Monatsarchiv für Juni 2007

Fragen für zwischendurch #2

Seil um die Erde

Der ein oder andere mag diese Frage vielleicht schon kennen, sie fiel mir heute morgen in der HöMa Vorlesung wieder ein:

Ein Seil sei einmal komplett um die Erde (wird hier als perfekte Kugel mit einem Umfang von 40.000 km angenommen) gespannt und liegt plan auf. Das Seil wird nun um 1 m verlängert. Wie weit ist das Seil nun von der Erde entfernt, wenn man überall den gleichen Abstand zum Erdboden einhält?

Wie weit ist das Seil von der Erde entfernt?
View Results

Nun seid ihr gefragt… die Rechnung dazu folgt am Freitag Nachmittag.

Nachtrag 29.06.: Wie versprochen die Rechnung (und damit auch die Auflösung):

Ich gehe ganz allgemein erstmal von der Umfangsformel U=2πr aus, die den Umfang der Erde beschreiben soll (oder jedes beliebigen anderen runden Objekts) mit U dem Umfang, π der Kreiszahl und r dem Radius. Dazu der Umfang U’ mit U’=U+1m, der sich ergibt, wenn ich das Seil um einen Meter verlängere. Für diesen Umfang gilt natürlich auch wieder die bekannte Formel U’=2πr’, diesmal natürlich mit einem anderen Radius r’.

Nun setze ich die beiden U’ ineinander ein und erhalte zunächst U+1=2πr’ – darein lässt sich nun der erste Umfang U einsetzen und es ergibt sich: 2πr+1=2πr’
Teile ich nun durch steht unsere finale Formel da: r+1/(2π)=r’

Oder in Worten: der neue Radius r’ unterscheidet sich vom alten Radius r in dem Maße, dass er um 1/(2π) m größer geworden ist. Dabei ist 1/(2π)=0,1591… also ungefär 0,16 m. Richtig ist also die Antwort 160 mm!

Das Erstaunliche dabei ist, dass dieses Ergebnis vollkommen unabhängig vom Umfang des Körpers ist, um den das Seil gelegt wird. Es ist also vollkommen egal, ob man das Seil zuerst um einen Apfel legt, dann um einen Meter verlängert oder um die Erde legt und dann einen Meter verlängert – immer steht das Seil um 16 cm von der Oberfläche ab.

Neuro Enhanced Roster Developers

Hallo liebe Nerds und Nerdinnen

Ich hab es euch ja schon einmal vorhergesagt und jetzt kommen auch die Abschreiber von SpOn langsam auf den Trichter: Nerds sind cool. Nerds sind heiß. Nerds sind einfach die besseren Menschen.
Schreibt euch das hinter die Ohren, liebe Gangsta oder andere vermeindlich Coole, es gibt ein Leben außerhalb von Clubs, Straßen und Gefängnissen: im Internet. Man kann auch über andere Sachen, als Frauen, Drogen und Sex reden: Hacking, Star Wars und Maté-Tee. Und man kann cool dabei sein…
Das wär doch wirklich mal das Event für Aachen: Der Geek-Nerd-Pride-Day. Als universitäre Pflichtveranstaltung. Mit Hornbrillen, Karohemden und wirrem Haupthaar.

Geekige Grüße
Richard

Vortrag: “Zeit als Phänomen” von Prof. Keil

Hä? Auf den Vortrag zum Thema “Zeit als Phänomen” hatten wir doch schon hingewiesen. Warum jetzt nochmal?
Ha! Ganz einfach: Dieses ist eine Art zweiter Teil der Reihe! Das dynamische Duo des Denkenfragens und Formelfragens ist damit komplett, denn dieses Mal wird vorgetragen von Philosophieprofessor Keil. (Das war der, der beim “Determinismus vs. Freiheit”-Vortrag die letzte halbe Stunde und 95% der Fragerunde geschmissen hat.)
Der exakte Namen dieser Veranstaltung ist: Was ist Zeit? Eine philosophische Betrachtung.
Wer sich also jetzt fragt “Soll ich da hin gehen? Oder ist die Zeit vergeudet?”, dem könnte dieser Teaser vom offiziellen “Im Fokus”-Plakat der RWTH-extern bei der differenzierten Antwortfindung helfen:

„Was ist also Zeit? Wenn mich niemand fragt, weiß ich’s; wenn ich es einem Fragenden erklären will, weiß ich’s nicht.“ Diese berühmte Bemerkung des Philosophen Augustinus deutet an, wie schwer der Begriff der Zeit zu fassen ist. Wir sprechen davon, keine Zeit zu haben, Zeit totzuschlagen, die Zeit anhalten oder zurückdrehen zu wollen, sie im Fluge vergehen zu sehen, doch kaum eine dieser Redeweisen hält näherem Nachdenken stand. Die Zeit kann weder beschleunigt noch angehalten noch zurückgedreht werden, und genaugenommen fließt sie auch nicht. Was also ist Zeit? Einige der größten Denker der Menschheit – Aristoteles, Newton, Leibniz, Kant, Einstein – haben sich an dieser Frage versucht. Der Vortrag will eine Einführung in die Philosophie der Zeit bieten.

Das hört sich doch ganz kurzweilig an.
Findet also Zeit, am kommenden Mittwoch, den 20. Juni 2007 um 19:30 den Fo4 aufzufinden.

Und wer Informationen zum Verbleib des Tempon findet. Immer her damit.

Salzwasser-Antrieb im Auto?

Ja! Wenn es nach den Amis geht, dann fahren wir bald im Auto mit Salzwasser. Irgendwer (dessen Name mir sowas von egal ist) hat rausgefunden, dass Salzwasser in einem bestimmten elektromagnetischen Feld anfängt zu brennen. Toll oder? Salzwasser das brennt. Damit kann man zwar keinen Krebs heilen aber dafür alle Energieprobleme auf der Erde lösen, denn Salzwasser ist ja genug vorhanden. Und Autofahren kann man damit. Wers mir nicht glaubt, sieht selber…


DirektEnergielöser

So, und jetzt die Frage für die Experten: Wo wurde der Fehler versteckt?

Danke für den Link, Andi.

Physikalische Experimente auf der Welt: Die Ballwurfmaschine

Kaum zu glauben, aber auch wenn man den Azimut- und Polarwinkel1 auf unserer Lieblingserde erhöht bleiben physikalische Gesetze gleich. Ja!
Die bleiben nicht nur gleich, sondern auch gleich interessant.
So haben sich ein paar Asiaten, ich vermute Japaner der Fragestellung gewidmet: Was passiert, wenn man aus einem mit 100 km/h fahrenden Auto mit Hilfe einer Ballwurfmaschine einen Ball in die entgegengesetzte Richtung ebenfalls mit 100 km/h schießt? (Klingt komplizierter als es ist.)
Überzeugt euch selber — und keine Angst, verstehe muss man dabei akustisch nichts. Bilder sagen mehr als 1000 Worte.

DirektBällewerfen

Na, liebe Kinder, welchen Effekt haben wir da eben gesehen?
[Danke, Thommy]

  1. Für alle Nichtphysiker: nach Osten und Süden gehen! []

Schon gewusst, dass …

Pi unter dem Licht einer Lichtbogenlampe aussieht wie e?

Physikalische Flash-Animationen

Wie oft wurden und werden sie von unseren Professoren in der Vorlesung gezeigt? Diese kleinen, bunten Java-Applets von Walter Fendt. Der große Internetanimationspionier für Physikdarstellungen.
Die Universität zu Toronto hat etwas ähnliches auf seiner Internetseite gesammelt. Kleine Applets, die klassische und nicht so klassische, aber immer physikalische Probleme darstellen. Geschrieben sind diese allerdings in Flash (und deswegen eventuell nicht ganz so speicherfressend).
Vielleicht sehen wir davon ja auch bald mal ein paar in der Vorlesung …
[via Matthias IM]

Vortrag: “Zeit als Phänomen” von Prof. Schmitz

Getreu unserem nichtvorhandenem Mission Statement möchte das physikBlog euch ja auch immer auf dem Laufenden halten, wenn in der RWTH interessante Vorträge stattfinden. Jetzt ist es wieder so weit, und dieses Mal ist der Vortrag sogar nicht bereits morgen!

Prof. Schmitz, vielen von uns aus Vortrag und Vorlesung bekannter Theoretischer Physiker, hält im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Zeit als Phänomen” einen Vortrag über t — mit Namen “Von Uhren übers GPS zum Chaos – die physikalische Zeit”.
Die spärliche Information (PDF), die es zum Vortrag gibt, beinhaltet folgende Beschreibung:

Die Zeit als „Metronom“ der Veränderung der Dinge spielt eine entscheidende Rolle in allen physikalischen Theorien.
Während sie zunächst als metaphysisches Konzept behandelt wurde – die Zeit als gleichmäßig dahin fließender Strom – wurde sie nach und nach selbst zum Gegenstand physikalischer Forschung. Auf einem Rundgang durch die physikalischen Disziplinen – von der vorklassischen zur klassischen Mechanik über die Elektrodynamik zur speziellen und allgemeinen Relativitätstheorie bis hin zur Thermodynamik und Quantentheorie – wird die Entwicklung des physikalischen Zeitbegriffs nachgezeichnet.

Stattfinden wird das Ganze am kommenden Mittwoch, 6. Juni um 19:30 im Fo4 des Karman-Auditoriums.

Damit der Raum von der Größe her nicht wieder nicht-passt: kommt bitte nicht alle. Bleibt doch einfach mal zu Hause. Setzt euch mit einem Bier in den Park. Oder macht das, was faule Studenten sonst so machen. Auch wenn der Votrag andeutet, interessant zu werden. Manchmal muss man auch einfach sich der Lethargie hingeben und Student sein. Ja?

EquationSheet – Dein persönlicher Formelzettel

Wer kennt das nicht. Da steht wieder eine Klausur an und man schreibt sich alle möglichen Formeln auf einen Zettel (natürlich nur zum besseren Lernen!). Dann verschreibt man sich, oder man verschmiert das Geschriebene. Oder es ist einfach nur pott-hässlich.
Das musst nicht sein.

Denn dieses, unser liebstes aller Internets, hält auch für Formelsammlungen eine Lösung bereit.
EquationSheet.com listet einen Haufen nach Themengebiet sortierten Formeln auf (geschrieben ästhetisch in LaTeX), die sich per Anklicken auf einen eigenen Formelzettel zusammenstellen lassen können.
Toll, dieses Internet.
[via Matthias IM]

NumberSpiral

So als angehender Physiker hat man ja auch häufiger Kontakt zur dunklen Seite der Macht. Richtig: Zur Mathematik.
Und dass die nicht nur verworren sein kann, sondern auch erstaunbar und irgendwie phantastisch, das zeigt schön die NumberSpiral.
Wenn man alle positiven Zahlen um die Null herum als Spirale schreibt, dann kann man daran sehr seltsame Dinge zeigen.
Was alles? Seht selber.
[via Matthias IM]