Disney, ne? Die machen echt abgefahrene Dinge. Neben den ganzen neumodischen Animations-Produktionen und alten Klassikern gibt es auch altmodische Comic-Perlen. Zum Beispiel den 27 Minuten langen mathematischen Lehrfilm Donald in Mathmagic Land, in dem Donald Duck durch Wälder läuft mit einem aus Kreisen bestehenden Vogel (!) der Pi zwitschert (!!) und dabei auf Bäumen mit Square Roots (!!!) sitzt. Oder von Geistern die mathematischen Zusammenhänge der Tonleiter erklärt bekommt.
Donald selber ist natürlich etwas schwer zu verstehen, das Wesentliche aber versteht man ganz gut. Nach dem Dings gibts alle drei Teile von YouTube eingebunden.
Schon seit langem geistern verschiedenste Gerüchte im Physikzentrum bezüglich Neubau umher. Bisher habe ich das abgelegt unter “Sachen, die wahr sein könnten aber erstmal nur Gerüchte sind”. Aber investigativ wie wir nun mal sind habe ich vorhin auf dem Computer des Hausherren der Physik1 einen Entwurf gesehen und aufgrund der Quelle steigt das Gerücht für mich nun zur realen Idee auf.
Demnach soll das Physikzentrum neu gebaut werden. Allen Sanierungsmaßnahmen zum Trotz ist es nicht möglich, das Gebäude auf den aktuell nötigen Sicherheitsstandard zu bringen. Die Option “Abreißen und neu Bauen” scheint insgesamt günstiger zu sein als Kernsanierungsmaßnahmen. Doch wo hin mit den Physikern während der Bauarbeiten?
Plan zum Neubau des Physikzentrums. Zeichnung nach meinem Gedächtnis. (Google Maps)
Anscheinend will man eine Art Übergangsgebäude bauen, in die die verschiedenen Institute nacheinander überwintern sollen. Im rechts eingebundenen Bild sieht man das, an was ich mich noch von heute Mittag erinnern konnte. Auf der Wiese südlich2 der Werkstatthalle zwischen Zentrum und Helium-Verflüssigungsanlage soll der Bau in zwei Bauabschnitten entstehen wobei die jetztige Halle für die Helium- und Stickstoffaufbereitung dafür abgerissen werden muss.
Was genau danach kommt steht noch in den Sternen. Zum Beispiel ob das neue Physikzentrum dann an gleicher Stelle wieder aufgebaut werden soll, der Übergangsbau verschwinden soll und vor allem wann – keine Ahnung. Auch ob es wirklich zu den oben beschriebenen Maßnahmen kommt ist natürlich nicht klar, nichts davon ist offiziell.3 Ich werde meine Ohren weiterhin offen halten.
Davon losgelöst gibt es aber noch zwei Sachen. Vor ein paar Wochen gab es einen Bombenfund vom Kampfmittelräumdienst durch Analyse von Satellitenbildern. Angeblich soll nordöstlich von der Werkstatthalle in 13 Metern Tiefe ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg begraben sein.
Gefunden hat man ihn, weil man für die Theoretiker im Physikzentrum ein neues Gebäude an dieser Stelle bauen will. Die einstöckige und 400 m² große Erweiterung soll mehr dringend benötigte Büros zur Verfügung stellen.
Die Zeichnung ist eingenordet, habs nur vergessen dran zu schreiben. Übrigens ganz lustig, dass das Physikzentrum exakt von Süden nach Norden ausgerichtet ist. [↩]
The Big Picture zeigt wieder einmal mehr eine grandiose Sammlung astronomischer Bilder. Diesmal gemachte Aufnahmen der Sonde Cassini, die seit 2004 den Saturn umkreist und dabei jede Menge Fotos schießt. Das ist schon ziemlich faszinierend, wenn man sich vorstellt, dass das ~ 1,5 Milliarden Kilometer entfernt passiert. Und ein anderer Planet. Mit vielen Monden. Und Ringen. Hach …
Unlängst wurden wir von Florian, dem Betreiber von Astrodicticum simplex1 gefragt, ob wir nicht einmal das Blog-Teleskop ausrichten wollen. In diesem alle zwei Wochen stattfindenden Ereignis stellt jeweils ein anderes Blog eine Übersicht dessen vor, was es so an neuem heißen Scheiß in den Astronomieblogs zu finden gibt. Die mittlerweile 24. Ausgabe2 wird also vom physikBlog (Hallo! Das sind wir!) präsentiert.
Fangen wir mal mit dem für alle wahrscheinlich naheliegensten Thema an: Ostern. Florian hat sich drangesetzt, alles Mögliche zum Datum dieses Feiertags herauszufinden und das im Beitrag “Astronomische Ostern” inklusive ausführlicher mathematischer Beschreibung zusammengefasst.
Ein aus astronomischer Sicht größeres Thema zum Beginn des Aprils war die 100-Stunden-Astronomie vom 2.-5. April.3Hierundda wurde das weltweite Event beworben, bei dem viele Teleskope ihre Tore für Besucher öffneten. Bei Lichtecho sind während der Zeit aufgenommene Galaxienbilder bebloggt und bei Asterythms der eigene Beitrag zu astronomischen Hobbybeobachtungen beschrieben worden (inkl. derErgebnisse). Bei dem Blog zum Astrojahr 2009 hat sich Daniel die Mühe gemacht, alles was er finden konnte zusammenzustellen.
Ebenfalls in die Zeit fiel die Jährung eines der Ereignisse der Menschheitsgeschichte. Als erster Mensch lernte Juri Gagarin am 12. April 1961 die extraterestiale Schwerelosigkeit kennen — und das völlig ohne ein Hollywoodstudio! Zu Ehren dessen findet an diesem Datum die »Yuri’s Night« statt, bei der auf der ganzen Welt, dem Orbit und dem Mond dieses große Ereignis zelebriert wird. Florian fasst zusammen, was so passiert ist, während Stephan vom Zwischen Himmel und Erde-KOSMOlog von seiner Erfahrung bei der jurischen Nacht in Wien bloggt.
Heiße Raketenstartbilder wird es nach dem 6. Mai geben. Denn dann startet von unserem Lieblings-ESA-Flughafen4 Kourou eine schmucke Ariane-5-Rakete. Mit an Board wird ein Doppelgespann an Satelliten sein: Herschel und Planck. Was Herschel (und Planck)5 so machen, das gibt’s bei Florian.
Übrigens zeigt das Cassini-KOSMOlogdie ersten zur Erde gefunkten Bilder des kürzlich gestarteten Kepler-Teleskops.
Zwischendurch, zur konzentrisch-radialen Mittefindung und Entspannung:
Zurück zu den Raketen: Dass so ein Raketenstart auch mal die Gemüter im negativen Sinne erhitzen kann sieht man momentan an Nordkorea. Dort erfolgte am 5. April der Start des ersten nordkoreanischen Satelliten6, der u.a. wegen angeblicher Fallout-Gefahr7 von anderen Regierung sehr kritisch angesehen wird. Ausführlich auseinandergenommen ist die Thematik in Astra’s Spacelog.
Ein anderes satellitengestütztes Projekt eines kalifornischen Stromkonzerns will im Erdorbit Solarenergie sammeln und in hochfrequente Funksignale umwandeln. Diese sollen dann zur Erdoberfläche gesendet werden und somit die Energie übertragen. Mehr zu der abgespaceten Stromerzeugungsmethode gibt es bei heise.
Die Entwicklung der Technik ist also durchaus faszinierend, bedenkt man, dass das früher als Science Fiction und Außerirdischen-Technologie abgetan worden wäre. Dementsprechend fehlt auf dieser 1968er Version einer UFO-Tabelle auch jeglicher Hinweis auf einen Laser-Energie-Beam (via Kraftfuttermischwerk).
Wenn Menschen zuviel Laser-Beam abbekommen, oder sogar ohne Startenergie in übermäßig angeregte, chaotische Sphären hinausschweifen, dann machen sie so lustigen Kram, wie Sekten gründen. In Zeiten von Internet, Atombombe und der Hollywoodverfilmung der Mondlandung kann so eine Sekte auch schon mal eine UFO-Sekte sein. Wie man mit diesen abgespaceten Jüngern umgeht, das gibt das Lichtecho, gewissermaßen als UFO-Sekten-Packungsbeilage wieder.
War es früher kein Problem, nachts in den Himmel zu gucken und UFOs Sterne oder Astronauten auf Weltraumspaziergang zu finden, so ist das heutzutage schwieriger. Der Grund dafür ist die zunehmende Lichtverschmutzung, also z.B. helle Städte, so dass schwach leuchtende Objekte am Himmel überstrahlt werden. Auf Astrodicticum simplex und Himmelslichter wird eine DIY-Methode zur Messung der Lichtbelastung durch feinwellige Strahlung vorgestellt. Ebenfalls bei Himmelslichter gibt es den Hinweis auf eine morgen stattfindende politische Debatte zu diesem Thema.
Trotzdem hat es die dritt-intelligenteste Rasse auf dem Planeten8 geschafft, einige ziemlich knorke Sachen zu entdecken oder erfinden. Was nach Meinung der großen Internetmasse wohl das Beste davon ist, dass kann man noch zwei Tage bei der NASA abstimmen (via Galaxienentwicklung).
Das Berliner SpaceCamp, was bei Uhura Uraniae in aller Ausführlichkeit beschrieben wird, ist allerdings nicht dabei.
Jede Menge Platz zum weiter Entdecken bietet der Saturn mit seinen Ringen und Monden. Das KOSMOlog Cassini beschäftigte sich ausführlich mit dem Markenzeichen des Elektronikmarktes Planetens und der Atmosphäre des Saturnmondes Titan.
Ja. Der Weltraum. Unendliche Weiten.
Und wo wir gerade beim Thema wären. Zum bald anlaufenden neuen Star-Trek-Film gibt es ein paar neue Videos. Außerdem hat Herr Merchandise uns ein Star-Trek-Parfüm gebracht. Endlich!
Und wer in unserem kleinen Ausflug zur weltraumhaften Popkultur auf der anderen Seite der Macht steht, der braucht mit diesen Go-Green-T-Shirts endlich kein schlechtes Gewissen mehr zu haben.
Alles wird gut!
Ach, und übrigens, bei Hinterm Mond gleich links, gibt’s ein verdammt cooles Video darüber, warum wir alle Physik-Typen sind.</zeitschleife>
Überwachungsbild vom dreisten Diebstahl des Magneten beim LHC durch Prinzessin Leia Organa von Alderaan.
Mit diesem Bild wäre nun eindeutig geklärt, weshalb unser Lieblingsbeschleuniger momentan nichts beschleunigt.1
Darüber können auch keine Kittys hinweg täuschen.
Zu sehen in der gestrigen Episode 06 von Southpark auf http://www.southparkstudios.com, die wie immer sehr zu empfehlen ist. [↩]
Das hier ist ein Video von Physikern, die entsprechend den normalen motorischen Fähigkeiten eines Naturwissenschaftlers tanzen. Und zwar nicht im langweiligen Büro oder auf verschiedenen Plätzen der Welt. Nein, sie tanzen beim exzilärsten und spacigsten aller Erdenexperimente: CMS.
Der Weltraum, unendliche Weiten. Traum Vieler, diesen einmal zu bereisen. Vor ein paar Tagen erst informierten wir euch über die gemeinschaftliche Reise zum Mond. Wem das Aktive zu anstrengend ist aber dennoch wissen will, wie es sich anfühlt, da draußen1 zu sein, der sei am 23.04. zu einem Vortrag zu “Arbeiten im Weltall” eingeladen.
Im selbstreferenziellsten und wichtigtuerischsten Prunkbau der exzitärsten2 aller RWTHs, dem Super-Duper-C findet ein Vorstellung des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) statt, mit dem Schwerpunkt auf Raumfahrt. Es wird berichtet über die Vorbedingungen fürs Astronautensein, den Weg dahin und die anschließende Arbeit. Und sicherlich auch, was die DLR überhaupt damit zu tun hat.
In der Veranstaltungsankündigung steht zwar Hans Schlegel als deutscher Vorzeige-Astronaut und ex-RWTH-Student lang und breit erwähnt. Ob er aber selber da ist, ist daraus nicht eindeutig zu erlesen, ich frage mal aber nach. Nachtrag: Hans Schlegel wird selber auch anwesend sein und berichten.
Wer also 1) Astronaut werden will, 2) rein interessehalber mal wissen will, wie das geht oder 3) einfach einen beheizten überdachten Raum für 2 Stunden braucht, der findet sich bitte am 23.04. von 18 bis 20 Uhr im Generali-Saal 6. Etage des Super-C ein. Damit auch für jeden ein Platz garantiert ist, muss man sich (kostenlos) anmelden.3Nachtrag: Es gibt wohl keine freien Plätze mehr, man kann sich nur noch auf eine Warteliste eintragen lassen.
Achtung, aufpassen! Heute werden wir hier mal von der standarmäßigen Herangehensweise abweichen.
Wir sind hier ja absolute Geeks, die mit Wissenschaft überzeugen1. Unser Verstand ist scharf wie eine Rasierklinge.
Was uns antreibt, das ist heiß wie Frauenunterwäsche und so abgehoben wie ein Flugzeug eines großen, amerikanischen Flugzeugherstellers. Superwissenschaftlich und manchmal auch pseudomystisch.
Es geht um Alpha, Zeta, Eta, Theta, Iota und Omega — schließlich hören sich Variablen immer besser in Griechisch an2. Wichtiger allerdings: Die Konzepte, die dem, was sie beschreiben, zu Grunde liegen. Die Prinzipien faszinieren uns. Jawohl.
Und das alles ist der Grund,
warum wir nicht nur physikBlog lesen und schreiben, nein, sondern uns auch denken “Was ist mit diesem Typen los? Was brabbelt der für einen Schwachsinn?!”, uns folgendes Video anschauen, mitwippen und nach 3 Minuten und 39 Sekunden “Aaaah!” sagen.
Vor einem halben Jahr habe ich hier schonmal über die kalte Fusion berichtet. Eine (wirklich) kurze Einführung, worum es geht:
Bei der Kernfusion ist es das Ziel, Atomkerne zu verschmelzen. Macht man das mit leichten Kernen (z.B. Helium) entsteht dabei Energie — so wie in der Sonne. Dummerweise braucht man bestimmte Bedingungen, damit das auch klappt. Entweder hohen Druck und enorme Temperaturen (heiße Fusion) oder man schafft andere Rahmenbedingungen, damit das auch bei Raumtemperatur klappt (kalte Fusion).
1989 hat eine Forschergruppe erstmals behauptet, die kalte Fusion entdeckt zu haben, das stellte sich leider als falsch heraus. Vor knapp einem Jahr hat eine japanische Arbeitsgruppe die gleiche Entdeckung mit einem anderen Verfahren behauptet. Der Beweis dazu steht allerdings noch aus. Und jetzt gibt es wieder eine Gruppe, die behauptet, Energie mit kalter Fusion erzeugt zu haben.
Eine Forschergruppe um Mosier-Boss des US-Navy-Instituts Space and Naval Warfare Systems Command (SPAWAR) in San Diego behauptet, einen Effekt beobachtet zu haben, der mit kalter Fusion zu erklären sei. Das haben sie im Oktober 2008 in einem Paper veröffentlicht und nun auf einer Konferenz in Salt Lake City vorgetragen.
Das verwendete Experiment sah so aus: In einer Lösung aus schwerem Wasser (Deuterium), Lithiumchlorid und Palladiumchlorid befanden sich zwei Elektroden, zwischen denen eine Spannung angelegt wurde. Aufgrund dieser Elektrolyse des Palladiumchlorid ist das Experiment sehr ähnlich zum ersten von 1989 — dort kam Palladium und schweres Wasser zum Einsatz.
Das Prinzip des Rückschlusses auf Neutronen (Quelle: NewScientist)
Neben dem Experiment wurde ein Teilchendetektor aus Plastik gebaut, in dem nach ein paar Wochen drei 3-µm-lange Löcher entstanden sind. Diese Löcher stammen wohl von α-Teilchen1, die von einem hochenergetischen Neutron mit 14 MeV erzeugt worden sein sollen. Und dieses Neutron kann in dieser Energie nur aus einem Kernfusionsprozess entstehen.
Dummerweise gibt es noch ein paar Probleme mit dem Experiment:
1. Das Experiment muss reproduziert werden können, das steht noch aus.
2. Es ist nicht klar, ob die Spuren im Detektor wirklich auf ein Neutron schließen lassen oder nicht durch Hintergrundstrahlung oder andere Effekte hervorgerufen sind.
3. Wenn man das ausschließen kann und es wirklich Neutronen aus der Elektrolyse sind, dann ist die Frage ob man das Experiment so erweitern kann, dass man damit schließlich Energie gewinnen kann.
4. Und dann besteht noch die Frage, warum das überhaupt funktionieren kann. Alle bisherigen theoretischen Ansätze sagen voraus, dass kalte Fusion nicht sein kann.
Letzte Kommentare