Monatsarchiv für August 2008

CERN’ed: Der Weg zum LHC

Wer kennt das nicht: Man hat einen 27 km langen Tunnel über und weiß nicht, was man damit anstellen soll. Klar, normalen Menschen fallen da sofort ganz bestimmte sinnvolle Dinge ein mit Schlagworten wie Marathonlauf1, Vernissage2, Karussel3 oder auch Atommüll-Endlager4. Nun sind Physiker aber nunmal keine normalen Menschen, sondern eben Physiker. Und da beim CERN so viele Menschen dieser Art versammelt sind, war es klar, dass etwas anderes rauskommen würde.

Der Tunnel des LEP unter der Schweiz und FrankreichDoch fangen wir vorne an: Das CERN hatte zwischen 1989 und 2000 den LEP (Large Electron-Positron Collider) in Betrieb; ein Speicherring, in dem Elektronen und Positronen beschleunigt und aufeinandergeschossen wurden. Und für eben diesen LEP-Beschleuniger wurde ein Tunnel gebohrt, ausgehend vom CERN-Gelände und (fast) kreisrund mit einem Umfang von 26,7km.

Der LEP hatte seine Aufgabe erfüllt5, und da man ein Experiment nunmal irgendwann beendet, auch wenn es noch so viel Spass macht, beschloss man den LEP-Beschleuniger im Jahre 2000 auszuschalten. Leider ist ein Tunnel aber teuer. Sehr teuer. Wirklich teuer. So kostete der Bau des LEP (Tunnel und Beschleuniger, aber ohne die Experimente) 1,3 Milliarden Schweizer Franken6. Das ist viel Geld, sogar für Schweizer. Zwar war klar, dass man die Geräte nicht mehr gebrauchen kann, aber der Tunnel war da – und so ging die Suche nach einem sinnvollen Nachfolge-Experiment los.

Eigentlich bestand die Idee für den LHC schon, bevor der LEP überhaupt gebaut war7. Bereits 1984 wurde in einem Symposium in Lausanne8 beschlossen, nach dem LEP eine Maschine zu bauen, die Protonen gegeneinander schleudert. Und da “Große Protonen-Schleuder” doch zu stümperhaft klang, gab man dem Ganzen den Namen “Large Hadron Collider” oder kurz LHC. And here we are.

Nach den 16 Jahren Planung wurde 2000 der LEP aus dem Tunnel ausgebaut. Dafür mussten 40.000 Tonnen Material aus dem Tunnel (maximale Tiefe 135m) an die Oberfläche geschafft werden, das entspricht in etwa dem Gewicht von 13 Millionen Kätzchen, mit dem Problem, das Magnete nicht laufen können. Außerdem müssen die Kavernen für die Experimente vergrößert und erweitert werden, Zuleitungstunnel werden gegraben, der Tunnel wird neu vermessen und so weiter und so fort, kurz: Man hat genug zu tun.

Wer die Marmelade leer macht, der muss neue aus dem Keller holen. Kaum ist der Tunnel also leer, fängt man auch schon an ihn wieder voll zu machen. Also alle Magnete wieder rein9, neues Rohr für die Protonen gebaut, damit die auch in Ruhe fliegen können, und alles schön aneinander bauen. Fertig.
Das hat nochmal 8 Jahre gedauert. Eben bis 2008.
Und jetzt kann’s los gehen.

Ach ja: Wer es noch genauer wissen will und findet dass Stichpunkte eh viel cooler sind als ganze Sätze, der findet hier in übersichtlicher Weise die Geschichte des LHC zusammengefasst.

  1. “Der CERN-Marathon ist berühmt dafür, dass man sich voll und ganz auf seinen eigenen Laufstil konzentrieren kann: Nichts lenkt ab.” []
  2. “Das Tunnelambiente verbindet sich vorzüglich mit dem Werk des Künstlers und schafft eine Atmosphäre von unendlicher Tristesse.” []
  3. “Die nächsten 27 km sind rückwärts!” []
  4. Scheiterte wohl an der zu reichen Bevölkerung um den Genfer See. []
  5. So wurden hier die Massen der W- und Z-Bosonen sowie die Zahl der leichten Neutrino-Familien bestimmt []
  6. das sind nach heutigem Kurs etwa 800 Mio.€, aber den heutigen Kurs darf man da auch eigentlich nicht ansetzen, ist ja schon ein paar Jährchen her []
  7. Physiker sind vorausschauende Menschen []
  8. man will ja auch nicht immer von der gleichen Seite auf den Genfer See gucken []
  9. Aber natürlich neue, bessere, tollere. Eigentlich sogar die Tollsten. []

CERN’ed: Das CERN der letzten 55 Jahre

CERN. Das steht für Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire. Wer des Französischen in etwa so mächtig ist wie ich des Reitens: Übersetzt heißt das ungefähr “Europäisches Konzil für Kernforschung”.
Und das ist genau betrachtet etwas verwirrend. Auf zwei Ebenen: Wieso Konzil? Und wieso Kernforschung?
Fangen wir vorne an. Zeitlich jetzt.

Irgendwann im Frühling des Jahres 1952 saßen ein paar Vertreter Europäischer Staaten zusammen. Mit Sicherheit gab es Kaffee1. Sie hatten eine Idee. Sie wollten ein staatenübergreifendes, state-of-the-art Forschungszentrum zur Erforschung von Atomen und Kernen und sowas gründen. Sie riefen ein Konzil ins Leben, welches dieses Forschungszentrum gründen sollte. Und so kam es auch: 1954, nachdem man sich auf den Standort in Genf in der Schweiz geeinigt hatte, wurde das CERN gegründet. 12 Staaten Europas waren an Bord und legten 1955 den Grundstein.
Das klare, selbstgesteckte Ziel war es, Grundlagenforschung zu betreiben und völlig unabhängig von der (finanziellen) Macht des Militärs zu bleiben. Alle Ergebnisse sollen veröffentlicht werden.
Man einigte sich bald auf einen Namen, Organisation Européenne pour la Recherche Nucléaire (Europäische Organisation für Kernforschung). Doch OERN als Abkürzung wäre alles andere als hübsch gewesen, außerdem hatte sich CERN schon eingebürgert. Also nahm man kurzerhand CERN weiterhin als Abkürzung. Frage eins: Check.

Zu den 12 Gründungsstaaten gehörten Deutschland (damals noch bekannt unter ‘West Deutschland’), Großbritannien und Frankreich. Diese drei trugen 1970 ca. 65% des CERN-Budgets von 670 * 106 Schweizer Franken2. Seit 1954 sind ein paar Länder zum CERN dazu gekommen, abgesprungen, wieder dazu gekommen, so dass jetzt 20 Länder als Mitglieder dabei sind.
Darüber hinaus gibt es Beobachterstaaten und -organisationen, zu denen z.B. die USA, Indien, die UNESCO und die Europäische Kommision gehören. Diese dürfen überall beim CERN mit im Sandkasten spielen, nur keine Entscheidungen treffen. Und darüber hinaus gibt es noch 35 Nicht-Mitglied-Staaten die in irgendeiner Weise am CERN involviert sind.
Es arbeiten ca. 2600 Angestellte direkt, ca. 8000 Wissenschaftler indirekt von 580 Universitäten und Instituten am CERN.
2008 tragen die Mitgliedsstaaten 1 Milliarden Schweizer Franken zum CERN bei. Das sind ca. 660 Millionen Euro, von denen der Hauptteil immer noch von Deutschland (nämlich knappe 20 Prozent) gestemmt wird.

Zur Gründung des CERNs dachte man noch, man würde sich mit der Erforschung des Atomkerns beschäftigen. Also Zerstören, Teilen, Spalten, Zusammenführen, Streuen. Das Übliche. Schon bald aber entschied man sich, etwas mehr in die Tiefe zu gehen3 und die Längenskalen etwas zu verkleinern. Man wollte erforschen, woraus eigentlich Kerne aufgebaut sind und was da unten so alles Lustiges passiert. (Ahja — Frage zwei: Check.)
1957 wurde der erste, kleinere, 1959 dann der damalig größte Teilchenbeschleuniger mit 28 GeV4 in Betrieb genommen.

In solchen Teilchenbeschleunigern schickt man klitze, klitze kleine Teilchen immer weiter im Kreis herum und beschleunigt sie dadurch, bis sie fast Lichtgeschwindigkeit haben. Dann lässt man sie gegeneinander oder auf ruhende Teilchen prallen und guckt sich an, was passiert. Das unterstützt entweder die Theorie. Oder auch nicht.

Möchte man Teilchen heftiger aufeinander prallen lassen, braucht man immer mehr fast Lichtgeschwindigkeit und Energie. Außerdem sollte man den Durchmesser des Beschleunigerrings5 erhöhen. So kam es innerhalb einer Kooperation dazu, dass jetzt ein Teil des großen Beschleunigerrings in Frankreich liegt – unterirdisch.

In den Jahren gingen ein paar Nobelpreise direkt oder indirekt ans CERN. Man entdeckte Antiwasserstoff und konnte es sogar in größerer Stückzahl herstellen6. Außerdem konnte man ein paar Elementarteilchen entdecken und vermessen. Resultate, die ganz nach Rezipient mehr oder minder spektakulär aufgenommen werden.

Unabhängig des Rezipienten kann wohl eine Entwicklung als absolut spektakulär bezeichnet werden.
1989 stellte ein bis dahin unbekannter Tim Berners-Lee fest, dass internationale Kooperation im Zeitalter von Internet mehr braucht, als simple Datenübertragung. Zwei Jahre später wurde am CERN das World Wide Web erfunden. Also dieses famose Ding, was euch täglich das physikBlog nach Hause bringt. Danke, Tim.
Ein großes Experiment wie LHC braucht allerdings eine neue Stufe internationaler Rechnerkooperation: Das (World Wide) GRID steht schon in den Startlöchern.

Morgen geht’s weiter mit der großen physikBlog-CERN-Serie “CERN’ed“.
Quelle der Bilder: CERN Press-Office und flickr

  1. Schließlich gehört Kaffee zur Physik, wie Mehl zum Backen. Für Katzen gilt dasselbe. []
  2. Millionen natürlich. []
  3. Ob es zu langweilig war? Nur eine Vermutung… []
  4. Zur Klassifizierung der Größe (und der Coolheit) von Teilchenbeschleunigern zieht man die Größe eV (Elektronenvolt) heran. Das ist eine Energie. Das G davor ist genauso wie bei Festplatten. G steht für Giga (also 1000*1000*1000), T für Tera und so. []
  5. Eine Möglichkeit, große Energien zu Erhalten, ist es, Teilchen im Kreis zu schicken. Immer und immer wieder. Jeder Umlauf erhöht dabei die Energie ein bisschen. Zur Vollständigkeit sei hier noch erwähnt, dass es ebenfalls Linearbeschleuniger gibt. Die funktionieren eigentlich gleich, beschleunigen allerdings nicht auf einer Bahn im Kreis sondern auf einer geraden Strecke. []
  6. Erinnert sich noch einer an diesen Dan Brown? []

physikPraktikum #2: SQUIDs

SQUID steht für Superconducting QUantum Interference Device und ist damit sogar ein erstaunlich naheliegendes und unpeinliches Akronym. Squid ist allerdings auch das englische Wort für Tintenfisch, weswegen sich der Hersteller unserer Versuchsapparaturen entschieden hat, sein Magnometer Mr. Squid zu nennen und ein putziges Weichtier1 vorne drauf zu malen.

Unser Tintenfisch sieht so ... fischig aus. - Zieh ihm halt eine Fliege an.

Mr. Squid

Das erinnert irgendwie an den eher unfreiwillig komischen Captain Vakuum, und dass der gute Mr. S. eine Fliege trägt, trägt auch nicht viel zu seiner Seriösität bei. Leider hat der zugehörige Versuch dann auch nicht mehr viel an Witz zu bieten, eher an Momenten des Wartens und der Fummelei. Die Exzellenzinitiative oder wenigstens ein guter Techniker ist nämlich noch nicht bei den Apparaturen dieses Versuchs angekommen. Nach dem Mr. Squids Fühler endlich auf 77K2 abgekühlt war und wir uns Daten zu den bunt flimmernden Strichen ausgedacht die ersten Werte abgelesen hatten, war Mr. S. anscheinend nicht sehr erfreut, dass wir an ihm rumspielten, und hat einfach den Dienst verweigert. Ebenfalls wenig erfreut war unser Tutor darüber und auch, dass sich trotz Bitten, neuen Batterien und Aufschrauben nix mehr am Gerät getan hat, während er verzeifelt versucht hat, den Grund für das Nichtmehrfunktionieren zu finden:

“Did you break it”

“Nope”

“Did you touch it?”

“Öhm, yes?” (wie auch sonst sollte man die notwendigen Einstellungen vornehmen…)

“Are you sure you did not break it?”

*seufz* “oh sorry I mean” *sigh*

Zum Glück war die andere Gruppe früher fertig und wir konnten an ihrem Gerät die noch ausstehenden Präzisionsmessungen vornehmen.

\"SQUIDS sind die genausten Messinstrumente die je gebaut wurden.\"

Präzisionsmessung

Aber da die paar Kurven auf dem Oszilloskop auch das einzige waren, was wir ablesen (und später auswerten) mussten war es ein doch eher streßfreier Einstieg ins diessemestrige Praktikum. Und ein SQUID braucht in etwa zwei Kickerspiele lang, um sich von 77K wieder auf Raumtemperatur aufzuwärmen.

  1. das übrigens auf dem Bild eigentlich auf dem Kopf steht []
  2. Nichtphysikern hilft google weiter []

physikBlog goes CERNish

Es gibt große Tage im Leben. Die Geburt, das erste vollständig zusammengebaute Lego-Haus, Einschulung, Abitur, Führerschein, Quantenphysik-Schein, der Start der nächsten Staffel LOST.
Alles bloß Peanuts. Kleine unbedeutende Erdnüsse.
Denn der Tag, der bald kommt, der ist sowas von wichtig und groß und bedeutend. Da braucht man mit Vergleichen gar nicht erst anzufangen. Wir wären nicht das physikBlog, wenn wir es nicht trotzdem tun würden. Also: Der Tag, der kommt, ist so wichtig, wie damals, als Aristoteles das letzte Einhorn geteilt hat, als Einstein mit dem Photoeffekt die Dampfmaschine entwickelte, als vor 15 Jahren Newton das Web erfunden hat. Und natürlich, als die letzte Staffel LOST anlief.

Am 10. September werden die Teilchen des Universums kurz stehen bleiben, wenn das, woran tausende Wissenschaftler Jahre gearbeitet haben gestartet wird. Wenn irgendwo in der Schweiz das Licht für einen kleinen Moment aus geht.
Am 10. September wird der LHC im CERN seinen Betrieb vollständig aufnehmen. Und die Physik verändern.

Grund genug um hier im physikBlog unsere nächste große Serie zu starten: CERN’ed
In “CERN’ed” erklären wir, was das CERN ist, was da ab dem 10. September so fetziges passiert und mit welchen Dingen wir in der Zukunft zu rechnen haben. Außerdem klären wir die Frage, wann wir denn endlich Mini-Schwarze-Löcher zwecks Weltuntergang bauen.

Haltet euch also fest und spread the word!

Unter dem Tag “CERN’ed” veröffentlichte Beiträge:

Radioaktive Fußballer?

Metin Tolan ist Physiker, hat mittlerweile sogar neben seiner Erwähnung in diesem1 Blog einen eigenen Wikipedia-Artikel und beschäftigt sich auch dann mit Physik, wenn andere Leute Erdnüsse zählen oder überlegen, wie sie ihr Bier so öffnen können, dass sie ihre Frau damit beeindrucken können, nämlich z.B. beim Star-Trek- oder James-Bond2-Schauen.

Pünktlich zum neuen Saisonstart schreibt er jetzt auch in seinem Blog über Fußball aus der Sicht einens Physikers. Dabei geht es weniger um die physikalischen Vorgänge beim Fußball (wobei auch denen einige Beiträge gewidmet wurden), sondern mehr um die viel interessantere Statistik rund um Fußball. Da dort nämlich eh nur ein paar mal pro Spiel aufs Tor geschossen wird, spielt der Zufall eine wesentlich stärkere Rolle als zum Beispiel beim Basketball, wo sich bei 40-60 Würfen nun mal fast immer die Mannschaft mit der statistisch besseren Wurfquote (gut, es spielen da noch viele andere Statistiken wie Rebounds usw. eine Rolle, aber vielleicht schreibt Herr T. ja mal ein Basketballblog, sobald Nowitzki in die Nationalmannschaft zurückkehrt) durchsetzt. Die Hinrundentabelle der letzten Saison entspricht dann nämlich auch von der Punkte-Verteilung her qualitativ einer Tabelle, die ausgehend von gleichstarken Mannschaften simuliert wurde. Wer also noch ein wenig für das B-Praktikum üben möchte, kann dann ja mal anhand der auf dasfussballstudio.de frei verfügbaren Daten die Ergebnisse von Metin Tolan überprüfen oder selbst nach anderen Korrelationen suchen.

-Metin Tolans Blog Querkraft

  1. nur um eins klarzustellen, das ist kein maskulines ‘diesem’, es heißt immer noch DAS BLOG []
  2. siehe Andrés Artikel []

physikPraktikum #1: elektrische Leitfähigkeit

Ich habe keine Ahnung, ob das hier wirklich eine Serie wird, aber Potential ist, ob der vielen anstehenden Versuche (und diversen Autoren, die momentan Praktikum machen), fAIL durchaus vorhanden. Also mach ich einfach mal den Anfang.

Gestern fing das Fortgeschrittenenpraktikum Teil A an, Fachrichtung Festkörperphysik. Auch wenn der erste Kontakt mit den Messapperaturen ein “fAIL” war, konnte man diesen ersten Tag durchaus als einen guten Start in das Praktikum bezeichnen.

Solltet ihr gerade in der misslichen Lage sein, nicht an einem Physikpraktikum teilnehmen zu können: keine Sorge. Echtes Praktikumsfeeling gibts natürlich frei Haus. Für unsere Leser ist uns kein Aufwand zu hoch und kein extra Service zu teuer. Kosten und Mühen wurden gescheut um abermals einen Webcamstream1 auf die Beine zu stellen. Einfach oben auf “physikBlick live!” klicken, schon seid ihr dabei. Diesmal sogar mit Chat!

Was es ebenfalls beim letzten Praktikum gab, war ein Kaffeecounter. Da aber unser Kaffeeveteran mit speziellem Koffeinverarbeitungsorgan Dirk dieses Jahr nicht mehr dabei ist2, wäre das ganze ziemlich langweilig. Also haben wir den Kaloriencounter eingeführt. Oder so ähnlich.
Jedenfalls lässt sich neben Kaffee so ein Praktikum nur mit ordentlich Süß- und Knabberkram aushalten, also haben wir gestern nach dem Versuch eingekauft. Genauer gesagt 13.931,85 kcal in Süßkram und 6592,5 in Getränken, macht zusammen stolze 20.524,34 kcal! (Wert ohne Taschenrechner und Kugelschreiber.)

Nach dem Dings gibts mich mit frisch verdampfenden Helium. ‘physikPraktikum #1: elektrische Leitfähigkeit’ weiterlesen

  1. Neudeutsch für Internetkameraströmung, davon abgleitet auch die Internetkamerastromdichte und der Internetkamerastromerzeugungsquerschnitt []
  2. bedingt durch die verminderte Gruppengröße von 4 auf 2 []

ATLAS in 6 Minuten

Ein Experiment für einen Teilchenbeschleuniger zusammenbauen? Wo ist da das Problem?
Das schafft man doch in knappen sechs Minuten.

YouTube-Direktzeitraffer

Das Zeitraffer-Video wurde von Tim Head aus den Daten der öffentlich zugänglichen “ATLAS Eye”-Webcam zusammengeschraubt. Mehr dazu auf der passenden AtlasAssembly-Seite, wo das Video auch heruntergeladen werden kann.

Von Fieber, Knoten und physikBlogs

Ich glaub zuerst schrieb mich André an, ich soll doch mal was schreiben für das physikBlog. Kurz danach bekam ich die selbe Nachricht vom Andi. Natürlich reiner Zufall! Aber die Akquise scheint ja doch zu funktionieren: Hier bin ich!

Eigentlich dachte ich immer es gäbe nichts was ich mitteilen wollte, aber als ich dann eines Tages mit Fieber im Bett lag und mich physikalische Fieber- oder fiebrige Physikträume quälten, wurde ich eines besseren belehrt. Nachdem ich mich mühsam aus einem imaginären Glaskasten befreit hatte, wegen dem ich mich nicht bewegen konnte1, kam die Allmacht auf die Idee, mich mit physikalischen Problemstellungen zu quälen.

Ich sah mich einem großen Knoten aus Seilen 5 verschiedener Farben gegenüber, und mir war sofort klar: Das sind die Grundkräfte der Physik , und meine Aufgabe war sie zu entheddern. Ich versuchte also mein Bestes, aber es wollte nicht gelingen. Nach ungefähr 10 hoch 46 Planck-Zeiten fiel mir auf: Es gibt nur 4 Kräfte in der Physik. Also verbrachte ich den Rest der Nacht damit, zu ergründen, was diese verflixte fünfte Kraft ist. Hat nicht geklappt. Erlöst wurde ich nicht durch die Erkenntnis, sondern durch Paracetamol.

Wie dem auch sei, ab sofort werde ich hier ein bisschen mitwirken. Vielleicht auch ein bisschen viel. Wer weiß schon was die Zeitdimension auf der positiven Achse noch versteckt hält. Und wenn ihr mal Fragen habt – fragt mich:

  1. Merke: imaginäres Glas lässt sich nicht kaputt schlagen! []

Videodensystem

Chemikalien in Flaschen
Man nehme einen Wissenschaftler, dessen einsteinesker Zottelhaar-Freak-Koeffizient nur durch seine restlichen Nerdparameter übertroffen wird; man nehme ein kleines Team von jüngeren Wissenschaftlern, deren Lust, Dinge in die Luft zu jagen wunderbar mit ihrer Videodrehaffinität korreliert – und man nehme 118 der lustigsten Elemente unserer Erde.

Man bilde eine Internetlinearkombination aller drei Zutaten, alterniere verschiedene Faktoren, mische sie fröhlich durch den Internetmixer und leite sie zwei Mal nach YouTube ab.

Nun muss nur noch nach dem Parameter “c-o-m” aufgelöst werden und schon haben wir eine außergewöhnliche Internetseite.

Nämlich die Seite des Periodic Table of Videos.
Unter diesem Namen stellt ein Team der Universität zu Nottingham rund um einen Professor jedes Element des Periodensystem mit kleinen YouTube-Filmchen vor. Es geht von Alpha bis Omega Wasserstoff bis Ununoctium1. Und immer gibt es entweder kleine Experimente über interessante Eigenschaften des Stoffs oder es werden Anekdoten und Geschichten zum Besten gegeben.

Eigentlich kaum zu glauben, aber die dunkle Seite der Macht hat tatsächlich auch interessante Dinge zu bieten. Also, husch, husch, alle Videos anschauen und genug Chemie für eineinhalb Leben lernen. Wer braucht schließlich schon Chemie, wenn er Physik kann?2

Nach dem Klick Ununquadium, dessen Niedlichkeit im Namen nur durch seine Reichhaltigkeit übertroffen wird – man hat gerade mal ein Atom des Elements hergestellt bisher: ‘Videodensystem’ weiterlesen

  1. Von dem ihr jetzt alle wisst, wie ihr es auszusprechen habt. Un-un-octium. Un-un-octium. Schön. []
  2. An dieser Stelle sei auf den ironischen Gehalt dieser Zeilen hingewiesen: Die Zeilen enthalten Ironie. []

10 Dimensionen in 10 Minuten (fast)

Habt ihr auch immer Probleme zu folgen, wenn euer Freund aus der theoretischen Physik euch die Stringtheorie erklären will? Da sollen dann irgendwie 10-dimensionale, winzig kleine Saiten rumwabern und alles miteinander verbinden. Oder so. Dummerweise versteht ihr schon nach der 3. Dimension nur noch Typ-IIB-Stringtheorie, mit geschlossenen Strings und linkshändiger Chiralität bei Fermionen. Oder Quantenvakuumsabsorption im propagierenden Gravitationswellenfeld. Oder von mir aus auch nur Bahnhof.

Jedenfalls ist das nichts schlimmes — mehr als 3 Dimensionen kann sich der Mensch einfach schlecht vorstellen. Warum auch, brauchen wir ja auch nicht, um den Bahnhof zu finden und zur Arbeit zu fahren. Weil die Physik aber alles verstehen will und weil sich die Physiker in den 3 Dimensionen etwas eingeengt fühlen, denken sie sich weitere aus.

Und damit man sich auch was unter den 10 Dimensionen vorstellen kann, hat Rob Bryanton in seinem Buch „Imagining the Tenth Dimension1 das ganze mal versucht zu beschreiben. Zusätzlich hat er noch ein Video extra fürs physikBlog gemacht, das einem zwar nach der 4. Dimension ein wenig Kopfschmerzen (weil kleine bis mittlere Knoten im Hirn durch Faltungen entstehen), ist aber trotzdem sehr gut erklärt.

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