physikBlick #2: Nichtnewtonsche Flüssigkeiten

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Kommentare

Wer unser Live-Blog gelesen hat, der weiß es: Es war wieder soweit, das physikBlog-Team hat sich mit großer Verstärkung an ein nicht-altes Experiment gewagt: Die Untersuchung der Nichtnewtonschen Flüssigkeiten.

Eine Nichtnewtonsche Flüssigkeit ist z.B. eine Mischung aus Maisstärke und Wasser. Diese Masse zeigt nicht-übliche Eigenschaften, die der Normalmensch nicht aus dem Alltag kennt. Bewegt man langsam und mit fast keiner Kraft seinen Finger durch die Mischung fühlt es sich an wie eine Flüssigkeit. Übt man hingegen Kraft aus, so hat man es mitnichten mit einer Flüssigkeit, sondern eher mit einer knetbaren Masse zu tun (Bewegtbilder dazu im Video).

Das Verhalten ist in der Molekülstruktur der Stärke begründet. Stärke kann man sich als kleine Körnchen vorstellen, die eine nicht-glatte Oberfläche besitzen. Stellt man nun eine Mischung her, in der die Stärkekonzentration groß genug ist, existiert nur noch ein kleiner Schmierfilm Wasser zwischen den einzelnen Körnchen. Ohne Kraft wirkt es nun wie eine etwas dickflüssige Flüssigkeit, mit Kraft werden die Körnchen zusammengedrückt und das Wasser verdrängt. Die Körnchen verhaken sich und die Flüssigkeit wird fest.

Was man damit alles Schönes machen kann, wie viel Spaß man dabei haben kann, all das und noch Vieles mehr seht ihr in folgendem Video:

Link: Sevenload-Direktnichtnewton

Danke an Katharina für die Stimme am Anfang und an all unsere Helfer; an Alex, Danni, Katharina (ja, dieselbe) Christian, Thommy, Dirk, Herrn Schneevoigt und Herrn Feld. Und natürlich Dank an die Physik!

Fotos gibt’s in unserer passenden Picasa-Web-Galerie oder ein paar ausgewählte nach dem Klick:

Kurzlink
Kategorien: Experimentatives, physikBlick, Videotives
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18 Antworten auf physikBlick #2: Nichtnewtonsche Flüssigkeiten

  1. Katharina sagt:
    #1

    Schicke Bilder, schickes Video, schicker Versuch!

    Weiter so :)

  2. André sagt:
    #2

    … Schicke Stimme *lach*

  3. Oli sagt:
    #3

    Cooler Versuch :) Super Video!

  4. David Prochnow sagt:
    #4

    schick, schick. aber war es nicht kalt da draußen unter der lampe?

  5. André sagt:
    #5

    Joa, ein bisschen. Die anderen hatten auch alle Schuhe und dicke Jacken an. Aber das war mir irgendwie zu anstrengend.

  6. Richard sagt:
    #6

    kewl!

  7. wutz sagt:
    #7

    Wieso denn nicht Natrium-Dampf?

    gelbe Straßenlaternen sind doch Natrium-Dampf Gasentladungslampen.

  8. André sagt:
    #8

    Du hast natürlich Recht, auch die Straßenlaterne funktioniert mit einer Gasentladung von Natriumdampf. Allerdings ist das, soweit ich weiß, eine heiße Gasentladung oder so, bei der noch Licht anderer Wellenlängen durch Atomstöße emittiert wird – deswegen hätte das für unser Natriumdampflampen-Experiment nicht funktioniert.
    Und daher habe ich mich anscheinend zu der falschen Aussage leiten lassen.

  9. Simone sagt:
    #9

    Hallo Jungs (und Mädels?),

    ich weiß, ich habe hier gar nichts verloren, denn ich bin weder Studentin (seufz, leider) noch Physikerin (zum glück ;-) ) …. aber bei der Vorbereitung einer Experimente-AG in der Grundschule meiner Kinder bin ich auf eure Seiten gestoßen (genial!!) und habe mich in euer Stärke-Video verliebt. OK, das war jetzt zu dick aufgetragen, aber der Stärkebrei ist mein absolutes Lieblingsexperiment geworden. Unglaublich ist, dass man davon weder in Kinder-Experimentierbüchern noch in den ganzen Experimente-Sammlungen im Internet lesen kann. Deshalb ist das sozusagen mein Geheimtipp, und ich möchte diesen tollen Brei den Kindern nicht vorenthalten. Natürlich habe ich selbst schon nachmittagelang damit herumgespielt, aber noch nie gemessen, wieviel Stärke man eigentlich auf sagen wir mal einen Liter Wasser braucht. Könnt ihr mir da eine Info geben? Vielleicht kriege ich ja doch genug Stärke für eine kleine Lauffläche zusammen. Denn: Drinrummatschen ist schön, aber drüberlaufen ist bestimmt die Krönung. Euer Video würde ich übrigens gerne als Link auf dem Arbeitsblatt angeben. Habt ihr ja sicher nichts dagegen? Ich werde es auch gebührend loben.

    Grüße,
    Simone

  10. André sagt:
    #10

    Hallo Simone,

    auf den Seiten des physikBlogs ist jeder interessierte Leser willkommen, unabhängig davon, weswegen. Und besonders freuen wir uns natürlich, wenn es Leser außerhalb unseres Bekannten- bzw. Mitstudentenkreises sind :)

    Zu deiner Frage: Ich habe einmal im Kleinen eine Messung durchgeführt und kam zum Ergebnis, dass man auf einen Liter Wasser etwa 1,2 kg Speisestärke braucht und daraus sich dann etwa 1,8 l “Pampe” ergeben (wenn ich mich noch richtig erinnere). Jedenfalls kamen bei dem großen Experiment etwa 45 kg Speisestärke in die Wanne, die dann am Ende etwa 70-80 l fasste.
    Die Beschaffung der Speisestärke kann ich in beliebigen Aldi-Filialen empfehlen, 45 cent für eine 400 g Packung, selbst die Großmärkte kommen da kaum drunter.

    Gerne kannst du den Link zum Experiment angebenen, neue Leser sind schließlich immer willkommen :)

    Grüße André

  11. Simone sagt:
    #11

    Eigentlich wärmt man ja so uralte Blogbeiträge nicht mehr auf ;-) , aber ich wollte doch noch kurz berichten, dass wir das Stärke-Experiment tatsächlich letzte Woche in meiner Experimente-AG durchgeführt haben, und es war ein voller Erfolg (kommt in der Beliebtheit nun direkt nach den unter Wasser brennenden Wunderkerzen). Manche Kinder sollen zu Hause sofort nach Stärke verlangt haben, andere musste ich nach der Stunde mit allen Mitteln davon abhalten, die Pampe im Ranzen mit nach Hause zu schmuggeln. Allerdings haben wir es doch nur in Schüsseln zusammengerührt. Das mit dem Drüberlaufen bleibt bisher noch ein Traum von mir …

  12. André sagt:
    #12

    Super, danke für den Bericht! Freut uns, dass es so gut angekommen ist. Fragt sich nur, wie lang es noch dauert, bis irgendwann ein riesen Hype losgetreten wird ;)

  13. Simone sagt:
    #13

    Mmh, da sprichst du eine echte Gefahr an. Ich sehe es schon kommen: Stärke-Partys in der Disco, DSDS (Deutschland sucht den Stärkestar) im Fernsehen, Stärkeschwarzmärkte an Schulen und Public Stärking auf allen öffentlichen Plätzen. Vielleicht hätte ich mich in der AG doch besser auf das Experimentieren mit Salzsäure, Nitroglyzerin und Knallgas beschränken sollen.

  14. André sagt:
    #14

    true story!

  15. Marina sagt:
    #15

    Als ich eine Episode von Numb3ers gesehen hatte (S04E16), in dem das Phänomen beschrieben wird, hab ich ein bisschen gegoogelt und das wirklich sehr nette Video hier gefunden. Ich frage mich allerdings wirklich, warum das Phänomen nicht viel bekannter ist. Als ich klein war, und das ist schon etwa 45 Jahre her, hab ich das anomale Verhalten von Flüssigkeiten ganz allein beim Anrühren von Puddingpulver entdeckt. Damals hatte ich zwar keine Ahnung von Newton, dachte aber mein Leben lang, das es jeder schon erlebt haben muss, denn wer hat noch nie gemacht was auf jeder Packung steht: “Von der Milch drei bis vier Esslöffel abnehmen und damit das Pulver anrühren.”

  16. Andi sagt:
    #16

    Ja, letztendlich ist es tatsächlich etwas verwunderlich, dass dieser Effekt erst in den letzten Jahren populär geworden ist… Ich weiß allerdings auch nicht, wieso.
    Ah doch: Das physikBlog gibt’s erst seit 3 Jahren. Da _muss_ ein Zusammenhang bestehen ;) .

  17. Martin sagt:
    #17

    Hallo,

    bin gerade auf dieses Video gekommen. Echt toll.

    Ich kann mir schon vorstellen, warum das nicht so bekannt ist. Die Kirchen haben doch gar kein Interesse. Wissen wir doch jetzt, daß deren Gründungsmitglied einfach nur Stärke in den See gerührt hat, bevor er darauf rumgelaufen ist. Also nur ein fauler Trick und nix göttliches.

    Martin

  18. dertyp99 sagt:
    #18

    Danke ein sehr schönes SCHÜLEREXPERIMENT !

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