Monatsarchiv für Mai 2008

physikBlog-Powerpoint-Karaoke-Grillparty

Die Sonne brennt am Himmel, die Temperaturen klettern jenseits der 2 * 101 °C.
Zeit für eine Grillparty, Zeit für eine physikBlog-Grillparty!

Und zwar keine ordinäre, einfache Grillparty, wie sie jeder machen kann! Nein!
Wir wollen mit euch zusammen Powerpoint-Karaoke spielen. Powerpoint-Karaoke? Das hat nichts mit Singen zu tun, nein, viel einfacher: Ihr bekommt eine Präsentation1, die euch völlig unbekannt ist und müsst sie improvisierend vorstellen.
Wie das wird? Wissen wir auch nicht! Aber sicherlich überaus spaßig.

Eingeladen ist jeder, der Interesse hat und in den Kommentaren, via E-Mail, Instant Message, Telefon, Briefpost, -taube oder Trommeln kurz Bescheid gibt (bitte inkl. Angabe einer Antwortmöglichkeit).

Stattfinden wird unsere grandiose physikBlog-Powerpoint-Karaoke-Grillparty am Donnerstag, 22. Mai ab 18:00 Uhr (Fronleichnam) in der Melatener Straße in Aachen. Genaue Adresse gibt’s, wenn ihr uns über euer Kommen informiert.
Bei schlechtem Wetter (auch wenn es momentan nicht danach aussieht) werden wir einen neuen Termin bekannt geben.

Ihr bringt mit: Grillgut (Fleisch, Gemüse etc.), Getränke und, ganz wichtig, eine Präsentation. Diese ist nicht für euch, sondern für eine andere Person der Grillparty. Das Thema der Präsentation ist mindestens genauso egal wie der Inhalt.2

Wir stellen Beamer und Grill.

Also, wer ist dabei? Wir freuen uns!

  1. Powerpoint, PDF, egal []
  2. Ihr braucht keine selbst machen! Im Internet gibt’s genug Präsentationen, die man für so etwas missbrauchen kann! []

TED-Talk: Brian Cox über den LHC

Stellt euch vor: Eure Welt dreht sich wie die von jedem anderen, euer Frühstück esst ihr morgens mit einem extra Klecks Mayonnaise genau wie jeder andere – aber vom LHC, davon habt ihr noch nie gehört. Schwer vorstellbar, ich weiß, aber von uns durchgeführte Studien in der sogenannten Restwelt deuten darauf hin, dass diese mitleidbedürftige Untergattung “Mensch” existiert.
Unsere Zentrifugen flogen aus der Bahn, Petrischalen explodierten, Reagenzgläser reagierten nicht mehr während wir forschten. Doch jetzt können wir mit Sicherheit behaupten: Es ist heilbar!

Brian Cox (TED)Brian Cox erzählt im TED-Talk “What really goes on at the Large Hadron Collider” was wirklich im Large Hadron Collider passiert. Das ganze macht er mit einem lovely breiten Britischen Akzent, der nur von der Breite seines Lächelns übertroffen wird. Es macht richtig Spaß ihm beim Erklären vom LHC, von Higgs-Teilchen und vom Universum zuzuhören. Dabei spricht er so einige Sätze aus, die allein schon zitatwürdig wären.

Ein absolut laiengeeigneter Einstieg in das Mysterium der Teilchenphysik. Gucken, unterhalten werden und dieses mal sogar nicht nur nicht dümmer, sondern sogar schlauer werden! Z.B. nach dem Klick weiter unten.

Wer noch nicht genug von Brian Cox1 und dem LHC hat, den interessiert vielleicht sein CERN Podcast. Ein relativ aufwändig produzierter Podcast über Sachen in und am CERN. Er begleitet z.B. ein wenig den “Bad Astronomer” bei seinem Besuch dort.

Wenn ihr also jetzt bei der nächsten Grillparty gefragt werdet “Wofür braucht man so ein schweineteures Ding, was Teilchen im Kreis aufeinander schießt?”, dann könnt ihr so etwas sagen wie: “Um zu verstehen, wie in 13,7 Milliarden Jahren aus ein bisschen Wasserstoff so etwas schönes wie Deine Schuhe (für den eher defensiv Flirtenden) / Du (für den offensiven Flirter) / die Mona Lisa (den Kulturliebhaber, Studienrichtung Anglistik (Lehramt)) / das Stück Fleisch da vorne (der Materialist) / dieses geile Gitarrenriff aus Gram Death (den Black-Metaler, Studienrichtung Soziale Arbeit) / die Nacht (den verkannten Romantiker, Entsorgungswissenschaft) / die Bahnhofsbrücke entstehen (den Suizidalen) konnte.” Klar, oder?
‘TED-Talk: Brian Cox über den LHC’ weiterlesen

  1. Brian Cox hat schon in zwei mehr oder minder erfolgreichen Bands gespielt, u.a. mit Chartspositionen. Und er hat ein paar Filme bei der BBC begleitet. Außerdem war er der wissenschaftliche Berater von Sunshine, diesem Q-Ball-Sonnenexplosionsfilm, der auf Messersschneide zwischen atemberaubenden Effekten und kopfschlagenden Pseudoweltuntergangsphilosophie hin- und herstolpert. []

pB.plots(1): Gutes Wetter

Gutes Wetter

Diese Reihe ist inspiriert vom grosseweltblog und wird in Zukunft hoffentlich weitere interessante Zusammenhänge offenlegen – unsere physikBlog-Laboratories forschen jedenfalls auf hochtouren.

Feynman an der RWTH – LIVE!

Richard Feynman gilt als einer der coolsten Physiker des letzten Jahrhunderts. Er hatte nicht nur eine mega stylische Frisur, sondern sagte auch so kluge Sätze wie: “Wissenschaft ist wie Sex – manchmal kommt etwas Nützliches dabei heraus, aber das ist nicht der Grund, warum wir es betreiben.” Und eine ganze, ganze Menge mehr.

Was viele nicht wussten, ist, dass Feynman auch sonst so Einiges drauf hatte. Neben dem kleinen und dem großen Einmaleins hat er auch Pionierarbeit auf dem Gebiet der Quantenelektrodynamik, QED, betrieben. Und das fand seine Oma auch ganz dufte. Denn Feynman hielt es ganz wie Einstein mit seiner Ganzheitlichen Oma Theorie (GOT, Man hat es erst verstanden, wenn man es seiner Großmutter erklären kann) und war immer bemüht die noch so schwere Theorie in verständliche Form zu hüllen.
Legendär sind seine Vorlesungen, in denen er hochkomplexen Stoff von Dekaden von Forschungsarbeit fast ohne Formeln seinen Studenten vorstellt.

Damit wir uns selbst von seiner Genialität und Legendarität überzeugen können werden wir die Feynmanschen Douglas Robb Memorial Lectures gemeinsam mit allen Interessierten und Interessiertinnen (sprich: EUCH) im Rahmen der Elementarteilchen-I-Vorlesung von Prof. Stahl anschauen. Und nebenbei die QED verstehen. Komplett.

Los geht’s am Donnerstag, 8. Mai um 17:30 im brandneuen Physik-Hörsaal im Physik-Zentrum. Dann setzen wir eine Woche aus und werden die verbleibenen drei Vorlesungen in den folgenden Wochen schauen.
Popcorn, Cola und Photonen sind selbst mitzubringen.

Wer einen von den Erziehungsberechtigten unterschriebenen Entschuldigungszettel vorweisen kann, der bekommt auch von uns den Link, unter dem man sich die Vorlesung im Internet anschauen kann.

Das elegante Universum, Superstring-Theorie und TED-Talk

Brian Greene beim TED-TalkBrian Greene ist Superphysikprofessor an der Columbia University. Er ist Spezialist auf dem Gebiet der Stringtheorie. Ja, sogar auf dem Gebiet der Superstring-Theorie.

In einem TED-Talk mit dem Titel “The universe on a string” hat er grafisch aufwändig vorgestellt, was das Superproblem ist, dass sich in der Weltformel (eben nicht) zusammenfassen lässt. Und was der Ansatz von ihm und anderen theoretischen Superphysikern ist. Nämlich die Welt durch kleine Blitze zu beschreiben, durch Superstrings.
Mit hübschen Super-3D-Animationen und Superameisen und Superman erklärt er, wo sich versteckte Dimensionen befinden könnten und warum man die nur aus der Nähe eines Telegraphenkabels erkennen kann. Oder so. Ein kurzer, aber oberflächlich sehr guter Blick auf die Theorie der Superstrings.

Brian Greene hat darüber hinaus ein superpopulärwissenschaftliches Buch geschrieben: Das elegante Universum. Oder anders, weil auf Englisch, “The elegant Universe“. Bereits seit 1999 geht’s in ihm ebenfalls darum, wie mit der Stringtheorie einmal alles erklärten werden können könnte.
2003 hat der PBS1 innerhalb seiner sonst auch außerordentlich guten NOVA-Wissenschaftsreihe das Buch in einen Film fouriertransformiert. Und das tolle daran, die drei Stunden sind komplett online anschaubar. Nicht bei zwielichtigen Diensten wie YouTube oder Google Video, nein, ganz offiziell auf der Seite des PBS. Super, oder?
Legt also mal kurz den Greiner unter die Kaffeetasse, schließt das ROOT-Fenster und öffnet dafür die PBS-Seite.

Den TED-Talk gibt’s nach dem Klick: ‘Das elegante Universum, Superstring-Theorie und TED-Talk’ weiterlesen

  1. Super Public Broadcasting Service, ein non-profit TV-Sender in USA. []

TED-Talk: Stephen Hawking – Große Fragen zum Universum

Have you met TED?1 André hat zwar schon erklärt, was TED ist, aber ich mach’s einfach nochmal. TED ist ein Akronym für “Technology Entertainment Design” und bezeichnet eine jährlich stattfindende Konferenz in Amerika. Dort gibt es eine Bühne, auf die kann man sich (gegen einen Obolus) stellen und der Welt etwas interessantes erzählen. Was für ein Thema man wählt, bleibt einem völlig selbst überlassen. Im Laufe des folgenden Jahres – oder sogar noch länger, werden die einzelnen TED-Talks dann ins Internet gestellt. Und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Zu recht.

Stephen HawkingAuf der letzten Konferenz redete unser aller Lieblingspopulärastronom Stephen Hawking und stellte “Große Fragen über das Universum“.
Das zehn Minuten lange Video kann auf der TED-Seite im Flash-Player2 angeschaut, oder auch heruntergeladen werden.

Nach dem Klick habe ich es auch hier eingebunden.

Und für ein paar Tipps zu nicht ganz so physikalischen TED-Talks, z.B. von Al Gore, einfach mal in meinem Blog vorbeischauen. Oder selbst die TED-Talks durchbrowsen. Aber nicht zuviel vorweg nehmen, dies soll eine kleine, lose Serie hier im Lieblingsblog werden. ‘TED-Talk: Stephen Hawking – Große Fragen zum Universum’ weiterlesen

  1. Dieses Zitat stammt aus der großartigsten, aller Comedy-TV-Serien: “How I Met Your Mother“. Es handelt sich um ein sehr komplexes Spiel. []
  2. Achtung, zumindest bei mir lässt dieses Mistding regelmäßig meinen Browser abstürzen. Wenn nicht am Anfang, dann mit Sicherheit dann, wenn man die Webseite verlässt… []

SNEWS – Supernova Frühwarnsystem

Lang ist’s her, dass ich den Vortrag über Supernovae im physikalischen Kolloquium hörte. Ich nahm mir vor, auf jedenfall darüber zu schreiben, hab es aber irgendwie nicht geschafft. Da ich die letzten beiden Wochen wieder Supernova-involvierende Vorträge besuchte, beschloss ich, dies hier niederzuschreiben. Aber genug des Preludiums…

SNEWS Logo SNEWS ist der abgekürzte Name dieses crazigen Projekts, das ausgeschrieben SuperNova Early Warning System heißt. Der Name ist Programm, denn es handelt sich schlicht und einfach um ein Frühwarnsystem für Supernovaexplosionen.

Was sich vielleicht anhört wie ein Aprilscherz1 ist bitterer ernst: Eine Supernova in unserer Galaxie kommt durchschnittlich etwa alle 50 Jahre vor2 und wenn mal eine stattfindet, will man das natürlich auch mitbekommen. Sind ja immerhin schöne Bildchen, die man da machen kann.

Supernova 1987A Warum das Frühwarnsystem nun funktioniert, liegt an dem Aufbau solch eines Sternenkollapses. Da wird nämlich ein paar Stunden bevor Massen an Licht (oder Physikersprech: Photonen) ausgesendet wird, ganz viel mehr Massen an Neutrinos in die Weiten des Universums abgegeben. Nicht weniger als 99% der freiwerdenden Energie wird von den Neutrinos weggetragen. Man muss also nur gucken, dass man die Neutrinos misst und wenn jetzt auf einmal ganz viele ankommen, dann weiß man, dass eine Supernova stattgefunden hat und in den nächsten Stunden aus der gleichen Richtung lustige Lichtblitze auftauchen.

Der Tank von Super-Kamiokande wird befülltAber genau bei dem Messen der Neutrinos gibt es einen Haken: Neutrinos sind nicht geladen (neutral – Neutrinos, ihr versteht…) und quasi massenlos. Sie wechselwirken also so gut wie nicht mit Materie3 und sind dementsprechend schwer zu messen. Da braucht es dann riesige Wassertanks in einem japanischen Berg oder ganz viele “kleine” Wassertanks in einem russischen Berg oder ganz viele tiefe Löcher im ewigen Eis oder … jedenfalls ganz viele große Projekte.

Viele solche Projekte sind zusammengeschlossen zu einem großen Forschungsnetzwerk, und wenn nun übereinstimmend alle mit Neutrinos bombardiert werden, dann geht bei SNEWS ein Lämpchen an, viele Teleskope werden auf die Quelle gerichtet und massenweise Emails versandt.

Emails? Hä? Richtig, Emails. Man kann sich nämlich auf der Website registrieren und bekommt dann rechtzeitig eine Email, um das nächste großastronomische Event mit dem eigenen Teleskop und einem MilkyWay™ verfolgen zu können. Also schnell hin und anmelden.

  1. ich hatte wirklich erst an einen Scherz geglaubt []
  2. die letzte 1987: Supernova 1987A []
  3. Zitat Wikipedia: “Etwa 70 Milliarden solare Neutrinos bewegen sich pro Sekunde im Mittel durch einen Quadratzentimeter der Erdoberfläche.” – würden die stärker wechselwirken, wäre das ziemlich schlecht für uns ;) []