Monatsarchiv für April 2008

Neutrinodetektion auf Russisch

Russischer NeutrinodetektorNicht jeder man versenkt spacige Kugeln im ewigen Eis oder fährt in Booten in riesigen stylischen Tanks umher um schnuckelige Teilchen zu detektieren.

Zum Beispiel eine kleine, östliche Provinz, in aller Welt bekannt unter dem Namen “Russland” hält es da etwas pragmatischer: Um Neutrinos zu finden nimmt man einfach einen Berg, bohrt hinein und stellt auf einem riesigen, mehretagigen Areal Detektionskammern auf.

Auch wenn die Station von außen verlassen aussieht, sie läuft immernoch. Mit Strom und allen drum und dran. Deswegen kann man Fotos drin machen. Und die sehen dann so aus.

Gefunden über GetWonder, wo man auch bestaunbare Sammlungen von Bildern von Blitzen, von Wirbelstürmen, von Nordlichtern und Vogelmomentaufnahmen findet (die allerdings allemal mit Sicherheit von irgendwo geklaut sind…).

CD + Arsen + X = LASER?

Ich habe letzte Nacht geträumt, dass man irgendwie mit einer CD einen LASER-Strahl erzeugen könnte, indem man etwas an der CD reibt bzw. die CD darunter weg dreht. Zusätzlich habe ich mir im Traum noch aufgeschrieben – ich wollte das ja schließlich für das physikBlog irgendwann nachmachen – , dass man dazu Arsen braucht.

Da ich heute den Tag über immer mal wieder drüber gegrübelt habe, was mein Unterbewusstsein gemeint haben könnte, ich aber nichts passendes finden konnte, frage ich mal die intelligentesten Leser der Welt1: Hä?

  1. euch! []

Unbelievable: Firefox is from Outer Space!

Unsere Mitarbeiter der physikBlog-Laboratories in der ISS haben letztens aus dem Fenster geschaut und dabei erstaunliches festgestellt: Es war dunkel!

Und nur weil es dunkel war, konnte das Hubble-Teleskop bereits 2002 von dem veränderlichen Stern V838 Monocerotis so schöne Fotos machen, die dem Firefox-Logo1 erstaunlich ähneln.

Firefox kommt aus dem Weltall!

Damit ist auch geklärt, warum der Firefox so erfolgreich ist: Er hat einfach die fortschrittlichere, weil außerirdische, Technologie. Auf den Seiten des Hubble-Teleskops gibt es übrigens noch ein paar Bilder.

(via Nerdcore, ursprünglich aber wohl Newlaunches.com)

  1. der erst 2004 “gegründet” wurde [link] []

Neuentwicklung: Titanoxychlorid-Pflanzen

Wenn es um Forschung geht, ist die RWTH-Aachen ja ganz vorne mit dabei. Zuletzt durch die Exzellenz-Initiative bestätigt. Um zu sehen, was da so gemacht wird mit dem extra Geld, muss man einfach nur ein wenig seine Augen offen halten, während man so durch die Institute schlendert. Dann sieht man zum Beispiel mitten im Flur stehende, ausladende und speziell gepimpte Pflanzen:

Neu: Titanoxychlorid-Pflanzen

Jetzt bleiben nur noch die spannende Fragen was ist Titanoxychlorid und wozu braucht man es? Und was passiert mit einer Titanoxychlorid gedüngten Pflanze? Werden dann an ihr kleine Pi-Quers wachsen? Oder dient sie als natürlicher Lebensraum für den Quantenkrabbler1?
Ich erwarte Antworten!

  1. Der Quantenkrabbler ist übrigens ein beliebtes Haustier von Physikern. Er ist besonders pflegeleicht, da er sich selbstständig von angeregten Zuständen ernährt und dafür auch mal größere Strecken mittels Quantensprüngen zurücklegt. []

Millennium Technology Prize

“Anwalt, der [An-walt] – ein Jurist, der aufgrund seiner Zulassung durch die Landesjustizverwaltung zur Wahrnehmung fremder Interessen tätig ist”1

Mensch, bin ich froh, dass unser aller Lieblings-Uni sowas nicht beherbergt. Sonst könnte es einem irgendwann einmal so ergehen wie Dr. Andrew Viterbi. Dessen Anwalt sagte irgendwann mal:

Ich als dein Anwalt rate dir,…

… das lohnt sich nicht.” Denn dieser besagte Ingenieur aus Übersee hatte einst in den 70ern2 eine Algorithmus zur Fehlerkorrektur in der heutzutage doch recht häufig verwendeten digitalen Übertragungstechnik geschrieben. Schade nur für Ihn, dass da noch niemand wusste was man mit W-Lan-Kabeln so alles machen kann. Genau aus diesem Grund hat oben benannter Anwalt Ihm auch geraten, auf so einen “unverwentbaren” Algorithmus bloss kein Patent anzumelden.

Millennium Technology Prize logo Als Trost dafür ist er jetzt für den 2008 Millennium Technology Prize nominiert. Der wird von der finnischen Industrie und Regierung für bahnbrechende und aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenkende Erfindungen vergeben. Zusammen mit 5 anderen herausragenden Forschern3 strebt er dannach, in die Fussstapfen von Shuji Nakamura und Tim Berners-Lee zu treten. Letztgennanter ist (natürlich) Physiker, und hat das Internet erfunden. Ja, “Wer hats erfunden?” – ich weiss, die Schweizer. Er ist nur für DIE drei großen Ws4 verantwortlich, aber er kam ja auch nur aus Oxford.

Die anderen sind für so sinnvolle Sachen wir Biometrischer Fingerabdruck, superschnelle langstrecken Kommunikation und nochmal was biologisches, aber auch biltzschnell. Einen Drogentest ohne Nadel und mit Nix! Gemacht wird das Ganze über ein Polymer, das irgendwie durch seine besondere Struktur-Matrix (vermutlich 3×3) in den Körper eindringen kann. Klingt ziemlich komisch, aber ich bin ja auch kein Biologe.

Nichts desso trotz: passt auf wenn sich demnächst jemand völlig Fremdes an euch randrückt und ihr mal wieder zuviel Kaffee mit Quantenmechanikbüchern kombiniert oder nur mal so fünfundsiebzig Kügelchen Meskalin eingeschmissen habt.

Schlussfazit: Forschen lohnt sich, aber vertraut niemals eurem Anwalt! Auch nicht wenn er Benicio Del Toro heisst!

  1. aus dem Brockhaus []
  2. genauer ‘67 []
  3. zu Dr. Randy Giles findet man leider nichts []
  4. Wer? Wie? Was? []