Monatsarchiv für Juli 2007

Wissenschaftspodcasts: podcampus, Helmholtz.Podcast

Langsam, ganz langsam nimmt auch das moderne Internet (“2.0“) Einzug in die Universitäten: Man beginnt die Vorteile von (Video-)Podcasts zu entdecken.

Gut, es gibt sicherlich besser dafür geeignete Studiengänge als naturwissenschaftliche mit ihren ganzen Formeln und Herleitungen (ihr wisst schon: Die dunkle Seite der Macht. Geisteswissenschaften und solche abstrusen Dinge!). Trotzdem könnte man als technik-, und besonders: internetaffiner Professor ja einfach mal seine Vorlesung aufnehmen und sie der Welt zur Verfügung stellen. Ob das als aufwändig produzierte, folienunterlegte Version, oder als simple Audioaufnahme geschieht, das ist doch erst einmal völlig egal. Es geht schließlich um Vorlesungsbegleitung, nicht -ersatz.

2007-07-31_114516.pngWie so etwas aussehen kann, das zeigt podcampus.de. Auf einer WordPress-gestützten, ordentlich Web-2.0-Feature vollgepumpten Seite veröffentlicht das Multimedia Kontor Hamburg überregional wissenschaftliche und universitäre Beiträge. Oder in der Selbstdarstellung:

Podcampus ist eine Podcasting-Plattform für Beiträge aus Wissenschaft und Forschung. Vorlesungen und interessante Einzelveranstaltungen werden aufgezeichnet und als Audio- und Videodateien veröffentlicht. Ebenso gibt es eigens für Podcampus produzierte Bildungsbeiträge.

Eingegliedert in Themengebiete und Events (bzw. Institutionen) sind eine ganze Reihe von Audio- und Videobeiträgen frei verfügbar. Partner sind dabei ein schon einige Universitäten, Instituten und Gesellschaften. Einen Feed gibt es auch.

Bei der Physik erstrecken sich die neueren Beiträge eher über physikalisch angehauchte Philosophie-, Ethik-, bzw. Politikprobleme, blättert man im Archiv etwas zurück, gelangt man aber zu “klassischeren” Themen. In der Informatik sieht das Ganze schon anders aus: Hier wird beispielsweise von der Universität Freiburg fleißig über Sortieralgorithmen gepodcastet.
Aber besonders ein Blick über den naturwissenschaftlichen Horizont hinaus lohnt sich, es seinen da ein paar Beiträge (mit studientypischen langen Titeln) benannt: »Warum der Tod süß ist: Kann man religiös motivierte Selbstmordattentate evolutionstheoretisch erklären?« | »Welche Rolle spielt die Bioenergie neben Solar-, Wind- und Erdenergie?« | »Die Zukunft der Elektronik im Automobil« | »Vampire! Ein südosteuropäischer Beitrag zur internationalen Kulturgeschichte« | »Nachhaltigkeit braucht Klimaschutz« | »Gewalt in Computer- und Videospielen – neue Erkenntnisse zur Nutzung und Wirkung«.

2007-07-31_114902.pngEinen etwas schnurrbärtigeren Wissenschaftspodcast gibt es bei der Helmholtz-Gemeinschaft, den Helmholtz.Podcast mit Helmholtz (Link updated).Thema und Helmholtz.Schongewusst (Punkte zur Worttrennung sind fast so cool wie Großbuchstaben. Fast.). Kürzer und Populärwissenschaftlicher. Natürlich auch mit Feed.

Genug Hörstoff für die nichtvorhandenen freien Tage auf Mallorca und Java also.

Und, liebste Profs: Wär das nicht was?

HM34_120MIN_SS07: Aufgabe 4

Bei einer Matheklausur lernen 50% aller Athleten mit dem Mittel Epo und 30% mit System; die restlichen 42% sind dreckig. Die anschließende Klausureinsicht gibt bei 10% aller Blaustiftbenutzer mehr als zwei Punkte, 50% aller Testosteron-Doper Blutgruppe E-Positiv und bei 30% des dreckigen Restglieds in zweiter Näherung einen TourKlausurausschluss.

a) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass für einen Linkshänder mit lackierten Fingernägeln die Klausur als bestanden gilt?

b) London. Die Frisur hält. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass hinter Sonnenbrillen das Residuum Null ist?

c) Sind die Ereignisse “Wann stürzt der Mond auf die Erde?” und “Mein Augenlid zuckt” stochastisch unabhängbar?
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Mausmedizin

Auch uns physikBloggern werden auf unserem Siegeszug, die Weltherrschaft zu erobern, natürlich die Steine der Klausuren in den Weg gelegt. Wir planen das übrigens abzuschaffen, wenn wir erst an der Herrschaft sind. Klausuren für Physiker meine ich. Trotzdem müssen wir uns noch der Obrigkeit beugen und weiter büffeln.
Klar, dass dabei das physikBlog ein wenig auf der Strecke bleibt.
Sorry, dafür.
Aber: Wir planen Großes! Die physikBlog große-Ideen-Ablage quillt fast über.

Solange machen wir weiter mit einem kleinen Videoschnipsel. Über diesen einen Studiengang, der in der Nähe unsere Physiktempels unterrichtet wird. Die in weiß. Ihr wisst schon: Medizin.

YouTubedirektdoktorspielchen.

Zum nächsten Praktikum laden wir die Maus ein.
[via Patrick-IM]

Schrödinger-Gleichung

Pah, da wird sich in Experimentalphysik ein Ast abgebrochen, um die Schrödinger-Gleichung für ein bestimmtes Atom/Molekül aufzustellen und diese dann zu lösen. Und was macht der Major in HöMa IV? Rechnet das Ganze allgemein in ein paar Zeilen runter:

Schrödinger Gleichung

Geht doch!

Gruselige Salamitaktik [Update]

Ausnahmsweise möchte ich euch mal mit einem nicht physikalischen und nicht universitären Thema belästigen. Ich würde mich freuen, wenn ihr euch einen Moment damit beschäftigt, weil ich glaube, dass es sich hierbei um ein sehr dringendes und wichtiges Thema handelt, und weil ich glaube, dass etwas unternommen werden muss. Den gleichen Artikel habe ich schon vor drei Wochen im Turmraum veröffentlicht, er ist also nicht mehr ganz aktuell, was die besprochenen Ereignisse angeht. Es handelt sich bei dieser Meinung natürlich auch nur um meine persönliche Meinung, die anderen drei Autoren-Dudes haben nix damit zu tun. Aber nun genug der Vorrede.

Unser Staat basiert auf einem netten kleinen Werk von Regeln, dem Grundgesetz. Dieses wurde nach und unter den Eindrücken des zweiten Weltkriegs verfasst. Deswegen enthält es einige Paragraphen, die dafür sorgen sollen, dass so etwas nie wieder passiert. Jetzt nicht und auch nicht in Zukunft. Die Paragraphen, die ich meine verbieten Bundeswehreinsätze im Inneren, schützen die Privatsphäre der Bürger und erlauben freie Meinungsäußerungen, auch Demonstrationen.

‘Gruselige Salamitaktik [Update]‘ weiterlesen

Chicken chicken chicken

Wer kannt das nicht.
Man sitzt, meistens viel zu früh oder viel zu spät in dunklen Vorlesungs- bzw. Vortragungsräumen und hört sich an, wie da vorne jemand über Gott, die Welt und Kleintierhaltung referiert. Irgendwann wird der Kopf immer schwerer, die Arme immer flacher und Oberkörper und Tisch nähern sich asymptotisch an. Man versteht nurnoch Bahnhof. Und Huhn.

Und genau das hat ein Vortrager (Doug Zongker) jetzt zur Perfektion getrieben. Ein kompletter Vortrag, 3 Minuten, in Chicken. Zum Thema “Chicken chicken chicken” (inkl. Paper).

YouTube Direktchicken.
Ich denke, ab jetzt sollte jede von uns verfasste Präsentation mit einer Bonusfolie ausgestattet werden, die nur bei einer “Chicken chicken chicken chicken?”-Frage aufgerufen wird.

[via Ingo]