Es ist nun knapp zwei Wochen her, seit der LHC offiziell angeschaltet und wieder abgeschaltet wurde. Die Welt steht noch, das physikBlog sowieso und neue Katzenbabies werden geboren. Zeit, noch einmal zurückzublicken. In die Zeiten damals, als es noch keinen LHC gab. Die PräTeV-Ära1 sozusagen.
Natürlich war das kein Druck auf den roten Knopf, der den LHC startete. Wenn überhaupt ein virtueller roter Knopf, aber eigentlich gibt es keinen konkreten Start. Der LHC schubste auch schon zwei Wochen vorher Teilchen umher – nur eben nicht ganz rum. Und neue Erkenntnisse wird man auch nicht sofort gewinnen, noch gibt es keine Kollisionen (die ersten werden Ende des Jahres irgendwann nächstes Jahr erwartet) und allgemein läuft erstmal alles im Schongang. Bis es soweit ist, dass man in unbekannte Bereiche vordringt, wird noch viel Milch und Honig im Land-wo-Milch-und-Honig-fließen geflossen sein.
Dennoch war es ein bombastisches Ereignis, da in der Nähe von Genf. Einem ganzen Haufen kluger Köpfe fiel die monatelange Last, alles fertig zu bringen, an diesem Tag von den Schultern. Und alle, die nichts auf den Schultern hatten, aber trotzdem mit feiern wollten, konnten sich in diverse Hörsälen real gemeinschaftlich oder daheim beim Webcast virtuell gemeinschaftlich mit freuen.
Dummerweise ist der große Teilchenspaß schon kurz danach wieder vorbei gewesen. Es gab ein Problem in der Elektrik, ein Kabel zwischen zwei Magneten ist aufgrund der hohen Ströme durchgeschmort. Zunächst dachte man noch, man würde das Problem binnen einer Woche in den Griff bekommen. Ein erneuter Versuch am Freitag letzter Woche zeigte aber, dass mehr Arbeit investiert werden müsste. Also bleibt der LHC jetzt erstmal für zwei Monate abgeschaltet.
Zwei Monate? Wegen eines durchgeschmorten Kabels? Naja, es scheint ziemlich viel des Kühlmittels Helium entwichen zu sein, so dass ein Abschnitt jetzt erstmal für Reparaturarbeiten erwärmt werden muss. Und danach muss wieder abgekühlt werden. Dass der ganze Nicht-Spaß so lange dauert kann man sich leicht vorstellen, wenn man daran denkt, wie man mal schnell das Bier kalt stellen will. Nur dass man jetzt nicht auf angenehme Trinktemperatur will, sondern auf 1,9 K2, das braucht eben seine Zeit.
Wir werden euch jedenfalls auf dem Laufenden halten, was da im CERN so vor sich geht.
Und wer nach unserer CERN’ed-Reihe wahlweise immer noch nicht weiß, wie der LHC funktioniert oder nicht genug LHC-Stuff bekommt, der kann sich nach dem Klick noch ein wirklich gutes Erklärungsvideo anschauen.
DirektTeilchenkollision – via Nerdcore







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