Monatsarchiv für August 2007

Doku zum Großen fermatschen Satz

Ihr kennt das.
Ihr stellt die wildeste und zugleich coolste Formel aller Zeiten auf. Der Beweis erscheint euch so dermaßen trivial, und außerdem müsst ihr gerade Kippen holen, das Wasser kocht über und eure Katze wirft gerade n-Linge, dass ihr ihn nur gerade irgendwo hinkritzeln wollt. Aber verdammt. Der Buchrand ist zu klein! Was jetzt? Das Wasser! Die Katze! Und Kippen!

So ging es auch vor ein paar Jahren Fermat. Der hatte behauptet, dass an + bn = cn nur für n ≤ 2 gilt, aber nie einen Beweis dazu geliefert. Erst knappe 350 Jahre später gelang es einem Mathematiker 1994 unter Benutzung modernster Mittel den Satz zu beweisen. Gut vorstellbar, dass Fermat’s Last Theorem über die Jahre eine ziemlich legendäre Sache wurde.
Hier die passende Doku dazu, bei Google-Video (45 Minuten). Nach dem Klick, of course: ‘Doku zum Großen fermatschen Satz’ weiterlesen

Das physikBlog klärt auf: Sommerloch

sommerloch_temperaturkurve.pngBild: Internet
Visualisierung: physikBlog
Punkt: physikBlog

Als Sommerloch wird eine ungewöhnlich starke Ausprägung eines Lochs innerhalb des Sommers bezeichnet.
Dieses Loch kann man meßtechnisch durch die Aufzeichnung des Temperaturverlaufs innerhalb eines Jahres (sog. “Temperaturkurve für ein Jahr”) darstellen (rechts). Etwas weniger bunt kennt man es aus diversen Tageszeitungen.

In Überlieferungen taucht das Sommerloch erstmals 2593 v. Chr. auf. Dort noch unerforscht berichtet der Hofschreiber Cheops beim Bau der Cheops-Pyramide in einem zweirolligen Essay vom Sommerloch als eine Flaute, die die Arbeiter und auch ihn ereile. Immer wieder gehörte seitdem das Sommerloch zu einem ständigen Mitspieler bei allen historischen Ereignissen. So ging beispielsweise Atlantis unter, als es in ein riesiges Sommerloch fiel. Kolumbus entdeckte Amerika nur, weil er ein Sommerloch umschiffen musste. Und bei Tante Elfriede wurde nur wegen der Sommerlochlangeweile der Gartenzwerg mit dem süßen Schnurrbart geklaut.

sommerloch_suess.pngSüß. Das Sommerloch.

Doch während all der Jahre blieb die Herkunft und Ausprägung des Sommerlochs im Ungewissen. Namhafte Wissenschaftler der unterschiedlichsten Professionen stellten wildeste Theorien auf. Die wohl bekanntesten sind von Huygens, der das Sommerloch als eine Art allgegenwärtiges Medium der Belanglosigkeit zu beschreiben ersuchte, von Einstein, der behauptete, das Sommerloch würde mit zunehmender Geschwindigkeit größer und von Hawking, für den ein Sommerloch im Zentrum einer jeden Galaxie für allen Schwachsinn verantwortlich ist.
Es wurde aber nicht nur theoretisiert, es wurde auch experimentiert. Stütze sich die Forschung am Anfang des 20. Jahrhunderts noch auf Kaliumpermanganat, wurde doch sehr schnell klar, dass kein violetter Stoff für das Sommerloch verantwortlich sein kann. Er müsste gelb sein. Mit dieser Erkenntnis breitete besonders China seine Vormachtstellung in der Curryforschung aus und versuchte so, das Sommerloch zu erklären. Doch auch China war kein Erfolg gegönnt.

In der jüngeren Vergangenheit wird nun wieder das Feld der Sommerlochforschung erweitert.
Die 2007 gestartete Mars-Sonde “Phoenix” besitzt ein Modul der Welt-Wetter-Organisation (WTO) an Bord, das einen Zusammenhang zwischen den kürzlichen gefunden Marslöchern und dem Sommerloch untersuchen soll. Eine Korrelation sei allerdings unwahrscheinlich, so Franz Piper aus Dorsten.
Ein Forscherteam aus Kaarst untersuchte 2006 das Ozonloch auf eine Gemeinsamkeit mit dem Sommerloch. Doch bis auf fünf Buchstaben konnte kein Anhaltspunkt für eine Verwandtschaft gefunden werden. Jens Plattgen aus Jena untermauert dies mit seiner Theorie, dass das Sommerloch auch schon wesentlich älter als das Ozonloch sei: “Das Sommerloch ist ja schon wesentlich älter als das Ozonloch!”.
Zwei junge Forscher einer richtig wahnsinnig tollen Hochschule des tieferen, westlichen Rheinlands behaupten bisweilen, sie haben in einem bisher nicht rekonstruierbaren Experiment aus einem handelsüblichen Taschen-Schwarzen-Loch ein Sommerloch erzeugt. “Das war groß! So ‘n Oschi!”, so die Nachbarin.

Ist auch Herkunft und Ausprägung des Sommerlochs ungewiss, hat die Modeindustrie doch sein Potenzial begriffen. Große und renommierte Modelabels wie “D&G”, “Boss” und “kik!” werden in ihrer Sommerkollektion 2008 auch ein Loch haben.
Tierheime freuen sich, treue Sommerlöcher an liebenswürdige neue Besitzer abzugeben. Auch wir vom physikBlog haben schon ein knuffiges Sommerloch durch unsere Hallen laufen.

Wie tief ist das Sommerloch? Schwitzt es? Kriegt auch das Sommerloch Sonnenbrand? Und was macht eigentlich Helgas Kaltblutaraber?
Wir wissen es nicht. Aber Antworten nehmen wir, wie immer, in den Kommentaren entgegen.

Praktikumsloch

Hilfe! Wir (Andi und ich) verfallen gerade in ein Praktikumsloch. Schrecklich.

Keine Angst vorm Atom

Viel zu lange kein spaßiges Video mehr eingebunden! Also …
Kennt ihr das nicht auch? Ihr wacht schweißgebadet nachts auf und habt ein großes Feindbild vor Augen. Ihr könnt noch so oft gegen grelles Licht schauen, es geht einfach nicht weg. Das Atom!
Doch, wie der folgende kleine Clip zeigt: Keine Angst vorm Atom! Echt jetzt!

[via Jens]

QM

Nächstes Semester gehts los (jedenfalls planmäßig für meinen Jahrgang) mit theoretischer Quantenmechanik. Für die, die schon jetzt panisch versuchen, Photonen zu verscheuchen, Katzen einzufangen oder Quantenradierer* in den Schredder zu jagen kann ich beruhigen: verstehen tut die QM eigentlich keiner.

Auch die anderen Antworten des Fragebogens lohnen sich mitunter. Einfach mal schauen, was die prominenten Physiker so geantwortet haben. Vielleicht habe ich ja auch Lust, demnächst mal diesen Fragebogen hier auszufüllen. Oder wer anders.

* das Experiment zum Quantenradierer wird kommen, versprochen. Aber wir haben momentan noch logistische Probleme mit dem Versand der benötigten Photonen von www.photons-shop.com. Sie können sich einfach nicht entscheiden, ob sie mit UPS oder DHL transportiert werden wollen.

Die 10 besten Gründe nicht seine Mathe-Hausaufgaben zu machen

Nein, das physikBlog steigt nicht in die nervigen Panelshows ein. Noch nicht. (Notiz an mich selbst: Satire über Physiker bei Panelshows ausdenken. Mit Newton, Einstein, und sowas, die darüber erzählen, wie sie es erlebt haben, als z.B. der erste Apfel gefallen ist. Oder ein Space-Shuttle an die ISS angedockt hat. Oder…)
Wer kennt das nicht? Da schreibt man über mehrere Stunden die wildesten Matrizenmultiplikationen zusammen, leiht sich dort ein Epsilon größer Null, nimmt sich hier noch ein kleines Ringintegral. Und dann wacht man schweißgebadet 10 Minuten vor dem Abgabetermin auf und stellt fest, dass die Übung augenscheinlich von einer Gravitationswelle erwischt und mit ihrem Inversen multipliziert wurde.
Genau: Wir nicht.
Aber wir könnten uns sowas vorstellen, oder? Und deswegen, die Top 10 Excuses For Not Doing the Math Homework:

10. I could have sworn I put the homework inside a Klein bottle, but
this morning I couldn’t find it.
9. I took time out to snack on a doughnut and a cup of coffee.
I spent the rest of the night trying to figure which one to dunk.
8. I couldn’t figure out whether i am the square of negative one or
i is the square root of negative one.
7. I locked the paper in my trunk but a four-dimensional dog got in
and ate it.
6. I have a solar powered calculator and it was cloudy.
5. I was watching the World Series and got tied up trying to prove
that it converged.
4. I have the proof, but there isn’t room to write it in this margin.
3. I could only get arbitrarily close to my textbook. I couldn’t
actually reach it.
2. Isaac Newton’s birthday.
1. I accidentally divided by zero and my paper burst into flames.

Jetzt seid ihr gefragt: Mehr Gründe?! Schaffen wir die 20?

[via Katharina, so indirekt irgendwie]

Flaschenzug?!

Ich war letzte Woche auf einem Lehrgang des französischem Katastrophenschutzes mit dem THW in Frankreich, das dort zu Gast war. Dort wurden uns diverse Sachen beigebracht, unter Anderem auch der Flaschenzug bzw. dessen Prinzip. Ich hörte ein wenig gelangweilt zu und fragte mich, warum das so ausführlich erklärt wird – das Flaschenzugprinzip kennt doch jeder.

Als ich mich in der Runde umschaute und dabei in lauter fragende Gesichter blickte wurde mir klar, dass das Prinzip anscheinend doch nicht so klar ist. Es dauerte ungefär eine Stunde, bis unser Truppführer es allen erklärt hat.

Das warf in mir die Frage auf: Warum wissen das so wenige? Wird das nicht in der Schule in der 7. Klasse oder so erklärt? Immerhin: fast alle vom THW kannten das Prinzip – fragt sich nur, ob durch die Ausbildung im THW, bei der das durchaus schonmal vorgekommen sein kann oder durch die Schulbildung?

Ich sags ja immer, die Physik (und auch die Mathematik) wird einfach viel zu häufig nur als lästiges Anhängsel in der Schule gesehen, ihren praktischen Nutzen sehen leider viel zu wenige.

Sterne und so.

Theophysik ist ein Arschloch, Höma verwirrt dich und im Praktikum machst du höchstens den Versuchsaufbau kaputt? Macht nix, denn du bist trotzdem gescheiter als ein PC, zumindest für die Belange der Initiatoren von Galaxy Zoo. Die suchen nämlich Leute, die für sie Galaxien anhand von Fotos derselben als Balkengalaxie, Spiralgalaxie oder elliptische Galaxie klassifizieren. Und wenn ihr dabei einfach behauptet, die würden sich immer linksrum drehen, könnt ihr nebenbei ein paar Physiker gehörig ins Schwitzen bringen. Bisherige Untersuchungen an einigen hundert Galaxien lassen nämlich vermuten, dass bei der Rotation eine Vorzugsrichtung vorliegt, was mit den aktuellen Modellen nicht erklärt werden kann.
die Milchstraße

Handelt es sich bei der Milchstraße um eine ...
View Results

(Google und Wikipedia gilt nicht).