Archiv für die Kategorie 'Experimentatives'

Schwarzes Loch am 6. Teilchendetektor am LHC gefunden

Ein standard schwarzes Loch, wie es 598 Mal in unserer Galaxie vor kommt. Falschfarbendarstellung. Foto der NASA.

Selten kommt es vor, dass Elementarteilchenphysik durch die Presse geht. Dienstag war dies dank eines groß angelegten Presse-Events aber der Fall: Das CERN lud die Menschheit ein, den ersten Kollisionen von Protonen bei der Rekordenergie von 7 TeV beizuwohnen. Und die Presse reagierte mit der Aufmerksamkeit, die diesem Experiment unserer Meinung nach immer zustehen sollte.

Offenbar hat das CERN jedoch nicht genug Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Viele Journalisten im Haus sehen eben nicht nur Dinge, die sie auch sehen sollen, sondern auch Dinge, die nicht direkt für das öffentliche Auge gedacht sind.
Das Einladen der vielen Journalisten scheint sich nun zu rächen: Heise online berichtet über den geheimen, sechsten Teilchendetektor am LHC, der extra zum Nachweis schwarzer Löcher aufgebaut wurde. Auf Grund der völlig unbegründeten Ängste in weiten Teilen der Bevölkerung, diese schwarzen Löcher könnten gefährlich werden, hatte man diesen Detektor lieber geheimhalten wollen, um nicht noch mehr unangenehme Publicity zu erhalten.

Aber jetzt ist es passiert: Das Geheimnis ist raus1. Und das CERN geht in die Offensive: Physiker am CERN berichten, dass es letzten Dienstag bei den ersten 7-TeV-Kollisionen tatsächlich zu einem ersten schwarzen Loch gekommen ist.
In der Mitte des geheimen Detektors sei zwischen der 260.000 und 320.000 Kollision ein schwarzes Loch der Klasse IIIb2 entstanden.
Die Verantwortlichen in Genf können aber auch direkt beruhigen: Das Notfallprogramm für einen solchen Fall ist sofort angelaufen. Die sogenannten Black Hole Special Forces (BHSF), eine speziell ausgebildete Eingreiftruppe des CERNs, betäubte das schwarze Loch mit einem Photonenstrahl und fing es in einer Gravitationsfalle ein.

Affen. Süß. Aber werden sie das schwarze Loch fressen? Foto von mochida1970 auf flickr.

Eine erste In-Vivo-Obduktion in einer Bleikammer des Experiment-Komplexes konnte die zur Klassifizierung des Typs notwendigen Informationen über Rotationsgeschwindigkeit, Verhältnis der mittleren Durchmesservergrößerung zur durchschnittlichen Massenattraktion und den Absorptionskoeffizienten bestimmen. Messungen zur Farbgebung des Spektralradiusses, zur Ausdehnung des Gamma-Mittelstrahls und zum Geschlecht des schwarzen Lochs stehen noch aus. Besonders der letzte Punkt beruhe noch auf experimentellen Identifikationsmethoden und müsse mit äußerster Sorgfalt und Ruhe durchgeführt werden, so unsere anonyme Quelle.

Während bereits erste Ergebnisse für ein Paper zusammengefasst werden, wird das schwarze Loch mit den üblichen Impfungen und Vitaminpräparaten versorgt.
Nach einer für Freitag einberufenen Pressekonferenz wird das Loch in den Genfer Zoo transportiert. Dort soll es sein neues Zuhause im Affenhaus der Primaten finden. Besichtigt werden kann es dann ab diesem Sommer, wenn sich Affen und Loch ausreichend aneinander gewöhnt haben und die letzten Untersuchungen an dem Exoten fertiggestellt sind.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

  1. Und wie wir alle wissen: Jede Publicity ist gute Publicity []
  2. IIIb ist eine besonders schnell wachsende und daher besonders interessante Klasse von schwarzen Löchern []

Veranstaltungshinweis: Physikanten & Co. an der RWTH

Die Physikanten machen Damf!

Physik kann Spaß machen, das ist unsere Devise hier im physikBlog. Manchmal braucht es dazu süße Katzen oder heiße Raketenstartbilder, manchmal geht das aber auch einfach mit Leuten, die Spaß an der Materie haben und das ganze auch vermitteln können.

Deshalb machen wir Die Physikanten sind solche Leute. Die Dortmunder Wissenschaftler zeigen Experimente in Sendungen wie »Kopfball« oder »Frag doch mal die Maus« sowie bei Auftritten zu diversen Gelgenheiten. Eine solche Gelegenheit ist die Physikwoche für hochbegabte Schüler, deren Einführungsveranstaltung schon von so Größen wie Metin Tolan Physik der breiten Masse zugänglich gemacht wurde.

Das Programm — eine Mischung aus Comedy und Wissenschaft in Form von Experimenten — scheint sich im Wesentlichen an Schüler zu richten, aber natürlich ist jeder interessierte Zuhörer willkommen. Dank der Unterstützung der Sparkasse Aachen ist der Eintritt kostenfrei. Wenn ihr interesse habt:
Sa, 16.01. um 17:30 Uhr im Hörsaal Fo1 des Karman-Auditoriums.

Schnee die Zweite

Nehmen wir mal an, Sie hätten ein Elektronenmikroskop. Nehmen wir des Weitern an, es wäre Ihnen langweilig. Oder Sie sind frustriert, weil das Nobelkomitee Sie schon wieder übergangen hat. Oder Ihre Katze mag nicht kuscheln.
Dann ist das der perfekte Zeitpunkt, um den aller-aller-aller-winzigsten Schneemann der Welt zu basteln. Das dachten sich auch ein paar Briten. Das Resultat: Einfach süüüühüüss!1

Mehr Infos bei besagten Briten.

via fuck yeah physics

Von diesem Schneemann beschwingt wünscht das physikBlog seiner Leserschaft einen guten Rutsch und bedankt sich für die Treue. 2010 werden wir selbstverständlich die Berichterstattung zur LHC-Soap weiterführen (Läuft er oder läuft er nicht?), die Leser mit bunten Bildchen und Katzenbabies verwöhnen und niemals die komische Seite unser aller geliebten Wissenschaft vergessen.
Auf dann, gehabt Euch wohl!

  1. kleiner Schönheitsfehler: er ist nicht aus Wasser, sondern aus Zinn und Platin. Aber soooooo knuffig! []

DIY Schwarzes-Loch-Maschine

Blau-bis-schwarzes Loch
Blau-bis-schwarzes Loch. (Illustration)

Wie wir ja alle wissen, wird der LHC, wenn er bald dann wirklich, echt jetzt startet leider kein schwarzes Loch erstellen. Da kann man sich noch so mit halluzinogenen Drogen undoder Energiesteinen zupumpen – die Wahrheit ist bitter, hart und nicht schwarz.

Aber so ein schwarzes Loch, ne?, das ist schon eine fetzige Sache.
Das spielt in gleicher Kategorie wie Hoverboards, Mechs, Steuerrückzahlungen oder diese Katze.

Was also tun?
Instructables hat die Lösung: Die Anleitung für eine Schwarzes-Loch-Maschine zum Selberbauen!
Alles, was man braucht, ist ein mehr oder weniger1 starker Laser, ein paar Wasserstoffisotope, eine Reaktionskammer und ein bisschen Fingerspitzengefühl beim Timing.

Instructables: Make Your Own … Black Hole Fabricator (Eingebettet nach dem Klick.)

Easy, oder? Die nächste physikBlog-Party wird, natürlich, mit ein paar schwarzen Löchern aufgewertet. Vielleicht auch mit Hoverboards. Oder Mechs. Oder dieser süßen Katze.
[via Tagesschau Schlusslicht, via @nigjo] ‘DIY Schwarzes-Loch-Maschine’ weiterlesen

  1. aber mehr mehr als weniger []

Gesucht: Druckkammer für nächste physikBlog-Party

Das physikBlog sucht für die nächste physikBlog-Party eine möglichst große Druckkammer1. Kann jemand helfen?

  1. All unsere Gäste, ca. 100 Personen sollten reinpassen []