Monatsarchiv für September 2009

Wissenschaftlicher FlashForward mit CERN-Involvement (?!)

Wir, bei deutschlands physikalischstem aller Popkultur-, gleichzeitig popkulturellsten aller Physik-Blogs sind ja immer äußerst bemüht, die heißesten Trends mit den schärfsten Physikinvolvements zu finden.
Vor zwei Jahren machten wir euch auf die da noch nicht gestartete Serie »The Big Bang Theory« über eine WG voller Physik-Nerds aufmerksam. Die Serie wurde zu einem großen Erfolg im amerikanischen TV; das physikBlog zeichnet sich da ganz klar mitverantwortlich. Wir in den physikBlog-Headquarters spielen immer das amüsante Spiel “Errate welche Formel auf dem Whiteboard im Hintergrund steht”. Sehr amüsant.

FlashForward

Jetzt möchten wir eine neue Serienempfehlung aussprechen: »FlashForward«.
Im Gegensatz zu TBBT1 handelt FlashForward nicht von Physikern und ist keine Comedy. Es ist ein Science-Fiction, der am ehesten mit der Knallerserie Lost vergleichbar ist. Aber die Schnittmenge zwischen Physikern und Science-Fiction-Interessierten ist ja bekanntlich… groß2.
Folgende Ausgangssituation: Alle Welt lebt einen ganz normalen Tag, als auf einmal jeder in Ohnmacht fällt und für 2 Minuten und 17 Sekunden ein halbes Jahr in die Zukunft sieht3. Wodurch passiert das Ereignis? Kann die Zukunft aufgehalten werden? Sind Tiere auch betroffen? Und wirklich alle Menschen?
Nach Sichtung der ersten Folge könnte uns ein spannendes, mysteriöses und intelligentes Drama erwarten, das entweder mit seinen Zeitparadoxen gar nicht, frisch oder total blöd umgeht.

Aber was hat das jetzt mit Physik zu tun?!

Folgendes:
FlashForward beruht in alternierender Tiefe auf einem Roman von Robert J. Sawyer, der zufälligerweise »Flashforward«4 heißt. In der Buchversion spielt das CERN eine wichtige Rolle beim globalen Zukunftssehen; »CERN« ist unglaublicherweise das fünfte Wort des Romans.
Und weil unser Lieblingsteilchenforschungszentrum5 ja sowas von hipp ist, haben sie dort eine eigene Info-Mikroseite6 zur Physik hinter Flashforward gemacht. Es gibt Fragen und Antworten, ein Interview mit dem Autor, einen CERN-Physiker, der munter ein paar Thesen beantwortet. Und mehr.

Der Anfang der Fernsehserie unterschied sich stark von dem des Buchs. Ob FlashForward7 überhaupt etwas mit dem CERN zu tun haben wird, das konnten selbst die Autoren der CERN-Seite nicht aus den TV-Studios herauskitzeln8. Auch der Autor des Buchs9, der bei der TV-Serie mit invovliert ist, konnte nichts Genaues dazu sagen. Aber er traue dem TV-Team wissenschaftliche Akkuratheit zu, so weit denn überhaupt möglich… Das könnte man mit etwas wohlwollen als ein “Jap, CERN ist dabei” auslegen. Muss man aber nicht.

Jedenfalls: Schaut euch FlashForward an. Wem Lost gefällt, dem wird auch FlashForward gefallen. Und wenn euch Lost nicht ganz so gefällt10, so gebt der Serie trotzdem eine Chance; sie ist nur ähnlich wie Lost.

  1. Dies ist nach ISO 5135 die offizielle Abkürzung für »The Big Bang Theroy«. Keine Diskussionen. []
  2. Geht ungefähr so wie x⁵, aber nur für kleine ε und Raketen. []
  3. “FlashForward”, ne? []
  4. Mit kleinem f. []
  5. Zukünftig »LTFZ«. []
  6. Bevor jetzt irgendjemand meckert: Ja, auch zu Illuminati / Angels & Demons von Dan Brown hatte das CERN eine Mikroseite. Aber manchmal ist selbst für das physikBlog das Popkulturniveau zu niedrig… []
  7. Die Serie. []
  8. Wie bei jeder Serie heißt es dort äußerste Geheimhaltung über den Inhalt der nächsten Episoden… []
  9. Das Buch. []
  10. Dieses ganze Mysterium, diese verwirrenden Erzählsprünge, die blöden Dharma-Hippies… []

Gesucht: Druckkammer für nächste physikBlog-Party

Das physikBlog sucht für die nächste physikBlog-Party eine möglichst große Druckkammer1. Kann jemand helfen?

  1. All unsere Gäste, ca. 100 Personen sollten reinpassen []

Meet the Elements

Auch wenn es streng genommen zur bösen Seite der Macht gehört: Hier ein hübsches Video zum beitragstiteligem Lied der »They Might Be Giants« über wichtige Elemente.

[via @fanfun1989]

Monopole – Blektronen

Maxwell-Gleichungen. Schon mal von gehört? Ziemlich krasser Scheiß, den sich der Herr von und zu Maxwell da im 19. Jahrhundert aus seinen elektrisierten Gehirnwendungen gequetscht hat.

Für das ästhetische Befinden des durchschnittlichen Physikers1 wahrscheinlich vier der heißesten Gleichungen, die man so von Affen auf Schreibmaschinen getippt bekommen kann.

Maxwell-Gleichungen
Maxwell-Gleichungen im wunderhübschen Gauss-SI-System

Vier Gleichungen, die beschreiben, wie elektrische Felder mit ihren magnetischen Brüdern zusammenspielen, was das ganze jetzt mit diesen bewegten und unbewegten Ladungen zu tun hat und wer heute Abend die Rechnung bezahlt2.

Für hundertausende Physiker wären sie mit ihrem ganzen Wirbel wohl Quellen schlafloser Nächte3 voll liebestrunkener Halbträume geworden, wäre da nicht seit 150 Jahren diese schreckliche Anti-Symmetrie zwischen magnetischem und elektrischem Feld.
Beim bloßen erwähnen schüttelt es mich.

Und Krach-Bumm – geht eine kleine Sensation durch die Blogs4 und Restnachrichtenwelt:
Es gibt sie. Die ominösen, mystischen Monopole5.

Allerdings mit einem Sternchen: Nur als Quasiteilchen. Aber für einen Physiker, der den ganzen Tag mit Lichtteilchen und Gitterschwingungsteilchen hantiert ist das halb so wild.
Symmetrie gerettet, Maxwell gesund.6 Maxwell-Gleichungen tot?
‘Monopole – Blektronen’ weiterlesen

  1. Na, wer lacht denn hier?! []
  2. egal in welchem beschleunigten Bezugssystem, sie sind nämlich sogar kovariant – da kommst du jetzt nicht wieder raus []
  3. Actually… bereiten sie wirklich schlaflose Nächste. Aber das ist eine andere Geschichte und die hat weniger mit Liebe als mehr mit Prüfungen zu tun. []
  4. wie z.B. Diax’s Rake []
  5. »Monopol«, wie bei Südpol; nicht wie bei Monopol-y und Telekom. Ihr wisst schon. []
  6. Diagnose war zuvor: Streifen verrutscht. []

E=mcWievielnochgleich?

Nur so zwischendurch.
fail owned pwned pictures
[via Fail Blog]

Pfeifend auf dem Mond

Da Andi und André ja bekanntlich momentan vollauf beschäftigt sind, ihr Leben gegen eine ruhmvolle weltbeherrschende erfolgreiche Physiker-Karriere einzutauschen. Meine Chance, auch noch mal das Wort zu ergreifen.
Aber zum Thema. Wer von uns normalsterblichen würde nicht gerne in der Zeit zurück reisen und wie Neil Armstrong über den Mond spazieren. Oder aber (Achtung!) wie Louis Armstrong die Trompete liebkosen und mit seinem musikalischen Talent seine Umwelt beglücken.
Kannste nicht?
Kannste nämlich doch.
Die Japaner1 machens möglich. Mit ihrem mondorbitalen Satelliten SELENE2 wurde eine topologischen Karte des Mondes aufgezeichnet. Soweit erstmal nichts besonderes.
Wenn man allerdings aus diesen Daten ein Programm mit Namen “moonbell” bastelt, das eben diese Daten in Musik umwandelt, dann ist das sehr wohl was besonderes.

Programm moonbell
Einmal pfeifend an Herrn Keplers eigenem Krater vorbei

Das Prinzip ist recht simpel: moonbell fährt eine Strecke auf dem Mond ab und spielt zu jeder Höhe einen zugehörigen Ton ab. Raus kommt dann Musik. Mondmusik3.
Dabei kann man sich entweder auf die Orbitale des Satelliten beschränken oder aber selbstständig einen Weg auf dem Mond einschlagen – ziemlich eindrucksvoll, wie ich finde.
Erreichen kann man das in Java geschriebene Programm “moonbell” hier.
Das physikBlog wünscht viel Vergnügen – seit jedoch hiermit vorgewarnt, zu den Sounds gehört auch ein etwas rauschendes Geräusch. Wir wollen schließlich nicht, dass ihr vom Stuhl fallt.

(gefunden via nerdcore)

  1. die auch schon so tolle Dinge gemacht haben wie das hier []
  2. der auch Kaguya genannt wird []
  3. Mist, das hat ja schon René von nerdcore benutzt -.- ich denke mir jetzt trotzdem nichts neues aus. []