physikAdventskalender 4. Dezember: Venus

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CaticonPhysik und Astronomie hängen so zusammen, wie Teig und Kuchen. Deswegen entschuldigt bitte das astronomischen Doppelpost von heute und gestern. Das war’s dann aber auch erstmal wieder. Versprochen. Wirklich.
Heute, am vierten Dezember vor genau 367 Jahren beobachtete Jeremia Horrocks den ersten Venustransit. Unschwer dem Namen zu entnehmen war Horrocks ein englischer Zeitgenosse, wahrscheinlich einer mit diesen lustigen Lockenperücken auf dem Kopf.
Für uns heute unscheinbar simpel nahm er ein Teleskop, richtete es zu einem passenden Zeitpunkt auf die Sonne, fokussierte es auf ein Pappstück und, zack, konnte er in dem glänzend hellen Licht der Sonne den kleinen schwarzen Punkt der Venus erkennen, die sich soeben direkt zwischen Sonne und Erde durchquetschte. Den Venustransit.
Jetzt stellen mir uns mal janz dumm: Wat is en ‘Venus‘?
Erstmal: Ein Planet. Und deswegen auch Grund genug für Neun-Live-etc-Moderatoren da sämtlichen, unbedeutenden Kram für unbeschäftigte Hausfrauen (Vorurteile? No!) hineinzuinterpretieren. Steht für das Weibliche und sowas. Kennt man ja von diversen Mitternachtswerbesendungen.
Aber viel wichtiger: Der wohl erdähnlichste Planet unseres lieben Sonnensystems. Die Venus ist in ihrer Größe und auch in ihrer Atmosphäre der Erde am Ähnlichsten unter allen Planeten. Der Grund, warum in science-fiction-anmutenden peusowissenschaftlichen Ausführungen häufiger über Terraforming auf der Venus nachgedacht wird.
Aber das ‘erdähnlichst’ ist sehr relativ zu sehen. Denn die Atmosphäre der Venus ist eher unleblich: Ein tödliches Gas reiht sich an das nächste. Und auch in der Sonnen liegen wäre trotz der Nähe zu unserem Stern völlig langweilig: Eine dichte Wolkendecke überdeckt den ganzen Planeten und verhindert nicht nur das herausschauen kleiner Venusmädchen, sondern auch das hineinschauen kleiner Erdenmenschen. Beim Sonnen müsste man sich darüber hinaus auch ständig den Schweiß von der Stirn wischen. Fast 400 °C ist es da warm. Logischer weise im Schatten. Oder würde der Schweiß aufgrund des Drucks von 92 bar an der Oberfläche gefrieren? Aber in Schweiß ist Salz. Das kann ja mal jemand ausrechnen. Jedenfalls: Ihr seht – das macht alles nicht so den Spass.
Wie schon erwähnt, gestaltete sich das Untersuchen von Frau Venus recht schwierig. Gleich dem Spannen hinter einem Vorhang sieht gerade einmal die Umrisse beim beobachten.
Dann kam allerdings diese eigentlich sehr schlechte Zeit, in der zwei Weltmächte die Größe ihrer Ihrwisstschonwas verglichen. Das machten sie nicht nur mit so uncoolen Sachen wie Waffen, Raketen und Atombomben, nein, crazy wie sie waren, erforschten sie den Weltraum. Und so waren es wiedermal die Russen, die zuerst eine Sonde hinauf zur Venus schickten. Eine? Von wegen. Einen ganzen Haufen. 1961 flog die erste russische Venera-Mission an der Venus vorbei und 1967 drang dann, ganz russenlike im dritten Versuch, eine Sonde in die Atmosphäre ein. Auch die Amerikaner schickte natürlich ein paar Flugteilchen nach oben. Zuletzt war es 1990 die Magellan-Sonde, die zur Kartografie der Oberfläche abgestellt war. Momentan kreist eine Sonde von uns, von der ESA, um die Venus und analysiert ein Vielzahl an interessanten Sachen.
Das war’s natürlich noch lange nicht: Die aufstrebende japanische Weltraumbehörde JAXA, wie auch die NASA planen einige neue Sonden zur Venus zu schicken.
Viel zu viel gibt es über die Venus zu erzählen, aber weil das alles so unromantisch, also unweihnachtlich ist, möchte ich an dieser Stelle aufhören. Wer tieferes Interesse hat, dem sei der exzellente Wikipedia-Artikel ans Herz gelegt, aus dem auch die meisten Informationen dieses Kalendereintrags stammen.

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Kategorien: Erklärbär, Weihnachtisiertes
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