschäft [für die Sicherheitsfirmen] – und eine Belästigung für alle.
PS: Wenn ihr mal zufällig in Wien seid, dann schaut euch doch mal die Science Busters an und sagt uns, wie es war. Es soll jedenfalls ziemlich genial sein!
Blitz. Donner. 40 Mal pro Sekunde auf dem gesamten Erdball. Für viele Menschen sind Gewitter eine sehr anziehende Angelegenheit, wenn auch teilweise sehr beängstigend. Aber wer weiß schon, wie so ein Blitz funktioniert? Wo kommt er her, wo geht er hin und was hat Shakespeare damit zu tun? Ich versuche im folgenden Artikel einmal, die Hintergründe der Blitzentstehung verständlich zu erklären.
Um das ganze etwas übersichtlicher zu machen, teile ich diesen Post in fünf Teile, wobei die ersten vier die Phasen der Blitzentstehung beschreiben. Und weil wir hier im physikBlog sind, Deutschlands Insider-Blog für heiße Raketenstartbilder, sind die Phasen einem Raketenstart nachempfunden — erklärt natürlich mit Katzenparabeln.
Phase I: Befüllen der Tanks
Die Cumulonimbus-Wolke kündigt ein sich anbahnendes Gewitter an. (Bild: Wikipedia)
Wie bei einer Rakete, einem Auto oder auch nur bei der Katze vor dem Sprung: Um irgendetwas zu erreichen, muss eine bestimmte Energie verfügbar gemacht werden. Im Falle von Rakete und Auto ist das der Treibstoff im Tank, bei der Katze die in den Fetten und Zuckermolekülen gespeicherte Energie und im Falle des Blitzes ist es elektrische Energie, bzw. eine Spannung.
Vom Prinzip her das Gleiche, wie bei euch zu Hause in der Steckdose: positive und negative Ladungen sind voneinander getrennt und wollen sich so lange bewegen, bis sie sich gegenseitig neutralisiert haben. Dieses Streben nach Ladungsausgleich nennt man Spannung oder Potential — das Potential, etwas zu tun. Deswegen können wir auch den elektrischen Dosenöffner für das Katzenfutter betreiben.
Wir im physikBlog, Deutschlands allumfassendsten Blog, bemühen uns ja immer euch möglichst allumfasssend zu informieren.
Jetzt ist es aber so, dass eure Lieblingsautoren1 allesamt in Bereichen der Teilchenphysik studieren. Und es ist so, dass gerade irgendwo da in der Schweiz, tief unten im 52. Untergeschoss, diese absolut fetzigste Maschine aller Zeit steht.
Ihr merkt schon, wir haben gar keine andere Möglichkeit, als über den LHC zu berichten. Erst recht nicht, wenn so viel passiert wie in den letzten Tagen.
Denn gestern lief seit dem Unfall vor einem Jahr erstmalig wieder ein Strahl komplett im Tunnel umher. Und das Internet stand Kopf; eigentlich tut es das immer noch.
Previously on…
Gestern gegen 17:00 Uhr fing man langsam an einen Teilchenstrahl in die Tunnel des LHC im Uhrzeigersinn zu injezieren. Immer Stückchen für Stückchen, Sektor für Sektor. Am Abend dann hatte man eine komplette Umrundung geschafft, fing nach einer Weile den Strahl an seinem Injektionspunkt wieder ein und schickte ihn auf eine weitere Runde. Und auf eine weitere Runde. Und…
Danach nahm man sich den Strahl in Richtung entgegengesetzt des Uhrzeigersinns vor und machte das selbe Spiel durch. Auch mit Erfolg.
Zwischendurch quenchte2 ein Magnet kurz im Sektor hinter CMS, aber nach 15 Minuten ging es schon weiter. Zwischendurch optimierte man den Strahl und die Einstellungen immer ein Stück weiter – und auf dem Stand ist man meines Wissens auch jetzt (siehe Timestamp vom Artikel).
Photographs by Maximilien Brice of CERN Photo Service. Hier meine GIF-Animation der Bilderserie.
Im Internet war – und ist – die Hölle los. Eigentlich ein wenig lustig, wenn man bedenkt, dass das Internet im CERN und… ihr wisst schon.
Jedenfalls ist SO viel los, dass man vielleicht etwas die Übersicht verlieren könnte.
Deswegen hier, der erste und einzige physikBlog LHC 2009 Restart Startup Internet Guide (PhyBLTReSIG).
Twitter
Auf dem offiziellen Twitter-Account des CERNs, @CERN, ist so einiges los. Man berichtet live und äußerst nah am Geschehen aus dem CERN Control Centre3. Das ganze sehr locker, allgemeinverständlich aber auch für uns Profis mit hinreichender Information. Soweit mir bekannt, wird erstmalig ein Experiment so intensiv auf Twitter begleitet. Selbst die NASA, sonst immer sehr weit vorne in ihrer Öffentlichkeitsarbeit, hat mit dieser Frequenz und Tiefe noch nie ein Event begleitet. Wirklich empfehlenswert – auch wenn ihr Kommunikationswissenschaften4 studiert, denn @CERN entwickelt sich gerade zu einem Kommunikationsparadebeispiel. »LHC« und auch »CERN« haben es am Freitagabend, als es in die heiße Phase5, in die Trending Topics von Twitter geschafft – dort werden automatisiert die aktuellsten Diskussionen in Schlagworten aufgegriffen. Das Thema ist also bei der Allgemeinheit angekommen und wird erstaunlicherweise ganz ohne Weltuntergangsszenarien mitverfolgt (im Gegensatz zu letztem Jahr).
Aber nicht nur über @CERN kommt man auf Twitter an LHC-bezogene Informationen. Unter @CMSexperiment wird vom … CMS-Experiment getwittert. Wer genau dafür verantwortlich ist, keine Ahnung, aber hin und wieder gibt’s neue Updates und sie kommen von offizieller Stelle6.
Ein Kommilitone und ich haben den CMS e-commentary (s.u.) in einen RSS-Feed7 umgewandelt, den wir in den Twitter-Account @CMSecom füttern.
Darüber hinaus gibt es noch den (nicht so interessanten) Twitter-Account des US-LHC-Blogs @USLHC und auch das Symmetry Magazine retweeted unter @symmetrymag. Direkt in den einzelnen Kontrollzentren wird von persönlicher, unoffizieller Seite auch getwittert – mir bekannt ist da allerdings nur @pixieza.
Wer nicht alle diese Accounts direkt in seiner Timeline haben möchte, kann auch einfach dieser High-Energy-Physics-Liste von @sumomi folgen: http://twitter.com/list/sumomi/highenergyphysics.
Blogs, bzw. Blog-Like Websites
Die Webseite, die momentan am besten mit Bildern und Text arbeitet, gleichzeitig am schlechtesten von der Ausführung ist, ist meiner Meinung nach der CMS e-commentary. Aus der Sicht des CMS-Experiments und aus dem CMS-Kontrollraum am Punkt 5 des LHCs berichtet Darin Acosta in losen Abständen über Neues. Warum dafür kein vernünftiges System benutzt wurde8 ist mir allerdings schleierhaft…
Auch das ALICE-Experiment verfügt über eine Art Live-Blog, das aber nur spärlich gefüllt ist.
Nicht ganz so auf die Schnelle, dafür illustriert und fundiert informiert das US LHC Blog.
Nicht ganz so offiziell, dafür aber mit umso mehr Enthusiuasmus gibt’s bei LHC Facts gute Zusammenfassungen.
Media Ressourcen und et cetera
Neben allem Textlichen gibt’s den Media-Server des CERNs, auf dem zum Thema »LHC Restart 2009« ein Haufen Fotos veröffentlich werden. Videos gibt’s an anderer Stelle.
Und es gibt den Videotext unter den Webseiten: LHC Page1 oder OP Vistars. Dort werden Strahlprofil und Mini-Statusmeldungen angezeigt. Ganz interessant eigentlich.
Und ich so…
Das ist wirklich einiges an Information. Ich handhabe es so, dass ich meinen Twitter-Account, insbesondere in Bezug auf @CERN, monitore und jede Stunde, bzw. bei interessantklingenden Tweets von @CMSecom, den CMS e-commentary aufsuche. Nebenbei hab ich der/die/das/artikellos OP Vistars auf und schaue immer mal drauf.
Das läuft eigentlich ganz gut und ich fühle mich einigermaßen informiert.
Nachrag 24.11. von André: Tadaa! Das, wozu man letztes mal nicht kommen konnte, weil ein Terrorvogel ein Kurzschluss den LHC lahmlegte, das hat gestern geklappt: Erste Kollisionen! (→ Pressemitteilung)
Und weil es so schön ist, hat man diese Nacht das erste Mal den Strahl nicht nur einfach im Kreis schwindelig werden lassen, sondern hat ihn dabei auch noch beschleunigt. Zwar erstmal nur von 450 GeV auf 540 GeV, aber immerhin. (→ Twitter)
Link gibt’s auf Anfrage – z.B. in den Kommentaren… [↩]
WordPress als Lokalinstallation dauert ca. 10 Minuten in der Aufsetzung, WordPress bei wordpress.com gehostet 2 Minuten. Ein Posterous-Blog geht noch schneller und lässt sich sehr elegant via E-Mail füttern… [↩]
Die Physikinstitute unserer Aachener Lieblingsuniversität packen im November ihre Jutesäcke zusammen, binden sie an einen Stock und ziehen damit hinaus in die weite Welt.
Es verschlägt sie ins Bürgerforum der RWTH, zu RWTHextern, um dort populäre und interessante Themen massentauglich allgemeinverständlich zu erklären. So, dass man sie auch ohne großartige Physikkenntnisse verstehen kann.
Am 7. November, also bereits übermorgen, gibt es einen Vortrag über das Schreckenstgespenst aller Schreckensgespenster: Mini Schwarze Löcher im CERN. Privatdozent (und Institutskollege) Oliver Pooth wird unter dem Vortragstitel »Schwarze Löcher von Menschenhand gemacht?« das, was wir hier im physikBlog sowieso schon alle wissen1 noch mal der Allgemeinheit anschaulich vortragen.
Solltet ihr mehr dazu wissen wollen, als auf diesem bescheuerten Blog mit der lila Kugel im Kopf steht, oder wollt ihr das noch mal von einem Profi erklärt haben wolle (und nicht von den bescheuerten Typen, die den ganzen Tag sowieso nur Katzenvideos gucken); dann geht am Samstag um 11:00 in den Fo2 im Karman-Auditorium der RWTH Aachen.
Am 21. November hält Professor Christopher Wiebusch eine Vorlesung zum Thema Universum: »Moderne Kosmologie: Die Entstehung und Entwicklung des Weltalls«. Ebenfalls 11:00, ebenfalls Fo2.
Die letzte Vorlesung dieser Novembervorlesungsreihe hält dann Professor Gernot Güntherodt am 28. November. Als Festkörperphysiker referiert er zum Thema »Nano – kleine Skala, große Wirkung«2. Gleicher Raum, gleiche Zeit.
Hallo Aachen1!
Wir sind das physikBlog!
Setzen Sie sich hin, nehmen Sie sich von rechts einen Keks und machen Sie es sich bequem.
Wenn Sie das physikBlog bisher noch nicht kannten, dann sind Sie Wahrscheinlich über den Artikel der Aachener Zeitung bzw. den Aachener Nachrichten zu uns gestoßen.
Toll!
Klicken macht Groß!
Wenn wir nicht alberne Grimassen schneiden und/oder in BNC-Kabel sprechen2, dann bloggen wir hier. Über Physik – Physik im Internet, auf der Welt, dem Universum und dem ganzen Rest.
Die im Artikel erwähnten Beiträge sind zum Beispiel »Das war..: Das physikBlog bei der Aachener Wissenschaftsnacht« und der schon etwas ältere »spontaneousityShow Teil 2: Natriumdampflampenlicht«. Aber natürlich gibt es hier noch weitere, furchtbar tolle Beiträge zu entdecken. Einfach runterscrollen!
Und wir wollen noch etwas klar stellen: Eine Katze mit weißer Schnauze gehört zwar nahezu fest zum physikBlog-Repertoire, aber mit weißen Pulvern haben wir sonst gar nichts zu tun. Uns reicht die Physik.
Und das mit dem »Sie« lassen wir jetzt mal schön wieder sein.
Letzten Freitag fand sie statt, die Weltpremiere aller physikBlog-Exkursionen: Die physikBlog-Exkursion zum Science Express der Expedition Zukunft. Im Hauptbahnhof. In Aachen.
Rund zehn Blogleser folgtem dem Aufruf zur der besten Exkursion aller Zeiten, mindestens, und schlossen sich uns an. Gemeinsam mit Lupe, tropischem Sonnenhut und Notizblock erkundeten wir die wilden und gefährlichen 333 Meter des Zugs, sprachen mit Eingeboren auf bisher unentdeckten Sprachen und traten vermutlich auf den letzten doppeläugigen Fünfhornkäfer. Sorry.
Das Innere des Zugs beginnt direkt mit dem richtigen Thema: Teilchenphysik. Die großen Experimente des CERNs sind ausgestellt, sogar ein echtes Exponat einer IceCube-Kugel1!
In den folgenden Waggons findet wirklich ein Rundumschlag über aktuelle Forschungsarbeit statt. Bionische Maschinen sind ausgestellt, moderne Energieerzeugungsmechanismen und blitzneue Technik. Und … noch vieles, vieles mehr. Es gibt sogar einen Wald. Im Zug. Abgefahren.
Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, von der ersten physikBlog-Exkursion zum Science Express, zum Wissenschaftszug2, ein kurzes Video aufzunehmen.
Der Zug ist großartig gestaltet und auf jeden Fall einen Besuch wert.
Meiner Meinung nach am Besten geeignet für Kinder der 10. / 11. Schulklasse, die also schon etwas an Vorbildung vorweisen. Aber selbst für kleinere Kinder gibt es genug spielerisch zu entdecken – und für große Kinder, so wie uns alte Hasen4 ist das Feld der Ausstellung so groß gewählt, dass es immer noch etwas Neues zu entdecken gibt. Außerdem ist die Ausstellung toll aufgebaut und wunderbar bunt.
Einzig schade ist das immanente Problem des geringen Platzes. Besonders, wenn viel los ist, wird es da sicherlich schnell drückend.
Trotzdem: Wenn der Zug in eure Stadt rollt – anschauen gehen!
Und wohin soll die nächste physikBlog-Exkursion gehen? Vorschläge?
Wir expeditieren zur Zukunft; zum SciencExpress. Und ihr dürft mitkommen!
Die 1. physikBlog Exkursion findet am kommenden Freitag, 15. Mai um 11:00 14:002 statt. Gemeinsam mit den weltbesten und -interessiertesten Lesern (euch!) wollen wir den Expedition-Zukunft-SciencExpress im Aachener Hauptbahnhof besichtigen.
Wie sieht das aus? Habt ihr Lust? Wer ist dabei? Ein kurzer Kommentar weiter unten wäre toll!
Achtung: Wir haben die Zeit wegen akut anzunehmener Schulklassendichte auf 14:00 verlegt!
Mangelnde Aufmerksamkeit hat uns ja noch nie gestört. Das steht schließlich schon in unserem Manifest! [↩]
LHC läuft wieder und Internet geht mit ab
11 Kommentare
Wir im physikBlog, Deutschlands allumfassendsten Blog, bemühen uns ja immer euch möglichst allumfasssend zu informieren.
Jetzt ist es aber so, dass eure Lieblingsautoren1 allesamt in Bereichen der Teilchenphysik studieren. Und es ist so, dass gerade irgendwo da in der Schweiz, tief unten im 52. Untergeschoss, diese absolut fetzigste Maschine aller Zeit steht.
Ihr merkt schon, wir haben gar keine andere Möglichkeit, als über den LHC zu berichten. Erst recht nicht, wenn so viel passiert wie in den letzten Tagen.
Denn gestern lief seit dem Unfall vor einem Jahr erstmalig wieder ein Strahl komplett im Tunnel umher. Und das Internet stand Kopf; eigentlich tut es das immer noch.
Previously on…
Gestern gegen 17:00 Uhr fing man langsam an einen Teilchenstrahl in die Tunnel des LHC im Uhrzeigersinn zu injezieren. Immer Stückchen für Stückchen, Sektor für Sektor. Am Abend dann hatte man eine komplette Umrundung geschafft, fing nach einer Weile den Strahl an seinem Injektionspunkt wieder ein und schickte ihn auf eine weitere Runde. Und auf eine weitere Runde. Und…
Danach nahm man sich den Strahl in Richtung entgegengesetzt des Uhrzeigersinns vor und machte das selbe Spiel durch. Auch mit Erfolg.
Zwischendurch quenchte2 ein Magnet kurz im Sektor hinter CMS, aber nach 15 Minuten ging es schon weiter. Zwischendurch optimierte man den Strahl und die Einstellungen immer ein Stück weiter – und auf dem Stand ist man meines Wissens auch jetzt (siehe Timestamp vom Artikel).
Im Internet war – und ist – die Hölle los. Eigentlich ein wenig lustig, wenn man bedenkt, dass das Internet im CERN und… ihr wisst schon.
Jedenfalls ist SO viel los, dass man vielleicht etwas die Übersicht verlieren könnte.
Deswegen hier, der erste und einzige physikBlog LHC 2009 Restart Startup Internet Guide (PhyBLTReSIG).
Twitter
Auf dem offiziellen Twitter-Account des CERNs, @CERN, ist so einiges los. Man berichtet live und äußerst nah am Geschehen aus dem CERN Control Centre3. Das ganze sehr locker, allgemeinverständlich aber auch für uns Profis mit hinreichender Information. Soweit mir bekannt, wird erstmalig ein Experiment so intensiv auf Twitter begleitet. Selbst die NASA, sonst immer sehr weit vorne in ihrer Öffentlichkeitsarbeit, hat mit dieser Frequenz und Tiefe noch nie ein Event begleitet. Wirklich empfehlenswert – auch wenn ihr Kommunikationswissenschaften4 studiert, denn @CERN entwickelt sich gerade zu einem Kommunikationsparadebeispiel. »LHC« und auch »CERN« haben es am Freitagabend, als es in die heiße Phase5, in die Trending Topics von Twitter geschafft – dort werden automatisiert die aktuellsten Diskussionen in Schlagworten aufgegriffen. Das Thema ist also bei der Allgemeinheit angekommen und wird erstaunlicherweise ganz ohne Weltuntergangsszenarien mitverfolgt (im Gegensatz zu letztem Jahr).
Aber nicht nur über @CERN kommt man auf Twitter an LHC-bezogene Informationen. Unter @CMSexperiment wird vom … CMS-Experiment getwittert. Wer genau dafür verantwortlich ist, keine Ahnung, aber hin und wieder gibt’s neue Updates und sie kommen von offizieller Stelle6.
Ein Kommilitone und ich haben den CMS e-commentary (s.u.) in einen RSS-Feed7 umgewandelt, den wir in den Twitter-Account @CMSecom füttern.
Darüber hinaus gibt es noch den (nicht so interessanten) Twitter-Account des US-LHC-Blogs @USLHC und auch das Symmetry Magazine retweeted unter @symmetrymag. Direkt in den einzelnen Kontrollzentren wird von persönlicher, unoffizieller Seite auch getwittert – mir bekannt ist da allerdings nur @pixieza.
Wer nicht alle diese Accounts direkt in seiner Timeline haben möchte, kann auch einfach dieser High-Energy-Physics-Liste von @sumomi folgen: http://twitter.com/list/sumomi/highenergyphysics.
Blogs, bzw. Blog-Like Websites
Die Webseite, die momentan am besten mit Bildern und Text arbeitet, gleichzeitig am schlechtesten von der Ausführung ist, ist meiner Meinung nach der CMS e-commentary. Aus der Sicht des CMS-Experiments und aus dem CMS-Kontrollraum am Punkt 5 des LHCs berichtet Darin Acosta in losen Abständen über Neues. Warum dafür kein vernünftiges System benutzt wurde8 ist mir allerdings schleierhaft…
Auch das ALICE-Experiment verfügt über eine Art Live-Blog, das aber nur spärlich gefüllt ist.
Nicht ganz so auf die Schnelle, dafür illustriert und fundiert informiert das US LHC Blog.
Nicht ganz so offiziell, dafür aber mit umso mehr Enthusiuasmus gibt’s bei LHC Facts gute Zusammenfassungen.
Media Ressourcen und et cetera
Neben allem Textlichen gibt’s den Media-Server des CERNs, auf dem zum Thema »LHC Restart 2009« ein Haufen Fotos veröffentlich werden. Videos gibt’s an anderer Stelle.
Und es gibt den Videotext unter den Webseiten: LHC Page1 oder OP Vistars. Dort werden Strahlprofil und Mini-Statusmeldungen angezeigt. Ganz interessant eigentlich.
Und ich so…
Das ist wirklich einiges an Information. Ich handhabe es so, dass ich meinen Twitter-Account, insbesondere in Bezug auf @CERN, monitore und jede Stunde, bzw. bei interessantklingenden Tweets von @CMSecom, den CMS e-commentary aufsuche. Nebenbei hab ich der/die/das/artikellos OP Vistars auf und schaue immer mal drauf.
Das läuft eigentlich ganz gut und ich fühle mich einigermaßen informiert.
Und ihr so?
Püntklich zum Start gestern hat übrigens auch die großartige Big-Picture-Serie des Boston Globe ein Feature für den LHC gebracht.
Nachrag 24.11. von André: Tadaa! Das, wozu man letztes mal nicht kommen konnte, weil
ein Terrorvogelein Kurzschluss den LHC lahmlegte, das hat gestern geklappt:Erste Kollisionen! (→ Pressemitteilung)
Und weil es so schön ist, hat man diese Nacht das erste Mal den Strahl nicht nur einfach im Kreis schwindelig werden lassen, sondern hat ihn dabei auch noch beschleunigt. Zwar erstmal nur von 450 GeV auf 540 GeV, aber immerhin. (→ Twitter)
Jeah Baby!