Nerdige Weihnachten – Geschenke für den ganz normalen Physiker #1

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Christbaum und Reflexionskörper
Nadelbaum, rot und Reflexionskörper. Foto von WillyPayne.

Weihnachten. Das Fest der Liebe, des Konsums, des Tannennadelnzählens.
Traditionell begehen wir dieses Fest hier im physikBlog immer mit etwas ganz besonderem1.

Dieses Jahr möchten wir uns an der Völkerverständigung versuchen. Damit Physik-Nerds gemeinsam mit ihren normalen Familiengenossen friedvoll unter dem ökologisch sinnvoll angebauten und vegan abgeernteten Weihnachtsbaum sitzen können, ohne sich über die Bedeutung von Primzahlen für das alltägliche Miteinander und den Farbgradienten2 des Nadelkleids des ökologisch sinnvoll angebauten und vegan abgeernteten Weihnachtsbaum in die Haare zu kriegen haben wir keine Kosten und besonders keine Mühen gescheut und neben dieses Bandwurmsatzes eine Lösung zusammengetragen:

Geschenke für den gemeinen Physiker-Nerd. Die weihnachtliche Nerdmassenvernichtungswaffe3, gewissermaßen.

Heute starten wir mit Digitalem und Analogem. Morgen geht’s weiter.

Musikalisches

Natürlich kann sich der gemeine Physiker auch nichts tolleres vorstellen, als gemeinsam unter dem (…) Weihnachtsbaum Halbtöne zu spielen. Aber nicht irgendwie. Nahein!
Ein Physiker braucht es da extravagant. Und mit Volt. Und abgespacet.

Theremin

Die wohl älteste musikalische Extravaganz mit Volt und Abspaceismus ist das Theremin. Bereits vor 80 Jahren erfunden war es in Deutschland unter einem Namen bekannt, der in seiner Awesomenessigkeit seines gleichen sucht: Ätherwellengeige. Ich schreibt das nochmal: Ätherwellengeige.
Das Ding wird völlig berührungsfrei, aber mit beiden Händen gesteuert. Eine Hand macht die Tonhöhe, die andere Hand die Lautstärke. Registriert wird der Handabstand von Antennen, die einen simplen Synthesizer verschiedene Töne entlocken. Heraus kommt ein Sound, der dem Namen der Ätherwellengeige alle Ehre macht. Soundtrack of Space.
Wenn man sich sein Theremin nicht komplett selbst oder im Bausatz basteln will, dann darf man für schlappe 400 $ z.B. auf Amazon eines sein Eigen nennen.

Eigenharp

Ähnlich abgespacet, zumindest vom Namen her, ist eine Eigenharp – eine Eigenharfe, gewissermaßen. Hergestellt wird die in den Eigenlabs und ist eine Mischung aus Oboe, Gitarre, Keyboard und Loop-Synthesizer.
Auf einer einzigen Eigenharp kann man ganze Symphonieorchester gleichzeitig spielen. Mit zweien dann auch das Bond-Theme.

Tenori-on

Simpler wird es dann mit dem Tenori-on. Ein bisschen wie ein LED-Abakus aus der Zukunft kann man einzelne Töne einem Loop hinzufügen, wegnehmen, dabei nebenbei wunderbare Muster generieren und in die Charts kommen.

Audiocubes

Wer es dann noch bunter haben möchte, zudem etwas mehr Geld locker sitzen hat, dem seien Percussa Audiocubes empfohlen. Kleine, oh Wunder, wer hätte damit gerechnet, Würfel, die in bunten Farben reagierend Musik machen und sich dabei kabellos mit ihren Nachbarwürfeln verständigen. Bunte Würfelschwarmintelligenz minus die Intelligenz, sozusagen. Und mit mehr Sound. Und Space, natürlich.

Und wem das noch immer nicht reicht, der möge sich auf die experimentalelektromusikalische Zeitreise durch den entsprechenden Wikipedia-Artikel begeben.
Vielleicht können wir dann nächstes Jahr gemeinsam eine bunte physikBlog-Version von »Oh du Fröhliche« spielen.

Lehren und Lernen

Nicht jedes Geschenk kann in seiner Abgespaceteigenfunktion an Star Trek grenzen. Wenn auch häufig abgehoben, so ist das alltägliche Leben des Physikers doch meist eher einfach und stiril. Er sitz in seiner Kammer, mit ein bisschen Glück sogar in seiner Kammer mit Fenster, starrt auf Bildschirm und Tastatur und nimmt sich den Problemen des Universums an.

White
White. Kein Board. Nur White.

Manchmal macht er dies aber nicht alles auf digitale Art und Weise. Manchmal kann auch der Physiker die Vorzüge des Freihandwerkzeugs nicht leugnen.
Und so kommt unser Geschenktipp, die Wandtafel, neudeutsch das Whiteboard ins Spiel. Ob zum Bestimmen komplexer Nullstellen, zum Zeichnen vierdimensionaler Möbiusbänder, oder zum Notieren der Fußballhalbzeitergebnisse. Ein Whiteboard ist des Physikers Freund und Helfer.
Wer sich nicht auf die Vorgaben der korrupten Whiteboardimensionierungsindustrie, der wird seiner Schreibwand mit einem schmucken Topf Tafellack Herr.

Natürlich darf im Zuge dessen auch nicht das passende Kreideetui fehlen. Eine Gravur bietet sich hier besonders an.

Morgen geht’s weiter. Mit Metall und Holz.

  1. Hachja. André, weißte noch?, das Bild? []
  2. Mit Alpha! []
  3. Juchu! Wieder einen Punkt höher auf der Watchlist… []
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2 Antworten auf Nerdige Weihnachten – Geschenke für den ganz normalen Physiker #1

  1. Jens sagt:
    #1

    Wandtafel kann ich nur bestätigen. Freuen sich alle drüber die im Studium mit zu viel Mathe in Berührung kommen oder gekommen sind.

  2. München sagt:
    #2

    In Sachen Tafellack: es scheint auch magnetische Farbe zu geben, die man UNTER den Tafellack streicht. Dann hat man quasi eine Pinnwand (ohne Nadeln) und eine Tafel in einem!

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