Monatsarchiv für November 2006

physikAdventskalender 2006

CaticonDie Tage werden kürzer, die Nächte länger. Ein buntes Licht reiht sich an das andere. Unsere intereuropäischen Nachbarn nehmen uns den letzten Platz an den Glühweinständen unseres Lieblingsweihachtsmarkts weg. Ein jeder wird langsam, aber sicher nachdenklich, gefühlvoll, ja, geradezu melancholisch.
Bei Einheitskreis ist der erste Gedanke “Lebkuchen”, und dieser Dozent mit Sonnenbrille erinnert immer mehr an einen Wichtel. Die Motivation für jede noch so einfache Übungsaufgabe sinkt.

Ja, liebe Physiker und Restmenschen, es geht auf Weihnachten zu.

Und auch wir, hier im physikBlog wollen uns dem Trend der Verwahrlosung widersetzen. Wir wollen ein wenig Glück, ein wenig Gemeinsamkeit – ein wenig Integration, ein wenig Nachdenklichkeit, ja, ein wenig Besinnlichkeit in diese Ecke unseres formelgeprägten Internets bringen.
Deswegen, gibt es ab heute, ab dem ersten Dezember Zweitausendundsechs täglich hier den physikAdventskalender.
Jeden Tag werden wir euch mit einem neuen Post beglücken. Natürlich immer passend zu unserem Missionstatement: “Alles ist seltsam. Besonders die Physik und wir.”
Lasst euch also überraschen!

Geiererkenntnisse im Postanfangsstadium

Es war also wieder so weit. Unsere seltsamste und zugleich tollste aller Fachschaften hat das diesmonatige Propagandablatt, sie selbst nennt es “Flugi”, verteilt. Der Geier 152.

Ich muss ja gestehen: Vor zwei Semestern, also damals, als wir noch naiv, motiviert und unschuldig waren, da war mir dieses Blatt suspekt. Naturwissenschaftlerhumor. Freakkram. Fussnotenunübersicht. Und dazu dieser Griechische-Buchstaben-Pseudo-Witz. Tz.

Aber jetzt. Zwei Semester später. Realistisch, faul und durchaus schuldig, ich muss sagen, immer mehr schmunzele ich über die Textflussgriechischebuchstaben und die verwirrte Schreibe.
Hilfe.
Ich werde zum Physiker.

Physikalisieren, das.

Dieser Beitrag erschien auch in meinem anderen Blog.
Physikalisieren (häufig auch mit dem Passiv: physikalisiert werden) bezeichnet einen Zustand der Mathamorphose des Gehirns, bei dem vermehrt wirre Gehirnwindungen ausgebildet werden.
Erstmals schriftlich niedergelegt findet sich die Physikalisierung in den Euler-Tagebüchern. Das Christentum behauptet allerdings, im Alten Testament auch schon Symptome der Physikalisierung entdeckt zu haben (Apg 15,24). Dies gilt allerdings als umstritten.

Kennzeichnen der Physikalisierung sind:
(1) Der zwanghafte Drang, Pfeile über “w”s zu machen. Im Endstadium tritt selbiger Effekt bei “v”s und “r”s auf.
(2) Sozialkompetenzeinschränkungen, ‘Physikalisieren, das.’ weiterlesen

Zitat #1 – Programm

Heute in Theo-Physik der Prof (irgendwas zu numerischen Auswertungen):

Dafür können Sie sich auch ein Programm schreiben, entweder in einer vernünftigen Programmiersprache oder in Maple.

Beziehungen

Man sagt ja immer, Physiker und Beziehungen, das passt nicht zusammen.

Stimmt aber nicht. Physiker haben jede Menge Beziehung, meistens aber nur in guter Näherung für kleine Winkel.

Einfaches Multiplizieren

Hab ich letztens gefunden:

Im Kopf Professor S.s

Manchmal denke ich ja, der Kopf unseren werten Professor S. beinhaltet einen römischen Marktplatz.

“Fisch! Fisch! Kauft meinen frischen Fisch!” brüllt es aus der einen Ecke, während auf der anderen Seite Wein verkauft wird. Kinder spielen Ball und die Frauen tauschen sich in kleinen Gruppen über Nagellack Sandalen aus.

Prof. S. will dem Allen folgen, allem auf einmal. Will den Fisch begutachten, den Kindern den Ball wegtreten, etwas vom Wein probieren und die Frauen anfahren, ob sie denn nichts vernünftiges mit ihrer Zeit anzufangen wüssten. Ah, wo ist der Ball hin? Kurz noch die Bahnkurve berechnen.
Das erklärt, warum er so verwirrt ist. Warum er vom unteren Rand der Tafel zum oberen und wieder zurück springt. Warum er da doch noch irgendwo etwas wegwischen und ergänzen muss.

S. fängt spontan an, scheinbar grundlos zu schmunzeln? Ganz klar: Jemand hat den neuesten Caesar-Witz erzählt!

Ich denke, es liegt auf der Hand: In Professor S.s Kopf ist ein römischer Marktplatz.

Unsere physikalischen Internetweiten

Physiker haben keine sozialen Kontakte. Das ist nichts Neues.
Was liegt also näher, als sich in den sozial-verwahrlosten Weiten dieses Internets über Gott und die Welt Maxwell und das Studium und Professoren und sowieso auszulassen?

Eben.

Lasst euch unterhalten von einem Feuerwerk der Physik, von dies und jenem unserer physikgeschundenen Gedankengänge.

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