Selten kommt es vor, dass Elementarteilchenphysik durch die Presse geht. Dienstag war dies dank eines groß angelegten Presse-Events aber der Fall: Das CERN lud die Menschheit ein, den ersten Kollisionen von Protonen bei der Rekordenergie von 7 TeV beizuwohnen. Und die Presse reagierte mit der Aufmerksamkeit, die diesem Experiment unserer Meinung nach immer zustehen sollte.
Offenbar hat das CERN jedoch nicht genug Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Viele Journalisten im Haus sehen eben nicht nur Dinge, die sie auch sehen sollen, sondern auch Dinge, die nicht direkt für das öffentliche Auge gedacht sind.
Das Einladen der vielen Journalisten scheint sich nun zu rächen: Heise online berichtet über den geheimen, sechsten Teilchendetektor am LHC, der extra zum Nachweis schwarzer Löcher aufgebaut wurde. Auf Grund der völlig unbegründeten Ängste in weiten Teilen der Bevölkerung, diese schwarzen Löcher könnten gefährlich werden, hatte man diesen Detektor lieber geheimhalten wollen, um nicht noch mehr unangenehme Publicity zu erhalten.
Aber jetzt ist es passiert: Das Geheimnis ist raus1. Und das CERN geht in die Offensive: Physiker am CERN berichten, dass es letzten Dienstag bei den ersten 7-TeV-Kollisionen tatsächlich zu einem ersten schwarzen Loch gekommen ist.
In der Mitte des geheimen Detektors sei zwischen der 260.000 und 320.000 Kollision ein schwarzes Loch der Klasse IIIb2 entstanden.
Die Verantwortlichen in Genf können aber auch direkt beruhigen: Das Notfallprogramm für einen solchen Fall ist sofort angelaufen. Die sogenannten Black Hole Special Forces (BHSF), eine speziell ausgebildete Eingreiftruppe des CERNs, betäubte das schwarze Loch mit einem Photonenstrahl und fing es in einer Gravitationsfalle ein.
Eine erste In-Vivo-Obduktion in einer Bleikammer des Experiment-Komplexes konnte die zur Klassifizierung des Typs notwendigen Informationen über Rotationsgeschwindigkeit, Verhältnis der mittleren Durchmesservergrößerung zur durchschnittlichen Massenattraktion und den Absorptionskoeffizienten bestimmen. Messungen zur Farbgebung des Spektralradiusses, zur Ausdehnung des Gamma-Mittelstrahls und zum Geschlecht des schwarzen Lochs stehen noch aus. Besonders der letzte Punkt beruhe noch auf experimentellen Identifikationsmethoden und müsse mit äußerster Sorgfalt und Ruhe durchgeführt werden, so unsere anonyme Quelle.
Während bereits erste Ergebnisse für ein Paper zusammengefasst werden, wird das schwarze Loch mit den üblichen Impfungen und Vitaminpräparaten versorgt.
Nach einer für Freitag einberufenen Pressekonferenz wird das Loch in den Genfer Zoo transportiert. Dort soll es sein neues Zuhause im Affenhaus der Primaten finden. Besichtigt werden kann es dann ab diesem Sommer, wenn sich Affen und Loch ausreichend aneinander gewöhnt haben und die letzten Untersuchungen an dem Exoten fertiggestellt sind.
Wir halten euch auf dem Laufenden.





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