Das war..: Das physikBlog bei der Aachener Wissenschaftsnacht

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Da standen wir also.
Um uns herum scharenweise Menschen – und noch mehr Kinder. Alle wollen sie erklärt haben, wie das denn funktioniert. Und sie wollen mal ihre Hand reintun. Und mal drüberlaufen. “Na klar, deswegen sind wir hier!”.

Das physikBlog war auf der Aachener Wissenschaftsnacht 2008. Mit nichtnewtonschem Experiment. Im Flur vor den Seminarraumen standen wir. Und das schon seit 16:30.
Denn dann trafen wir uns mit unseren zahlreichen Helfern um die Maisstärke mit Wasser zu vermischen.
Ein paar Tage zuvor hatten wir die extra beim Aldi vorbestellte Maisstärke abgeholt. 270 Packungen an der Zahl. In tausenden von Eimern und myriaden Wannen wurde von fleißigen Händen dann die Maisstärkeflüssigkeit angerührt. Immer so, bis man beim Kneten drin stecken blieb.
In der Zeit machten André und ich die Wanne fertig. Auch die war schon in der Woche gebaut worden1 und musste jetzt noch aufgebaut und getweakt werden.
Als auch das fertig war, konnten endlich die 2,80 * 0,60 * 0,15 m3 mit Maisstärke gefüllt werden.

Um 19:irgendwas öffneten auch wir unsere Tore2 und der Zuschauerstrom näherte sich asymptotisch unserem Experiment.
Und so sollte es auch für die nächsten fünf Stunden bleiben.

Alex lief über die Bahn und erklärte dabei wiedermal, wie das funktioniert, was da gerade passiert. André half den Kinder- und Erwachsenenhänden beim Spielen in der Flüssigkeit und erklärte dabei wiedermal, wie das funktioniert, was da gerade passiert. Ich half Kindern3 beim Laufen über die Bahn und erklärte dabei wiedermal, wie das funktioniert, was da gerade passiert.

Es machte riesigen Spaß. Bis um irgendwas vor 12, als so langsam der Besucherstrom an Dichte verlor und wir das Problem des Aufräumens nicht mehr an Futureandré und Futureandi weiterreichen konnten. Vor uns erstreckte sich ein Flur, der homogen mit weißem Pulver bedeckt war. In Wannennähe nahm die Dicke der Schicht immer weiter zu. Die Kinder from Hell hatten ganze Arbeit geleistet.
Die Wanne wurde ihres Inhalts entledigt, und in kleinen, verdünnten Stückchen den Abfluss im Innenhof hinuntergeschüttet4; der Raum wurde in mehreren Schritten bis nahe der klinischen Reinheit bereinigt — und der Hausmeister schloss hinter uns um 2:00 das Karman ab, nachdem auch das letzte Beatles-Lied verklungen war.

Es war, um es mit einem einzigen Wort zu sagen: awesome. Um es mit mehr Worten zu sagen: herausragend, toll, spitzenmäßig, umwerfend, unglaublich, spaßig. Fetzig.

André und ich möchten uns besonders bei allen Helfern bedanken, die das physikBlog beim Experiment unterstützt haben. Besonders besonders Dank an die Aufräumer, die mit uns bis mitten in die Nacht gewischt haben und sich dabei eine Staublunge eingefingen, gegen die die Lunge eines chinesischen Bergarbeiters aussieht wie ein OP-Tisch.
Danke, Sarah, Basti, Oli, Hape, Vera, Dirk, Martin, Martin, Andrea und Alex.

Fotos haben wir auch ein paar geschossen.
Live in meinem (1|2|3|4) und in Martins (1|2) Twitteraccount.
Oder aber mit so richtiger Kamera von André bei Picasa Web und von Martin bei flickr.

  1. Danke, Papaseineschreinerei! []
  2. Es musste noch geputzt werden… Hätten wir da schon gewusst… Naja. []
  3. keinen Erwachsenen, da wollte keiner… []
  4. Mit Hilfe eines durch Klebeband und Gartenschlauch verlängerten Wasserschlauchs, den die Fassadenarbeiter freundlicherweise hatten liegen lassen… []
Kurzlink
Kategorien: Experimentatives, RWTH
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11 Antworten auf Das war..: Das physikBlog bei der Aachener Wissenschaftsnacht

  1. André sagt:
    #1

    Sauber, danke für das Schreiben, Andi!

    Aber du hast ein Attribut zur Beschreibung des Abends vergessen: fetzig!

  2. Andi sagt:
    #2

    Bitte :).
    Das fetzig-Vergessen war natürlich ein unpässlicher Fehler meinerseits. Ist drin!

  3. hape sagt:
    #3

    wenn sich der Zuschauerstrom asymptotisch genähert hat, heißt das nicht, er hat das Experiment nie erreicht? ;).

  4. Andi sagt:
    #4

    Ja, bezogen auf die Gesamtzahl haben nur wenige tatsächlich das Experiment erreicht. Mit Fehler passt das dann asymptotisch ;).

  5. Basti sagt:
    #5

    Ein Spaß ohnegleichen! Vor allem wenn man, wie ich, nur kurz hilft um sich das Lob abzuholen, aber den ganzen blöden Kram wie sich ne Staublunge holen weglässt.

    Eine Mordsgaudi! Ohnehin hat mir die ganze Wissenschaftsnacht gefallen. Vor allem der Physikbereich. Very unterhaltsam.

  6. Andi sagt:
    #6

    Yes in deed, it was!

  7. patrick sagt:
    #7

    Ich halte an meinen Postulaten für nächste physikblog-Flüssigkeits-Experimente fest: Mehr pink (oder rosa) und mehr Kätzchen!
    Und vielleicht Kinder, die in die Wanne fallen, wenn ich dabei bei… ;)
    Aber eigentlich schafft es kein Bild, meine Anwesenheit zu belegen, war ich überhaupt da?

  8. Andi sagt:
    #8

    Wer bist du?

  9. hape sagt:
    #9

    Oh die Fehlerbalken, die sich hinterrücks in den Grenzbereich schieben, sich dann aber erst nicht trauen wollen, selbst durch über die Wanne zu laufen.

  10. #10

    Und wieso bedankt sich hier niemand bei mir? Immerhin habe ich geholfen die Wanne zu leeren. Ohne meine tatkräftige Unterstützung wäre der Abend vermutlich nur halb so fetzig gewesen.

  11. Andi sagt:
    #11

    Oh, da hat sich wohl der Fehlerteufel unter unsere tasmanische Feuerteufel gemischt.
    Wir hatten dich für einen Streuner gehalten, der seine Zeit zu überbrücken versuchte. Und mit diesem anderen komischen Typen versuchte, das Unigelände zu stürmen.