physikAdventskalender 18. Dezember: DESY

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CaticonDer Erdmann spricht häufiger davon und man könnte meinen, er verfällt zunächst in seine Jugend zurück. Aber es geht nicht um Daisy (Duck), sondern um DESY, das Deutsche Elektronen-Synchrotron.

Zunächst mal kurz, was ein Synchrotron ist: Das ist eigentlich nichts anderes, als eine lange Röhre, die im Kreis geführt wird und in der Teilchen (hier Elektronen und Protonen) beschleunigt werden. Außen rum sind Magneten, die für zweierlei Sachen verantwortlich sind. Zum einen halten sie die Teilchen, die sich in der Röhre befinden, eben in dieser Röhre, zum anderen beschleunigen sie die Teilchen immer mehr und mehr. Durch die Ablenkung im Kreis entsteht die namensgebende Synchrotronstrahlung. Irgendwann haben die Forscher dann genug in die Röhre geguckt und produzieren einen natürlich geplanten Unfall – sie lassen die Teilchen aufeinander treffen.

Heute vor 47 Jahren wurde das Forschungszentrum in Hamburg gegründet und wächst seitdem stetig weiter. Der erste Ringteilchenbeschleuniger, DESY, war zu dieser Zeit mit seiner Länge von ca. 300 m der größte seiner Art und gab dem Zentrum den Namen. Der momentan größte Beschleuniger am Institut ist HERA (Hadron-Elektron-Ring-Anlage) mit einer Länge von über 6 km, in dem die Elektronen auf 27,5 GeV und in anderer Richtung die Protonen auf knapp 1 TeV beschleunigt werden können. Mit solch einer Geschwindigkeit machen sie ca. 2,8 M Umdrehungen pro Minute. Um diese Geschwindigkeiten erreichen zu können, wurden supraleitende Magneten hier zum ersten Mal im großen Stil eingesetzt.

Vor kurzem wurde außerdem noch der Linearbeschleuniger FLASH (Freie-Elektronen-Laser in Hamburg) mit mittlerweile 260 m Länge erbaut. An ihm soll vor allem die Technik der Linearbeschleuniger erforscht und verbessert werden.

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Kategorien: Erklärbär, Weihnachtisiertes
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